Lärmschutzprogramm

Fluglärm stoppen

Aufgrund der im April 2012 in Kraft getretenen Fluglärmschutzverordnung kommen tausende Hausbesitzer in den Genuss von Leistungen des 9. Lärmschutzprogramms. Bis zu 150 Euro pro qm Wohnfläche können für Lärmschutzmaßnahmen ausgegeben werden.

Gefördert wird der Einbau von Schallschutzfenstern, die Dämmung von Dächern oder die Installation von Schalldämmlüftern in Schlafräumen.

Tag-Schutzzone 1 und Nacht-Schutzzone

Im Juni 2007 wurde das Gesetz zum Schutz gegen Fluglärm aus dem Jahre 1971 novelliert. Wesentlicher Bestandteil des Gesetzes sind neue Lärmschutzzonen: Die Einführung einer Nachtschutz- und zweier Tag-Schutzzonen. Inzwischen sind die umfangreichen Vorarbeiten abgeschlossen, so dass eine Fluglärmschutzverordnung erlassen werden konnte. Diese regelt die Umsetzung des Gesetzes in der Hansestadt Hamburg.

Rund 38 Millionen Euro hat Hamburg Airport in die bisherigen acht Lärmschutzprogramme investiert. Mit weiteren 12 Millionen Euro rechnet man für den durch die Gesetzesnovellierung notwendig gewordenen Maßnahmenkatalog.

Welche Straßenzüge in welche Zonen fallen, ist in einem Straßenverzeichnis zusammengestellt und wird in den Bezirksämtern ausgelegt. Das Verzeichnis kann auch im Internet abgerufen werden.

Anwohner in der Tag-Schutzzone 1 und der Nacht-Schutzzone haben einen Anspruch auf Erstattung von Aufwendungen für bauliche Schallschutzmaßnahmen. Airport Hamburg zahlt einen Zuschuss von 150 Euro pro qm Wohnfläche.

Voraussetzung für die Erstattung einer Schalldämm-Maßnahme ist die Ermittlung des Bauschalldämm-Maßes und die Feststellung, dass schallverbessernde Maßnahmen notwendig sind. Hamburg Airport macht allen Anwohnern das Angebot, dass ein vom Flughafen beauftragter unabhängiger Gutachter das Wohngebäude besichtigt. In diesem Fall übernimmt der Flughafen die Kosten für den Gutachter in voller Höhe.
Auch bei den Handwerkskosten können sich Anwohner günstige Tarife sichern, da Hamburg Airport für alle Arbeiten Rahmenverträge mit Handwerksunternehmen abschließen wird.

Flughafen aufs Land verlagern

Bezirksamtsleiter Torsten Sevecke schreibt im Hamburger Abendblatt zum Jahreswechsel 2011 / 2012: „Die norddeutschen Länder bilden seit 2025 einen Nordstaat mit der Hauptstadt Hamburg. Eimsbüttel ist ein rasant wachsender Bezirk mit der jüngsten Bevölkerung im Nordstaat. Als eine der ersten Maßnahmen ist der Flughafen Fuhlsbüttel aus der Stadt verlagert worden. Im früheren Mecklenburg-Vorpommern floriert um den neuen Airport Hamburg bei Parchim die gesamte Region. Ein solarbetriebener Transrapid bringt Fluggäste aus Hamburg schneller nach Parchim, als es die gute alte S-Bahn vom Hauptbahnhof nach Fuhlsbüttel schaffte“.

Ein Umzug des Hamburger Flughafens aufs Land. Diese Vision teilt so mancher Anwohner entlang der Einflugschneisen mit unserem Bezirksamtsleiter und auch die Vorsitzende der BIG Fluglärm-Hamburg e. V. - ein Zusammenschluss von Bürgerinitiativen gegen Fluglärm Margarete Hartl-Sorkin glaubt: „Auf lange Sicht komme Hamburg nicht daran vorbei, seinen Flughafen Fuhlsbüttel vor die Tore der Stadt zu verlagern.“

Und tatsächlich erhält die seit Jahrzehnten anhaltende Diskussion ob der Flughafen nach Kaltenkirchen verlagert werden sollte neue Nahrung. In der wachsenden Stadt Hamburg müssen bis zum Jahr 2020 etwa 50.000 neue, bezahlbare Wohnungen geschaffen werden. Die Verdichtung der Baubauung wird bald an ihre natürlichen Grenzen gestoßen sein. Eine Wohnbebauung des Flughafens hingegen könnte den Bedarf an Wohnraum auf Jahrzehnte hinaus decken.

Zudem würden die umliegenden Stadtteile, sowie auch die angrenzenden Naherholungsgebiete - Niendorfer Gehege und Stellinger Schweiz - die nicht lärmgedämmt werden können, enorm vom Wegzug des Nachbarn Airport Hamburg profitieren. Überhaupt würde die Wohnqualität und Infrastruktur im gesamten Norden Hamburgs erheblich verbessert werden.

Auch die Bebauung des Flughafens, eine Vision Seveckes: Sofort „begannen dann lange vorab im Geheimen geplante Bauarbeiten auf dem Gelände des früheren Flugplatzes für neue Wohnungen. Man spricht heute vom ,Manhattan Nordeuropas‘.“

Bis es denn so weit ist und der Airport Hamburg nach Parchim oder Kaltenkirchen verlagert wird, bleibt den Anwohnern der neu geschaffenen Schutzzonen nichts anderes übrig, als in den Lärmschutz ihres Hauses zu investieren.

Zur Erstattung der Kosten für die baulichen Schallschutzmaßnahmen müssen sie bei ihrem jeweils zuständigen Bezirksamt einen Antrag stellen. Die Antragsformulare erhalten sie auch im Internet unter:

www.hamburg.de/fluglaerm
www.fluglaerm.de/big/
www.hamburg.de/fluglaermschutzbereich
www.hamburg.de/pressearchiv-fhh/3376734/2012-04-16-bsu-schallschutz.html
www.hamburg.de/fluglaerm
www.airport.de/de/u_pressemitteilungen_5055.html

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© Lokstedt-online.de 07.07.2012