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Expresswohnungen Osterfeldstraße

Verständnisfragen und Bleibeperspektive

Auch die neuerliche Info-Veranstaltung zur "Errichtung einer Flüchtlingsunterkunft mit der Perspektive Wohnen in der Osterfeldstraße" ließ kein Vertrauen in die Kompetenz des Bezirks Nord aufkommen. Die Verantwortlichen sind sich offensichtlich der weitreichenden Konsequenzen ihrer Handlungen nicht bewusst.

Da denkt man immer es geht nicht schlimmer, schon wird man eines Besseren belehrt. Der Amtsleiter des Bezirks Hamburg-Nord Harald Rösler
ist tatsächlich noch ignoranter als sein Eimsbütteler Pendant Torsten Sevecke. Was die Unterbringung von Flüchtlingen betrifft, so sind sich die beiden SPD-Politiker allerdings einig: Möglichst nahe an Lokstedt!

Um eine weitere Großunterbringung an der Stadtteilgrenze zu Eppendorf ging es am Montagabend auf einer Info-Veranstaltung des Bezirks Nord. Röslers aktuellen Pläne, eine "Flüchtlingsunterkunft mit der Perspektive Wohnen" in der Osterfeldstraße zu errichten, würde Lokstedt eine weitere No-go-Area bescheren. Daher war Rösler an dem Abend auf Widerstand seiner Gäste eingestellt. Seine Art damit umzugehen: Er war von Beginn an auf Krawall gebürstet. Wagte ein Bürger gar, seine Rede mit einer Frage zu unterbrechen, polterte es sogleich aus ihm heraus: "ICH habe das Wort!"

Gutmenschen-Attacken

Von Anfang an, noch bevor Rösler überhaupt zum Mikro griff, geriet die Veranstaltung in der Hauptkirche St. Nikolai zur Farce. Schon die Begrüßung durch den Hausherrn, einem Pastor, stieß manchen Besuchern übel auf. Völlig unnötig, dass er gleich zu Beginn provozieren musste, in dem er für das umstrittene Projekt Partei ergrifft. Er schloss die Begrüßung nämlich mit den Worten, die Anwesenden sollten nach fruchtbarer Diskussion "am Ende die Herausforderung annehmen". Wie kann man so etwas sagen, bevor man die Argumente überhaupt gehört hat?

So war denn die Stimmung von Beginn an gereizt und zwischendurch kam es sogar zum Eklat. Eine Gutmenschen-Frau hatte in ihrer Sitzreihe einen stadtbekannten AfD-Politiker ausgemacht, wie eine Furie sprang sie auf, wollte den Mann attackieren. Besonnene Bürger gingen dazwischen. Besonders schwer wiegt dieser versuchte körperliche Angriff, wenn man bedenkt, dass er im Angesicht der Obrigkeit vollzogen wurde. Direkt in der Reihe davor saß ein Polizeihauptmeister, er hatte vier Sterne auf den Epauletten, der die Frau ziemlich erstaunt ansah.

Die Volksinitiative

Auf den Pastor folgte zunächst das Statement von Rösler. In der Sache nichts Neues und wer auf der ersten Info-Veranstaltung im Januar im Regionalausschuss seinen Stellvertreter gehört hatte (siehe Lokstedt online vom 20.01.2016), dem schwante bereits bei dieser Begrüßung, dass man besser zuhause geblieben wäre. Soviel machte Rösler gleich klar, auf die Forderungen der "Bürgerinitiative Eppendorf / Lokstedt: Integration statt Großsiedlung" würde er nicht eingehen. Schon am Vortag hatte sich nämlich Rösler in einem Interview mit der Welt festgelegt: "Die Zahlen sind nicht verhandelbar."

Ob es tatsächlich bei den angekündigten 2.400 Flüchtlingen bleibt, ist aber inzwischen mehr als fraglich. Die "Volksinitiative Hamburg für gute Integration gegen Flüchtlings-Großunterkünfte" hat in nur fünf Tagen, so berichtet jedenfalls die Welt, die erforderliche Anzahl von Stimmen erreicht. Ihre Forderung, hinter der, so sieht es zum derzeitigen Zeitpunkt aus, eine breite Mehrheit der Bevölkerung steht: Keine Unterkunft mit mehr als 300 Flüchtlingen und Unterkünfte mit mehr als 100 Plätzen müssen untereinander einen Mindestabstand von 1.000 Metern einhalten.

