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Wohnungsbaufolgekosten

Ohne Infrastruktur kein Wohnquartier

Die Hamburger Wohnungsbauoffensive verlangt von den Bezirken jährlich den Bau von 6.000 neuen Wohnungen. Das Wohnungsbaufolgekosten-Programm soll entstandene Flurschäden beheben, verärgert aber auch manchen Anwohner. Bezirksamtsleiter Sevecke rät Politikern, solche Bürger-Proteste zu ignorieren.

Am 29.08.2014 war den Mitarbeitern des Bezirksamts Eimsbüttel zum Feiern zumute. Zur Eröffnung eines Spielplatzes wurde gemeinsam mit Kindern, Nutzern der Parkanlage und Anwohnern gegrillt. Anlass war die Fertigstellung des ersten Bauabschnitt des Projekts „Aufwertung der vorhandenen Grünflächen in Lokstedt-Süd“. 384.000 Euro hatte der Bezirk ausgegeben, um damit die Wegeverbindung zwischen Emil-Andresen-Straße und Stresemannallee „nachhaltig aufzuwerten“.

Lokstedt-Süd

Insgesamt 1,6 Millionen aus dem Wohnungsbaufolgekosten-Topf wird der Bezirk Eimsbüttel in den nächsten Jahren in Lokstedt-Süd verbraten. Profitieren soll davon ein ringförmiger Grüngürtel im 90 Hektar großen Plangebiet, dass von den Straßen Julius-Vosseler-Straße, Vizelinstraße, Stresemanallee, Grandweg, Bei der Lutherbuche und der Vogt-Wells-Straße begrenzt wird.

Genau genommen handelt es sich also um Lokstedt-Süd ohne die Lenzsiedlung. Doch auch ohne diese ist die Bevölkerungsdichte im Plangebiet mit 10.234 Einwohnern pro Quadratkilometer mehr als doppelt so hoch wie im restlichen Lokstedt. Kaum zu glauben, aber in diesem Quartier rund um die Emil-Andresen-Straße wohnt mittlerweile ein Drittel der Lokstedter Bevölkerung.

Diese hohe Bevölkerungsdichte ist eine Folge der starken Nachverdichtung in den letzten 10 Jahren: Zunächst wurde an der Max-Tau-Straße 380 Wohnungen errichtet, jüngst das Vorzeigeoprojekt Lokstedt 360° fertiggestellt. Um die dicht an dicht angeordneten 233 Wohnungen zu errichten, wurden Bäume gefällt, in denen einst Zwergfledermäuse und Braune Langohren lebten (siehe Lokstedt online vom 18.02.1013).

Und es ist noch lange nicht Ende mit der Verdichtung. An der Stresemannallee und am Lokkoppelweg wurden aktuell mehrere kleinere Bauvorhaben realisiert und im Rimbertweg steht ein Neubau der Schiffszimmerer-Genossenschaft vor der Fertigstellung. Besonders brisant hier: Diese Wohnungen wurden auf ehemaligen Parkplätzen gebaut, die den Genossen gekündigt wurden. Die allabendliche Suche nach Parkmöglichkeiten im Quartier bereitet den Anwohnern nun immer größere Probleme (siehe Lokstedt online vom 25.12.12).

Wohnungsbaufolgekosten-Programm

Unter dem Motto „Ohne Infrastruktur kein Wohnquartier“ sollen
solche Kollateralschäden des Wohnungsbauwahnsinns nun durch das Wohnungsbaufolgekosten-Programm abgemildert werden. Im Haushaltsplan der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt heißt es: „Im Rahmen der Wohnungsbauoffensive des Senats sollen jährlich 6.000 neue Wohnungen in Hamburg geschaffen werden. Für die Schaffung von Planrecht zur Beschleunigung des Wohnungsbaus sowie für die Umsetzung der mit der Entwicklung von Wohngebieten verbundenen erforderlichen Investitionen der sozialen Infrastruktur (Neubau, Qualitätsverbesserung von Grünanlagen, Spielplätzen und sonstigen Freiräumen) sind Mittel in diesem Infrastrukturtitel vorgesehen, um diese den Bezirken bedarfsgerecht zur Verfügung stellen zu können.“

