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Erste Hilfe

Mund-zu-Maul-Beatmung

Am letzten Dienstag konnte man sich in der neuen Praxis des Kompetenzzentrums Kleintiermedizin umfassend über Erste-Hilfe-Maßnahmen bei Haustieren informieren. Die Tierärztinnen Valeska Furck und Alexa Jötzke vermittelten in einem anschaulichen und gut verständlichen Vortrag Notfall-Maßnahmen um Tierbesitzer für den Fall der Fälle vorzubereiten.

Wie oft passiert es, dass ein Tier sich bei einem Spaziergang verletzt, in der Weihnachtszeit die geliebte Schokolade vom Tisch stibitzt, die Katze das Lametta vom Weihnachtsbaum verputzt, der Hund beim Sonnenbaden einen Kreislaufkollaps erleidet oder sich bei einer Rauferei eine Bissverletzung zuzieht?

All diese Verletzungen sind Alltag. Doch was kann man besseres für sein Haustier tun, als im Notfall die Ruhe bewahren und grundsätzliche Dinge beachten: Wie erkenne ich einen Notfall? Was kann ich machen? Welche stabilisierenden Maßnahmen sind für den Transport zum Tierarzt wichtig?

Erste-Hilfe-Set

Der Unterschied zur Ersten Hilfe beim Menschen ist übrigens gar nicht so groß. Und wie der Autofahrer sollte auch der Tierfreund immer ein kleines Erste-Hilfe-Paket im Spaziergangsgepäck haben. Damit kann eine Wunde desinfiziert und abgedeckt oder ein Druckverband angelegt werden. Mit einer Binde kann auch schnell eine Schiene hergestellt werden, indem man damit einen Stock fixiert - etwa um einen Bruch zu stabilisieren.

Es kann damit aber auch ein Hundemaul durch einen Schnabelbinder gesichert werden - denn der Selbstschutz des Tierhalters ist wichtig. Wie kann das Tier gerettet werden, wenn der Tierhalter sich in Panik selbst gefährdet? Da Katzen und Hunde Fluchttiere sind, die selbst in Panik geraten und weglaufen wollen, kann es im Notfall vorkommen, dass sie ihren Besitzer beißen und verletzen.

Sicher zum Tierarzt

Auf der Veranstaltung wurden weitere Fixierungs- und Haltemöglichkeiten gezeigt, damit das Tier ohne weitere Verletzungen verbunden und sicher zum Tierarzt gebracht werden kann.

Wichtig ist dabei, dass der Tierhalter diese Griffe und Verbände mit seinem eigenen Tier trainiert, damit sie im Notfall sicher eingesetzt werden können. Wer kennt es nicht? Im Notfall gerät man sehr oft an seine eigenen Grenzen.

So manches Schmerzmittel, das eigentlich für Menschen gedacht war, hat ein Tier noch zusätzlich geschädigt. Wichtig ist es daher, nicht eigenmächtig Medikamente zu verabreichen und so wenig wie möglich am Tier zu manipulieren sondern tatsächlich nur Erste Hilfe zu leisten.

Animal Reanimation

Nicht anders als beim Menschen auch, sollte nach einer Verletzung die Atemfrequenz kontrolliert werden. Bei einem Hund ist die normale Frequenz: 10 - 30 Atemzüge pro Minute, bei einer Katze sind es 20 - 40. Es kann übrigens wie beim Menschen auch künstlich beatmet werden.

Das gleiche gilt für eine Herzdruckmassage, auch die kann durchgeführt werden. Zum Vergleich: Der Hund hat einen Puls von 60 - 120 pro Minute, eine Katze einen von 110 - 130. Die weitere Behandlung sollte aber immer tiermedizinisch erfolgen.
Selbst bei einem Kreislaufkollaps im Sommer sollte das Tier, auch wenn es schon durch kalte Abwaschungen und Kühlung augenscheinlich genesen ist, dem Tierarzt vorgestellt werden. Denn es ist wichtig, das Tier danach noch 24 Stunden zu beobachten, um sicher zu gehen das der Kreislauf sich wieder stabilisiert hat.

Vergiftungen

Wie auch bei einem Kind sollte bei Vergiftungen sofort gehandelt werden. Keine Hausmittel einsetzen sondern direkt zum Tierarzt. Nur die sofortige adäquate Behandlung kann im Zweifel das Tierleben retten, da es nur ein Zeitfenster von 1 bis 2 Stunden gibt, um eine erfolgreiche Therapie zu beginnen.

Mit diesem Paket an Erste-Hilfe-Maßnahmen können die Teilnehmer dieses gut besuchten Vortrages nun Erste Hilfe an Ihrem Haustier trainieren, um dann als „Profi“ das Leben ihres oder eines anderen Tieres retten zu können.
Ein weiterer Kurs ist übrigens bereits für das Frühjahr 2017 geplant.

Die Praxis

Das nette Team des Kompetenzzentrums Kleintiermedizin zeichnet sich durch eine sehr emphatische und persönliche Nähe zu den Patienten und Tierhaltern aus. Ziel ist dabei gemeinsam eine bestmögliche Behandlung der Tiere zu erreichen. Außerdem können in enger Zusammenarbeit und Absprache mit dem Tierhalter individuelle Prophylaxe- und Therapiekonzepte aufgestellt werden. Das ist die Basis für die Gesundheit ihres Tieres!

Bereits im Juni 2016 hat die Praxis ihre Pforte geöffnet und umfasst ein breites Behandlungsspektrum nicht nur für Tierhalter sondern auch als Überweisungspraxis für weitere Diagnostik anderer Kollegen. Dr. Valeska Furck und Dr. Alexa Jötzke mit ihrem Team stehen immer für Fragen zur Verfügung. Neben der allgemeinen Kleintiermedizin bieten sie verschiedene fachkompetent besetzte Schwerpunkte an.
Die Praxis am Wehmerweg 26 ist telefonisch unter 58 95 45 50 zu erreichen. Sprechstunden täglich von 8.30 - 11.30 Uhr und von 16.00 - 18.00 Uhr (außer Dienstagnachmittag).

www.kompetenzzentrum-kleintiermedizin.de

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© Lokstedt-online 25.11.2016, Christiane Peters