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Bebauungsplan-Entwurf Lokstedt 62

Wohnbebauung derzeit nicht zulässig

Das schwer belastete ehemalige Betriebsgrundstück der Firmen Herrmann Wellmann und J.H. Burmeister in der Süderfeldstraße soll aufwendig saniert werden. Burmeister plant, die ehemalige Grubendeponie anschließend mit 600 Wohnungen zu bebauen.

Viele Lokstedter werden sich noch daran erinnern, dass man auf der Ecke Wiben-Peter-Straße / Corveystraße, dort wo heute der Sportplatz des Gymnasiums ist, bis zu 16 Meter tief in die Erde blicken konnte.

Jahrzehnte lang war dort, wie an vielen Stellen in Lokstedt, Sand abgebaut worden. Von 1935 bis 1976 wurde die Grube dann wieder mit fast einer halben Million Kubikmeter Bodenaushub, Bauschutt, Gewerbe-, Haus- und Sperrmüll verfüllt.

Hauptproblem heute, die im Rahmen biochemischer Abbauprozesse entstehenden Deponiegase Methan und Kohlendioxid. Beim natürlichen Entweichen dieser Gase aus dem Boden besteht kaum Gefahr für die Anwohner, zumal weite Teile des Geländes versiegelt sind.

Wird das Gelände aber zukünftig zu Wohnzwecken genutzt, wie es der Bebauungsplan-Entwurf Lokstedt 62 vorsieht, ändert sich die Lage dramatisch.

So räumt Anja Nebelsiek vom Amt für Umweltschutz, Bodenschutz / Altlasten ein, dass die Altablagerung auf dem Gelände Süderfeldstraße nicht mit dem Offakamp zu vergleichen sei.

„In der Altablagerung Süderfeldstraße (wurde) in Teilbereichen ein zum Teil hohes  Deponiegaspotential nachgewiesen. Die Kohlendioxid- und vor allem auch die Methangehalte liegen in einer Größenordnung, die eine Wohnbebauung derzeit nicht zulässt.“
Die Besitzer des Geländes sind daher gezwungen vor Beginn der Baumaßnahmen aufwendige Gassanierungsmaßnahmen durchzuführen.

Die Bürger aus der näheren Umgebung haben sich bereits in der Initiative „Kein Lokstedt 62!“ organisiert. Sie befürchten eine Gesundheitsgefährdung der Anwohner durch während der Sanierungsphase austretende Deponiegase.

Doch sind möglicherweise austretende Gase nicht der einzige Kritikpunkt an dem umstrittenen Bauvorhaben. Die Bewohner plädieren für eine der gewachsenen Umgebung angepassten und dem geltenden Baurecht entsprechenden Bebauung des Geländes. Statt der geplanten 600 Wohnungen dürften nach ihrer Auffassung nur etwa 220 Wohnungen entstehen. Zumal auch die Verkehrsinfrastruktur schon heute in dem Quartier nicht ausreicht.

www.hamburg.de
www.hamburg.de/infoblatt
www.abendblatt.de

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© Lokstedt-online 24.07.2013