Das würde in der Tat einiges in Hamburg durcheinander würfeln. Nicht nur das Aus für die Unterkunft an der Osterfeldstraße würde das bedeuten, auch die vielen ghettogleichen Großunterkünfte auf der Grenze zwischen Lokstedt und Niendorf (Niendorfer Straße, Hagendeel, Schmiedekoppel, Papenreye) könnten entweder nicht gebaut oder müssten teilgeräumt bzw. verlegt werden.

Im Bezirk meint man daher wohl, es sei Eile geboten. Bevor das gesamte Projekt geplant ist, will man schnell noch den ersten Bauabschnitt in trockene Tücher bringen. Rösler betonte daher, dass unmittelbar nach Erteilung der Baugenehmigung, mit der in wenigen Wochen gerechnet wird, mit dem Bau begonnen werde.

Eine Anwohnerin beklagte sich denn auch darüber, dass es an diesem Abend wieder nur um den ersten Bauabschnitt ging: "Gezeigt wurde auch nicht der zweite Bauabschnitt, der dreimal so groß wie der erste werden soll." Rösler verwies als Erklärung darauf, dass der Bezirk einen Bauabschnitt nach dem anderen abarbeite. Kein Wort davon, dass auf den Flächen für den zweiten Bauabschnitt aktuell noch etwa 300 Menschen arbeiten, deren Firmen wegen des Bauvorhabens umziehen müssen.

Flüchtlingszahlen umstritten

Dabei ist an dem geplanten Großprojekt an der Osterfeldstraße nicht nur die enorme Flüchtlingsdichte ein Problem. Fraglich ist auch, ob hier nicht für Flüchtlinge geplant wird, die überhaupt nie nach Hamburg kommen werden. Denn wie eine Info-Tafel an diesem Abend zeigte, geht der Bezirk noch davon aus, dass in diesem Jahr weitere 40.000 Flüchtlinge in Hamburg untergebracht werden müssen. Man plant also mit 79.000 Flüchtlingen.

Ob diese Zahlen allerdings je erreicht werden, wird sich bereits dieses Wochenende entscheiden. Aktuell sieht es ja eher danach aus, als ob nach dem EU-Türkei-Gipfel die Grenzen dicht gemacht würden und im Laufe des Jahres diejenigen vermehrt ausgewiesen werden, die im letzten Jahr illegal ins Land gekommen sind. Das würde dann ganz andere Zahlen bedeuten.

Auf diesen Zusammenhang zielte auch die Frage einer Bürgerin, als Antwort erhielt sie allerdings, dass die Wohnungen an der Osterfeldstraße so oder so gebraucht würden, um die aktuell noch in Containern Hausenden in bessere Verhältnisse zu bringen.

Nur in einer vernünftigen Wohnsituation sei Integration überhaupt denkbar, in einer Unterkunft wäre Integration nicht möglich. So jedenfalls der Vertreter von f & w Fördern und Wohnen AöR, der damit gleichsam das völlige Versagen seines Arbeitgebers eingestand. Schließlich ist f & w ja der Betreiber der meisten Unterkünfte und führt sie offensichtlich so schlecht, dass Integration ausgeschlossen ist.

Nach Rösler durfte auch Staatsrat Matthias Kock ein Statement abgeben. Auch er hatte nichts wirklich interessantes zu verkünden.

Choreografie der Veranstaltung

Mittlerweile ist es ja üblich, dass solche Info-Veranstaltungen von den Bezirken minutiös geplant werden. Es wird dabei nichts ausgelassen, was den Bürger hindert, seine Fragen zu stellen. Zu diesem Zweck filmt normalerweise der NDR und schüchtert damit die besorgten Anwohner ein. Fragesteller müssen diese vor laufender Kamera unter Nennung ihres Namens stellen. Später schneidet der NDR das Filmmaterial dann nach Belieben. Meist kommen kritische Fragesteller dabei nicht gut weg.