Und der Bezirk nimmt diese Gelder gerne, selbst wenn er nicht weiß, was er sinnvolles damit anfangen könnte. Im Protokoll des Regionalausschusses Lokstedt vom 09.09.2013 heißt es: „Die Haushaltsmittel sind von der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt zur Verfügung gestellt worden, da in Lokstedt zurzeit eine starke Verdichtung der Wohnbebauung erfolgt und zusätzliche Grünflächen aufgrund fehlender Flächen nicht geschaffen werden können. Die Mittel sollen daher für eine Aufwertung der vorhandenen Grünflächen eingesetzt werden.“

Erster Bauabschnitt

Diese Aufwertung scheint, traut man dem Niendorfer Wochenblatt, im ersten Bauabschnitt gelungen: „An der Stresemannallee in Lokstedt entstand ein schmuckes Kinderparadies mitten im Grünen.“ Und Bezirksamtsleiter Torsten Sevecke, der den Spielplatz feierlich eröffnete, freute sich über einen „gelungenen Spielplatz mit hohem Wiedererkennungswert“, so das Wochenblatt weiter. Und tatsächlich ist der Spielplatz mittlerweile auch gut besucht.

Der zweite Bauabschnitt

Die Eröffnungsfeier des Spielplatzes an der Stresemannallee war gleichzeitig aber auch die erste Informationsveranstaltung zum zweiten Bauabschnitt -dies wirkte auf der Spielplatzeröffnung allerdings etwas deplatziert. Genau genommen ging die Informationsveranstaltung in den Feierlichkeiten unter.

War das Absicht? Denn die Planungen bergen zumindest einigen Sprengstoff. Und wer etwa aus den Wohnquartieren rund um die Emil-Andresen-Straße zur Spielplatzeröffnung gekommen war, dem blieb die Grillwurst bei der Betrachtung der Pläne im Halse stecken. Schnell machte dann auch unter den Anwohnern der Emil-Andresen-Straße die Neuigkeit die Runde: Mitten in unsere Parkanlage hinein soll ein Bolzplatz mit Gummibelag und Fußballkäfig entstehen!

Doch konnte diese Mitteilung die Anwohner wirklich überraschen? Heißt es doch bereits in der Begründung zum Bebauungsplan Lokstedt 50 aus dem Jahre 2003: „Auf dem Flurstück 1943 wird auf einer ca. 2400 qm großen Fläche ein öffentlicher Spiel- / Bolzplatz der Freien und Hansestadt Hamburg ausgewiesen. Auf der westlichen Seite ist ein Spielplatz und auf der östlichen Hälfte ein Bolzplatz mit Ballfang für größere Kinder ausgewiesen. Diese Spielflächen dienen der Bedarfsdeckung der durch die im näheren Umfeld neu entstehende Bebauung anwachsende Bevölkerung.“

Wie im Bebauungsplan Lokstedt 50 vorhergesagt, ist die Bevölkerung stark angewachsen. Nun ist es an der Zeit, die Infrastruktur nachzubessern. Nachhaltig aufgewertet werden soll nun also im zweiten Bauabschnitt die Grünverbindung mit Kleingärten von der Emil-Andresen-Straße bis zur Julius-Vosseler-Straße / Döhrnstraße. Betroffen sind die Wege und Freiflächen entlang der Schillingsbek. Und der bereits erwähnte Bolzplatz ist das Herzstück der Planungen.

Modeerscheinung Bolzplatz

Doch passt diese Planung überhaupt zur sozialen Situation vor Ort? Die Alterstruktur der Anwohnerschaft gibt uns einen Hinweis: Im gesamten Bereich Lokstedt-Süd, der im ersten Bauabschnitt mit einem Spielplatz und im zweiten mit einem Bolzplatz nachhaltig aufgewertet werden soll, leben gerade einmal 432 Kinder im besten Bolzplatzalter zwischen 6 und 12 Jahren. Das sind weniger als 5 Prozent der Bevölkerung. Während sich mehr als 56 Prozent der Bevölkerung im besten Hundeausgeh-Alter von über 40 Jahren befinden. Bei diesen Zahlen fragt man sich unwillkürlich: Warum eigentlich ein Bolzplatz?

