Wohnraumschutzgesetz

Weihnachtshaus verkauft

Ende letzten Jahres wurde in einem Internetportal eine ganz besondere Immobilie angeboten: Das Haus des Weihnachtsmanns. Nun wurde es verkauft und es kommt Licht in die Affäre.

Seit Ende der 1990er Jahre haben Erika und Klaus Ahlfeld jedes Jahr aufgerüstet. Am Ende war ihr ohnehin schon immer auffälliges Haus in der Niendorfer Straße - alle Fassaden sind mit Sgraffito-Putztechnik ausgeführten Dekorationen versehen - weithin als das Haus des Weihnachtsmanns bekannt.

Auf einem Australien-Urlaub wurde das Ehepaar zu ihrem ungewöhnlichen Hobby inspiriert. Dort hatten sie 1997 im Urlaub viele schön beleuchtete Häuser gesehen. Zuletzt waren jedes Jahr etwa 30.000 Lichter und Hunderte von Weihnachtsmännern am Lokstedter Weihnachtsmannhaus installiert, die Stromkosten pro Saison betrugen 500 Euro (vergleiche Lokstedt-online vom 24.12.2012).

Als die Verkaufsabsichten der Ahlfelds bekannt wurden, war eine naheliegende Begründung schnell gefunden. Dem Rentnerehepaar fiele es von Jahr zu Jahr schwerer die Lichter im Herbst zu installieren. Auch sorgte sich Erika Ahlfeld um ihren Ehemann, wenn er hoch oben auf dem Dach neue Lichterketten befestigte.

Doch nun, nachdem das Haus verkauft ist, hat das Ehepaar den wahren Grund für den Verkauf genannt: Ärger mit den Behörden.

Doch nicht Energieverschwendung oder Lichtbeläsigung war der Grund für die Kalamitäten. Es ging den Behörden um die Vermietung der Einliegerwohnung.
Anlass war eine Verordnung des Hamburger Wohnraumschutzgesetzes, die vermutlich kaum jemand kennt. Sie ist gegen die illegale Vermietung von Ferienwohnungen gerichtet. Die Ahlfelds hatten nämlich ihre Einliegerwohnung an Feriengäste vermietet und dafür im Internet geworben.

Zum Verhängnis wurde möglicherweise der hohe Bekanntheitsgrad ihres Hauses, das natürlich für die Behörden mühelos zu identifizieren war.

Nach der Androhung einer Ordnungsstrafe in Höhe von 7500 Euro hatte das Ehepaar die sporadische Vermietung der Wohnung eingestellt. Das Bezirksamt Eimsbüttel ließ aber nicht locker und wollte zwangsweise Mieter in die nunmehr ungenutzte Einliegerwohnung setzen. Sogar eine Ortsbegehung wurde angedroht. Das konnten die Ahlfelds nicht hinnehmen und entschlossen sich empört die Hansestadt Hamburg zu verlassen.

Wer zukünftig das Haus vom Weihnachtsmann sehen möchte, muss nun in die Nähe von Buxtehude fahren. In Moisburg, etwa 10 km südlich von Buxtehude, haben die Rentner neu gebaut.

Schreiben Sie zu diesem Thema einen Leserbrief!

© Lokstedt-online.de 19.08.2012