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Vogt-Wells-Straße 6

Baulücke wird geschlossen

Zuletzt hielt sich nur noch der Imbiss über Wasser. Aufgegebene Läden wurden nicht wieder vermietet und auch die Wohnungen in den oberen Stockwerken wirkten mehr und mehr unbewohnt. Mehr als ein Jahr lang dauerte es bis das geräumte Gebäude endlich abgerissen wurde.

Von glorreicher Vergangenheit zu sprechen ist vielleicht etwas geprahlt. Aber in der Blütezeit des dreigeschossigen Hauses in der Vogt-Wells-Straße 6 gab es hier einen Schnellimbiss, einen kleinen Modeladen, einen Bücherladen, eine chemische Reinigung und ein Zoofachgeschäft. Im heute brach liegenden Nachbargrundstück Vogt-Wells-Straße 8 war sogar ein Fischgeschäft. Davon können die Lokstedter heutzutage nur Träumen.

Und auch die kleinen praktischen Apartments über den Geschäften waren einst beliebte Wohnstätte von unverheirateten jungen Leuten.

„Es wird modernisiert“, wurde an den ehemaligen Schaufenstern seit Jahren bekannt gegeben. Und bald hörte man Gerüchte, hier würde ein großer Bio-Supermarkt entstehen. Ein Jahr später hieß es, der Hausbesitzer wolle nur noch abwarten, bis er die beiden Nachbargrundstücke dazu bekäme.

Dem Bebauungsplan-Entwurf Lokstedt 60 konnte entnommen werden, dass eine Baugenehmigung für einen fünfgeschossigen Neubau seit Jahren vorliegt. Im August 2012 war es dann soweit, die Grundstücke Vogt-Wells-Straße 6 und 8 bekamen einen Bauzaun, das Gebäude wurde abgerissen und man macht sich nun offensichtlich daran, die hässliche Baulücke zu schließen. Zuweilen sind jedenfalls schon Arbeiter mit schwerem Gerät auf der Baustelle anzutreffen. Sie versenken große Eisenträger.

Der Projektentwickler Bruhn Immobilien Management GmbH schreibt zu dem Bauvorhaben auf seinen Internetseiten: „ Nach Abriss des alten Gebäudes wird auf dem im Stadtteil Lokstedt gelegenen Grundstück ein fünfgeschossiger Neubau mit hochwertigen Einzelhandelsflächen und 16 modernen 1-3 Zimmerwohnungen entstehen. Jede Wohnung erhält zur Straßenseite einen hellen Wintergarten. Straßenseitig wird die Fassade mit einem roten Klinker ausgestattet.“

Das Gebäude wird sich also nahtlos an das Eckgebäude anschließen.
Dabei werden die Wintergärten um 1,5 Meter über die Bebauungsgrenze hinausragen, dies ist nach dem Bebauungsplan auf 30 Prozent der Fassadenbreite zulässig.

Bis das Gebäude in einem Jahr bezugsfertig sein wird, kann man weiter hoffen, dass in die „hochwertigen Einzelhandelsflächen“ auch hochwertige Geschäfte einziehen werden.

www.bruhn-unternehmensgruppe.de/aktuelles-85.htm

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© Lokstedt-online.de 29.08.2012