Für manche Politiker scheint das Wort Bolzplatz eine wahre Magie auszustrahlen. Das war es wohl, was sie sich in ihrer Kindheit gewünscht hätten. Für den Rest der Politiker scheint es sich hingegen so zu verhalten: Wenn man infolge von Konzept- und Ideenlosigkeit nicht weiß, wie man öffentliche Gelder sonst verschleudern, wie man eine Wiese „nachhaltig“ vernichten oder aber wie man zukünftige Wähler mit seiner ansonsten phantasielosen Politik begeistern könnte, dann muss ein Bolzplatz her.

Es fragt sich allerdings, was die 216 Mädchen im Gegenzug bekommen. Eine Pferdewiese?

Wenn diese Modeerscheinung sich fortsetzt, gibt es in Lokstedt bald keinen Spielplatz mehr ohne Bolzplatz. Man findet sie mittlerweile am Deelwisch, im Von Eicken-Park und im Park An der Lohbek. - allerdings werden sie so gut wie nie genutzt. Einzig der Bolzplatz in der Lenzsiedlung wird genutzt. Dies ist aber auch den Wohnverhältnissen vor Ort geschuldet. In der Hochhaussiedlung gibt es natürlich viel mehr Kinder und vermutlich auch einige arbeitslose Jugendliche, die gerne mal auf dem Bolzplatz abhängen.

Bürgerbeteiligung

Nach dem allseits gelobten ersten Bauabschnitt glaubte der Bezirk vermutlich, er könne die Bürgerbeteiligung für den zweiten Bauabschnitt en passant erledigen. Man wollte es sich denkbar einfach machen: Ein paar Schautafeln auf dem Grillfest und am 16. September noch die Beteiligung von Kindern- und Jugendlichen bei der Planung des Bolzplatzes.

Doch nach Schätzungen der „Bürgerinitiative für den Erhalt der Max-Tau-Wiesen“ waren auf der im September improvisierten Veranstaltung auf den Max-Tau-Wiesen etwa 25 Erwachsene und 4 Jugendliche anwesend. Jan Kingsley von der Bürgerinitiative beklagt sich jedenfalls noch heute über diese Veranstaltung. Es seien Anregungen aus der ersten Bürgerbefragung ignoriert worden und die Ideensammlung auf einem Flipchart vernichtet. Es seien somit nur Aspekte in die Planungen übernommen worden, die dem Planungsbüro und dem Bezirksamt zusagten. Aus diesem Ärgernis habe sich letztlich seine Initiative gegründet.

Dass die Befragung dieser wenigen Jugendlichen vor Ort wenig repräsentativ war, dämmerte dann auch den Mitarbeitern der Abteilung Stadtgrün. Eine weitere Veranstaltung musste her. Am 08.10.2014 sollten die Anwohner sich zwischen drei Bolzplatz-Varianten entscheiden. „Von wegen Beteiligung! Es gab hier zwei Veranstaltungen. Bei der ersten konnten wir eigene Ideen einbringen. Bei der zweiten ging es nur noch um die Frage großer Bolzplatz, mittlerer Bolzplatz oder kleiner Bolzplatz. Das ist undemokratisch!“, so Kingsley.

Die Mitglieder der Initiative sehen diese sogenannten Informationsveranstaltungen als Alibi-Veranstaltungen. Völlig unverständlich sei, dass die „Ergebnisse" der Bürgerbefragung dann - obgleich sie ohne repräsentative Bedeutung waren - politisch benutzt wurden. In der Ankündigung zur Sitzung des Regionalausschusses am 08.12.2014 wurde von der „Mehrheit der Beteiligten“ gesprochen, ohne diese Mehrheit faktisch nachzuweisen zu können.

Gibt es Grenzen der Bürgerbeteiligung?

Im Gegensatz zu den Behördenmitarbeitern geht die Bürgerinitiative davon aus, dass 80 Prozent der Anwohner gegen einen Bolzplatzkäfig sind.

Doch das ist dem Bezirk offensichtlich völlig egal. Und er erhält von seinem Amtsleiter Rückendeckung. Im Gespräch mit der Welt und dem Hamburger Abendblatt wettert Torsten Sevecke gegen die Anwohner der Max-Tau-Straße. Er wirft ihnen vor, „Partikularinteressen“ zu vertreten und das „Gemeinwohl“ dabei nicht zu berücksichtigen. Bei „kleinen und kleinsten Bauprojekten“, da seien „die Grenzen der Bürgerbeteiligung erreicht…Das sind Interessen einer Kleingruppe und die müssen hinter dem Allgemeinwohl zurückstehen. Der Spielplatz wird gebraucht.“

Was Allgemeinwohl ist und ob ein Bolzplatz gebraucht wird, so etwas entscheidet Sevecke höchstpersönlich. Schließlich gebe es das „Prinzip der repräsentativen Demokratie“ und die würde ausgehebelt, wenn Politiker solchen Protesten nachgeben würden.

