Bauarbeiten am Airport Hamburg

Ruhige Grillabende in Lokstedt

Der Schmuggelstieg am Ochsenzoll erinnert daran, dass die Tarpenbek seit Menschengedenken ein Grenzfluss war - heute grenzt hier allerdings nur noch Schleswig-Holstein an die Hansestadt Hamburg. In diesem Sommer aber verursacht die Tarpenbek einen anderen Grenzverlauf: den zwischen laut und leise.

Auf dem relativ langen, oft idyllischen Weg, den der Bach von Harksheide bis zum Eppendorfer Mühlenteich zurücklegt, quert er beide Landebahnen des Hamburger Flughafens. Als vor 50 Jahren die Start- und Landebahn 05/23 (Langenhorn / Niendorf) angelegt wurde, wurde die Tarpenbek durch zwei Tunnelröhren unter den Bereich des Startbahnendes Niendorf hindurchgeleitet.

Nun haben Taucher in diesem Bereich im Rahmen einer Routineüberprüfung Risse in den Tunnelröhren entdeckt. Da auch der Betonbelag der Piste Schäden aufweist, ist die Tragfähigkeit der Landebahn nicht mehr gewährleistet.

So wurde denn aus der Start- und Landebahn 05/23 eine reine Startbahn. Bis zum Abschluss der notwendigen Sanierungsarbeiten im September landen keine Flugzeuge mehr aus Richtung Elbe, Stellingen, Lokstedt und Niendorf.

Es sind allerdings ohnehin nur 20 landende Flugzeuge pro Tag, die über diese Richtung hereinkommen. "Landungen über Niendorf erfolgen bei Ostwinden. Bei Westwinden, wie sie üblicher sind, landen die Maschinen ohnehin über Langenhorn", sagt die Flughafensprecherin Stefanie Harder.

Als Vorbereitung auf die umfangreichen Sanierungsarbeiten wurde die Bahn 05 bereits in der vergangenen Woche um etwa 800 Meter von 3300 Metern auf 2500 Meter verkürzt. Gestartet kann allerdings auf der verkürzten Startbahn 05 noch werden, da die Maschine schon einige Hundert Meter vor Querung der Tarpenbek abheben.
Für die Menschen in Lokstedt und Niendorf wird es in diesem Frühjahr und Sommer ruhiger als sonst, in Langenhorn und Alsterdorf dagegen lauter. Denn die über Lokstedt und Niendorf ausfallenden Landungen kommen nun zusätzlich über Norderstedt, Langenhorn und Alsterdorf herein.

Nicht wenige Anwohner der Einflugschneise in Lokstedt und Niendorf freuen sich bereits auf ruhige Grillabende in ihrem Garten.

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© Lokstedt-online 19.04.2013