Aber es geht auch anders. An diesem Abend keine Kameras, die Behörde hat eine neue Vorstellung erprobt. Als Geheimwaffe und Bürgerschreck wurde
Yvonne Nische, Dezernentin für Soziales, Jugend und Gesundheit im Bezirksamt Nord, mit der Moderation beauftragt. Zu ihrer technischen Unterstützung hatte man die Lautsprecheranlage mit sehr viel Hall eingestellt.

Nische blieb es (erneut) vorbehalten, die Bürger schier unendlich zu nerven und zu langweilen. Während eines ihrer Ergüsse verließen nicht weniger als 50 Bürger den Saal, der vorher noch fast bis auf den letzten Platz belegt war. Bestuhlt war angeblich für 700 Menschen, so hatte man die Veranstaltung wenigstens angekündigt.

Nische wusste die schlechten, vermutlich nur für liturgische Zwecke geeigneten Laufsprecher, zu nutzen. Sie nuschelte ins Mikro und war somit (eigentlich muss man sagen: glücklicherweise) kaum zu verstehen. Minutenlang ging das so, zwischendurch hörte man immer wieder kurz eines ihrer Lieblingsworte. War auf der letzten Info-Veranstaltung ihr Lieblingswort noch Player, so hatte sie sich für den heutigen Abend gleich zwei Lieblingsworte herausgesucht: Verständnisfragen und Bleibeperspektive.

Nische hielt im übrigen - orientiert man sich mal an dem einzigen von ihr eingeblendeten Lichtbild - den selben Vortrag wie zuletzt im Bezirksamt. Sie schilderte den geplanten Verlauf der öffentlichen Beteiligung: Nuschel, nuschel, Info-Veranstaltung, nuschel, nuschel, Beirat, nuschel, nuschel, Quartierplanung, nuschel, nuschel, Ehrenamtliche, nuschel, nuschel, Internetseiten, nuschel, nuschel, www noch unbekannt da Ausschreibung noch läuft, nuschel, nuschel, Karte ausfüllen und Email-Adresse eintragen, nuschel, nuschel, bitte nur Verständnisfragen, nuschel, nuschel, seien Sie mal respektvoll, nuschel, nuschel, Bleibeperspektive.

Grauenhaft, das hat im Saal wirklich niemanden interessiert! Vielleicht ausgenommen etwa 50 ehrenamtlich-helfende Lautklatscher, die auf solchen Veranstaltungen gerne als Provokateure unters Volk gemischt werden. Die bereits erwähnte Furie aus der dritten Reihe gehörte offensichtlich nicht zu dem freiwilligen Lautklatscher-Kontingent. Sie wurde vermutlich über die Antifa gebucht, deren Mitglieder manche AfD-Politiker auf Schritt und Tritt verfolgen und gelegentlich mit Torten bewerfen. Alles aber nicht verwerflich, das ist ja Satire.

Bleibeperspektive, Integration und Frustration

Apropos Bleibeperspektive oder wie am Abend parallel benutzt wurde: Flüchtlingsunterkunft mit der Perspektive Wohnen. So ganz nebenbei erfuhren die Eppendorfer, dass die maximal 2.400 Flüchtlinge, die in den Expresswohnungen an der Osterstraße untergebracht werden, dort jeweils nur zwei bis drei Jahre zubringen sollen. Diese Mitteilung schockte natürlich die Bürger. Es sind also nicht "nur" gigantische 2.400 Flüchtlinge in den Stadtteil Eppendorf zu integrieren. Nein, diese Sisyphusarbeit soll sich alle zwei bis drei Jahre wiederholen. In den 15 Jahren, in denen Flüchtlinge an der Osterfeldstraße untergebracht werden, sind das dann zwischen 12.000 und 18.000 Flüchtlingen, an denen sich die Eppendorfer integrativ abarbeiten dürfen. Herzlichen Glückwunsch, das klingt nach einem Hauptgewinn!

Von diesen bis zu 18.000 Migranten werden etwa 40 Prozent alleinstehende Männer sein - also über die Jahre zwischen 4.800 und 7.200 Männer, für deren Bedarfe (das Wort ist Behördenslang) optimal gesorgt werden muss. Diese Männer werden, da die Wohnungen jeweils für etwa fünf Personen ausgelegt sind, in einer Art Wohngemeinschaft - de facto also in einer Unterkunft - leben. Wie sagte noch der Redner von f & w? Richtig: "In einer Unterkunft ist Integration nicht möglich!"

