Urban Gardening

Im Beet sind alle gleich

Die Keimzelle der urbanen Landwirtschaft kommt aus den Megastädten dieser Erde. Unaufhaltbar wachsende Städte infolge der Landflucht der ehemals bäuerlichen Bevölkerung, die - in den Elendsquartieren gestrandet - den Hunger und die Lebensmittelknappheit durch die landwirtschaftliche Nutzung städtischer Flächen in ihrem direktem Umfeld bekämpft.

Die Fraktion der Grünen in der Bezirksversammlung möchte nun diesem Beispiel folgen und das mittlerweile unter dem trendigen Begriff Urban Gardening gesellschaftsfähig gewordene kleinteilige bewirtschaften öffentlicher Flächen in Eimsbüttel einführen.

In einer Pressemitteilung heißt es dazu: "Mitte hat sie, Altona hat sie, auch in Eimsbüttel soll dafür Platz sein: Für Menschen, die gemeinsam Pflanzen ziehen, ernten, zubereiten und essen, kurz Urban Gardening. Auf Antrag der Grünen in der Bezirksversammlung Eimsbüttel wird sich die Verwaltung daher nun auf die Suche nach Flächen machen, die sich für Urban Gardening-Projekte eignen."

Dabei sehen die Grünen das Urban Gardening als hippe Alternative zu den traditionellen Kleingärten, für die es in der wachsenden Stadt zunehmend weniger Raum gibt. In der Pressemitteilung heißt es dazu: "In Eimsbüttel gibt es bisher ein reges Kleingartenwesen und Grünpflegepatenschaften, beides ist aber mit Zugangshürden und strengen Verpflichtungen verbunden. Urban Gardening zeichnet sich dadurch aus, dass jeder Mensch einfach vorbeikommen und sich einbringen kann, je nach dem wie viel Zeit er hat."

"Urban Gardening-Angebote sind für das hochverdichtete Eimsbüttel eine Bereicherung und steigern hier die Lebensqualität, da sie einen Zugang zur Natur ermöglichen, der in der Stadt nicht so einfach zu finden ist.“, ergänzt Marion Klabunde, Mitglied im Ausschuss für Grün, Umwelt und Verbraucherschutz. Zudem bringe Urban Gardening Menschen über soziale und kulturelle Grenzen hinweg zusammen. Sie könnten dort von einander lernen und sich gegenseitig unterstützen, egal ob Teenie, Rentner, Hausmeister oder Zahnärztin, im Beet seien alle gleich.

Fragt sich allerdings, wo die Grünen die Potentialflächen im Bezirk Eimsbüttel auftreiben wollen. Wo es selbst für die Unterbringung von Asylbewerbern nur Müllhalden zur Verfügung stehen.

www.galeimsbuettel.de

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© Lokstedt-online 27.04.2013