So ganz nebenbei wird aus diesen Äußerungen Seveckes zum Jahreswechsel klar, dass die mangelhafte Bürgerbeteiligung im Bezirk Eimsbüttel, die von vielen Bürgern beklagt wird, Methode hat.

Das Ende der repräsentativen Demokratie?

Natürlich entscheiden Politiker während ihrer Amtszeit eigenverantwortlich. Aber sie sollten dabei nicht vergessen, dass sie ihre Wähler eben nur auf Zeit „repräsentieren“ und nicht bevormunden sollten. Denn die Folge solcher Bevormundung: Es hat ein starker Vertrauensverlust der Bürger in die Politik eingesetzt und es zeichnet sich mehr und mehr ab, dass die „repräsentative Demokratie“ aktuell dabei ist, sich mit solchen antiquierten Auffassungen selbst abzuschaffen.

Die Bürger verlangen statt dessen nach mehr Transparenz und eine direktere Form der Politik. Der Umweg über gewählte Politiker macht für sie in der heutigen Informationsgesellschaft wenig Sinn. Gut informierte Bürger wollen zumindest „bei kleinen und kleinsten Bauprojekten“ selbst entscheiden.

Kocksche Wiese

Und gerade bei diesen Entscheidungen sind die Anwohner, insbesondere wenn sie vor Ort aufgewachsen sind, oft besser informiert als die Politiker im Bezirk. Eine Leserin schreibt uns dazu in diesen Tagen: „Ist Ihnen bekannt, wo man für diese Bürgerinitiative noch Unterschriften abgeben kann? Unser Stadtteil wird immer mehr verbaut. Vor 18 Jahren war das gesamte Gebiet der Max-Tau-Straße noch eine Pferdewiese wo meine Tochter das Reiten lernen sollte. Ich finde das alles sehr schade.“

Während manche der uns „repräsentierenden“ Politiker, wie etwa der Bezirksamtsleiter, ihre Jugend im Hamburger Osten verbrachten, erinnern sich viele unserer Lokstedter Leser noch an die Kocksche Wiese nahe dem Lokstedt Wäldchen, weil sie dort in ihrer Jugend im Reitstall Ketelsen auf New Forest Ponys erste Erfahrungen im Sattel gesammelt haben.

Und die Lokstedter Bürger erinnern sich natürlich auch an das bittere Ende: Die brachliegende Wiese hatte nämlich seit 1972 immer wieder Begehrlichkeiten geweckt. So heißt es bei Horst Grigat in seinem Buch Hamburg-Lokstedt, es seien 260 Wohnungen im Gebiet zwischen Julius-Vosseler- und Emil-Andresen-Straße geplant: Das „Areal liegt in der Nähe der U-Bahn Hagenheck und damit recht verkehrsgünstig … noch im folgenden Jahr sollten die ersten 210 neuen Wohnungen fertiggestellt werden.“

Im Sommer 1997 schließlich erfolgte nach langen Verhandlungen der Verkauf der geräumten Wiese an das Wohnungsbauunternehmen Behrend. Bereits ein Jahr später lag der Bebauungsplan Lokstedt 50 öffentlich aus. Geplant: Der Bau von rund 380 Wohnungen auf den Kockschen Wiesen. „Vorgesehen waren Tiefgaragen, 600 - 800 qm Ladenflächen und ein Rückhaltebecken mit viel Grün, das 60 Prozent der Gesamtfläche ausmachen sollte“, so Grigat.
Entstanden ist ein Wohngebiet und die Max-Tau-Straße. Der kleine Überbleibsel der Kockschen Wiese wurde zu den heutigen Max-Tau-Wiesen.

Um diese im Bebauungsplan zugesagten 60 Prozent Grünfläche handelt es sich also bei dem zweiten Bauabschnitt des Projekts „Aufwertung der vorhandenen Grünflächen in Lokstedt-Süd“. In den Bäumen dieser Wiesen haben die letzten durch das Projekt Lokstedt 360° vertriebenen Zwergfledermäuse und Braune Langohren Zuflucht gefunden.