Darüber hinaus, hat der Bezirk auch für die Befriedigung der Bedarfe der 60 Prozent Familien (also über die gesamten 15 Jahre bis zu 10.800 Menschen) nicht wirklich einen Plan.

Wie sollen all diese Menschen integriert werden? Wer bringt ihnen überhaupt erst mal die deutsche Sprache bei? Auf den Schautafeln von f & w, die an diesem Abend gezeigt wurden, nur Floskeln: ABC; Mann, Frau und zwei Kinder; Frauen sind gleichberechtigt... Wo sollen solche Menschen, bei denen man offensichtlich buchstäblich bei Null anfangen muss, zumindest wenn man den Schautafeln traut, denn jemals Arbeit finden?

Und viele Ehrenamtliche sind jedenfalls jetzt schon von dieser ihnen abverlangten Integrationsarbeit entnervt. Eine Besucherin der Veranstaltung: "Die Dame neben mir war als Freiwillige am Hauptbahnhof und in der Papenreye tätig und hat neben viel Zeit auch Geld in die Versorgung der Flüchtlinge gebuttert. Auf eine Anerkennung oder vielleicht ein Danke wartet sie noch heute und hat sich frustriert aus der Hilfe zurückgezogen, nachdem die wochenlange Belastung zu viel für sie wurde."

Infrastruktur Fehlanzeige

Da der Bezirk tatsächlich bislang noch nichts Konkretes bezüglich der Integration geplant hat, er also naiv der Dinge harrt die da auf uns alle zukommen, ist Schlimmstes zu befürchten. Im Grunde weiß der Bezirk nur, dass er an der Osterfeldstraße Expresswohnungen für 2.400 Menschen bauen möchte. Alles andere lässt man beinahe Gott ergeben auf sich zukommen.

Start-ups

Wichtige Details sind noch nicht geplant: Wer unter den Lokstedt-online-Lesern also eine der drei benötigten Kitas gründen möchte, möge sich bitte beim Bezirk melden.

Die Verantwortlichen planen die Kitas nämlich nicht mit in das Bauvorhaben ein. Man ist lieber so optimistisch, dass das der freie Kita-Markt schon regeln werde. Gleich drei Standorte für Kitas in der Nähe müssten gefunden werden. Angeblich verhandelt man auch schon mit einem Interessenten.

Wie kann das aber sein? Woher will der Betreiber die Räumlichkeiten nehmen? Die Kinderstube Lokstedt etwa, ein Stück Lokstedt seit 30 Jahren, sucht dringend ein neues Zuhause - und findet bisher kein neues Dach über dem Kopf. Aufrufe in der Presse (Niendorfer Wochenblatt, Bericht im NDR und bei Lokstedt online) haben bisher keinen Erfolg gebracht. Die Gründung scheint also nicht das Problem zu sein, eher die Frage wo gibt es einen Standort. Aber wer weiß, vielleicht findet sich ja nur für eine normale Kita kein Standort? Vielleicht ist ja die Gründung einer Flüchtlingskinder-Kita lukrativer und rechtfertigt höhere Mietezahlungen?

Es gibt aber noch weitere Möglichkeiten für Start-ups, die sind allerdings nicht ganz so lukrativ wie eine Kita. Wenn Sie zum Beispiel einen Treffpunkt aufmachen möchten, damit die Flüchtlinge nicht in die teueren Eppendorfer Cafés gehen müssen, bitte melden Sie sich beim Bezirk.

Und auch falls Sie über Räumlichkeiten verfügen, können Sie sich an f & w wenden. Es fehlen nämlich noch die 300 Quadratmeter Gemeinschafts- und Schulungsräume - die wurden bei der Planung des Vorzeigeprojekts schlicht weg vergessen. Dem Architekten des ersten Bauabschnitts Jens Heitmann platzte jedenfalls fast der Kragen, als er in einer "Verständnisfrage" - nur diese waren ja zulässig - aufgefordert wurde, die Gemeinschaftsräume auf den Bauplänen zu zeigen.

Dem Auftritt des Architekten aus dem Architektenbüro HeitmannMontœfarArchitekten fehlte es im übrigen an jeglicher Souveränität. Eine Besucherin: "Nachdem der Architekt auf Nachfrage die Belastung des Bodens bestritt, war bei mir völlig der Ofen aus und ich bin nach Hause gegangen."

Warum all der Aufwand?

Der Bürger fragt sich natürlich, warum angebliche Kriegsflüchtlinge die in Deutschland Schutz suchen, zumeist nicht arbeiten und nach Kriegsende ohnehin in ihre Heimat zurück kehren sollten um dort beim Wiederaufbau zu helfen, ihre Kinder während der Zeit ihres Aufenthalts in Deutschland unbedingt in eine Kita bringen müssen. Man fragt sich mittlerweile überhaupt so manches! Und immer mehr wird klar, nicht die Flüchtlinge nerven, es ist die Art, wie die Verwaltung mit den sich daraus ableitenden Problem umgeht, Dinge verheimlicht und den Steuerzahler wahlweise bevormundet oder hinters Licht führt.

Doch warum also dies alles? In Wahrheit muss tatsächlich viel Geld in die Hand genommen werden, damit diese Leute beschäftigt und ruhig gestellt werden - sie arbeiten ja nicht. Vergleichen wir das einmal mit der Lenzsiedlung im Süden Lokstedts und schauen einmal, was dort alles aus ähnlicher Intention unternommen wird. Grundsätzlich eine vergleichbare Situation, in der Lenzsiedlung leben 3000 Menschen aus über 60 Nationen. Trotzdem ist die Siedlung keine No-go-Area, denn in der direkten Umgebung gibt es zwei Grundschulen, eine Stadtteilschule und die Osterstraße. Direkt vor Ort ist ein Bürgerhaus, ein Jugendhaus, der Sportverein Grün-Weiß Eimsbüttel, ein Kinderclub, das Café Veronika, zwei riesige Spielplätze, Grünanlagen, eine U-Bahn-Station...

Chaos mit heißer Nadel gestrickt

Scheinbar ahnen die Verantwortlichen im Bezirk Nord noch gar nicht - vermutlich mangels Erfahrung - welchen sozialen Sprengstoff sie mit ihrer Großsiedlung in den Stadtteil bringen. Gefährlich, gefährlich, 2.400 Flüchtlinge so einfach im infrastrukturschwachen Niemandsland zwischen Lokstedt und Eppendorf auszusetzen. Ein E-center, ein Aldi und zwei Tankstellen, das ist im Moment alles, was der Standort zu bieten hat - und ich behaupte mal, nicht jedes dieser Geschäfte ist glücklich über die neuen Kunden. Eine Besucherin der Veranstaltung: "Meiner Meinung nach steuert der Bezirk auf ein Chaos zu, sehenden Auges."

Nun gut, das macht auch keinen Unterschied. Blind oder sehenden Auges, das Chaos ist vorprogrammiert und man bekommt als Bürger den Eindruck, in der Osterfeldstraße geht es nur um den Profit für die Bauherren. Für den ist gesorgt, auch wenn oder gerade weil der Mietvertrag noch nicht fertig verhandelt wurde. Leider könne man - vermutlich nur aus diesem Grund - nichts über die Miethöhe sagen, so Rösler an diesem Abend auf die Frage eines Besuchers, der wissen wollte ob die MIete einen Flüchtlingszuschlag beinhalte.

Je länger der Abend dauerte, desto mehr wurde klar, warum die Moderatorin fast zwei Stunden lang nur "Verständnisfragen" zugelassen hatte. Wer solch ein gigantisches Projekt, das dermaßen mit der heißen Nadel gestrickt wurde, vorstellen soll, kann eines ganz bestimmt nicht brauchen: Fragen kritischer Bürger.

Die Veranstaltung blieb in sofern um Lichtjahre hinter der Erwartung der Bürger zurück. Völlig unverständlich, dass es auf den Info-Veranstaltung in der Regionalversammlung im Januar immer wieder hieß: "Kommen Sie am 29.02.2016 in die St. Nikolaikirche, da werden alle Fragen beantwortet". Nix da, die Fragen durften nicht mal gestellt werden, geschweige denn durfte man als Bürger erwarten ernst genommen zu werden oder gar eine vernünftige Antwort zu hören.

Schreiben Sie zu diesem Thema einen Leserbrief!

© Lokstedt-online 04.03.2016