Die Lokstedter Bevölkerung ist zu recht verärgert, dass nun ein Teil dieser Grünfläche ausgerechnet für den unsinnigen Bau eines Bolzplatzes mit einem Gummibelag versiegelt werden soll. Vier Meter hoch soll der Käfig um den Bolzplatz werden, gut dass die Fledermäuse über Echoortung verfügen.

Die Hamburger Morgenpost textet passend: „Gummiboden statt grüner Wiesen, Zäune statt Bäume.“

Partikularinteressen?

Am 23.11.2014 trafen sich daher mehr als 50 wütende Mitglieder der „Bürgerinitiative für den Erhalt der Max-Tau-Wiesen“ zu einer ersten Vollversammlung. Im Protokoll der Sitzung heißt es: „In den Max-Tau-Wiesen hat die Natur im Zusammenwirken mit alten Obstbäumen, beerenreichen Hecken und saftig grünen Wiesen ein Areal mit natürlichen Ressourcen geschaffen, das von Anwohnern und Bürgern einschließlich Kindern sehr geschätzt und geliebt wird. Unser Anliegen ist, diese natürlichen Ressourcen in diesem Gebiet zu erhalten und zu pflegen. Nach unserer Meinung lässt sich der Erhalt der Max-Tau-Wiesen durchaus mit vielseitigen zusätzlichen Spielangeboten für Kinder vereinbaren, welche wir ausdrücklich befürworten. Dabei darf der hohe Wert der heutigen grünen Spielwelt aber nicht vergessen werden!“

Durch die Bolzplatz-Pläne der Behörde drohe der zentralen Wiese die Zerstörung. Die Anwohner verstehen nicht, warum die Bolzplätze an Schulen und Kitas in der Umgebung nicht ausreichen.

Der Sportplatz nebenan

Das Ganze sei um so unverständlicher, zumal in 200 Meter Entfernung eine als Sportplatz ausgewiesene Fläche im Besitz der Hansestadt ist. Sie wird derzeit als Hockeyplatz vom TV Lokstedt und von Eintracht Lokstedt genutzt und im Gegenzug von den Vereinen gepflegt. Die meiste Zeit ist der Sportplatz aber ungenutzt und mit einem dicken Schloss versperrt. Im Protokoll der Vollversammlung heißt es dazu: „Es gibt hier ein echtes Bolzangebot direkt vor der Tür, welches durch ein großes Maß an Zuständigkeitsdiskussionen den Anwohnern nicht zugänglich gemacht wird, obwohl sich die Fläche im Besitz der Stadt befindet.“

Es scheint die Pflege der öffentlichen Anlagen das Hauptproblem zu sein. Die öffentliche Sportfläche überlässt der Bezirk den Sportvereinen, da die diese Fläche pflegen. Im öffentlichen Park möchte der Bezirk nun einen beträchtlichen Teil der Fläche in einen wenig pflegeintensiven Bolzplatz mit Gummibelag umwandeln.

Vielleicht sollte man sich etwas überlegen, wie man diesen Knoten zerschlägt. Anstatt den Etat für den zweiten Bauabschnitt zu verbraten - eine Grillparty wird es zur Eröffnung des Bolzplatzes aus naheliegenden Gründen kaum geben - sollten die Gelder in einen Fond zur nachhaltigen Pflege der Grünanlagen und der bislang an die Vereine verpachteten Sportflächen angelegt werden. Dann wäre allen Beteiligten gedient. Die Kinder könnten sich den Bolzplatz mit den Sportvereinen teilen und die Generation Ü 40 behält ihren Park.

Und auch die Kinder könnten weiterhin im Park spielen. Ist nicht das Symbolbild Lokstedts das grüne Lokstedt. Sollte unsere Kinder nicht in der Natur aufgewachsen. In öffentlichen Grünanlagen Indianer oder Verstecken spielen, dort Blumen und Beeren pflücken, nach Insekten und Blüten beobachten und Natur hautnah erleben. Und schließlich, auch auf einer Wiese kann man Fussball spielen. Dafür braucht man keinen Gummibelag.

Handlungskonzept Grünzug Lokstedt
B-Plan Lo 50
Begründung zum B-Plan Lo 50

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© Lokstedt-online 11.01.2015