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DRK-Hunderettungsstaffel

Bellende Spürnasen

Einmal im Monat bietet das Bürgerhaus Lenzsiedlung im Café Veronika ein Themenfrühstück für Alt und Jung an. Diesmal mit den Hundeführerinnen der DRK-Hunderettungsstaffel.

Ein leckeres Frühstück wird bereits ab 9.30 Uhr für drei Euro gereicht.
Mit dabei die Hundeführerinnen Astrid Harbs und Barbara Kruse, schon beim Frühstück im Gespräch mit Bewohnern der Lenzsiedlung und der näheren Umgebung. Unter den Gästen sitzen auch Christian Lorenz, Vorstandsvorsitzender Verein Lenzsiedlung, und Monika Blaß, Leiterin Bürgerhaus Lenzsiedlung.

Zunächst wird noch unverbindlich geplaudert. Zwei Senioren erzählen, sie nähmen hier alle Veranstaltungen mit, das halte sie fit und sei sehr interessant. Mittags würden sie hier auch gerne öfter essen, aber da herrsche ihnen zu großer Andrang. Da kämen die Berufstätigen aus der Umgebung und der Fisch ist weg.

Aber wo sind die Hunde?

Es wird langsam unruhig am Tisch. Alle sind gespannt auf die Hunde. Wo sind die überhaupt? „Die werden gerade aus dem Auto geholt“, berichtet Astrid.

Nun brechen wir auf und gehen in einen Seminarraum. Es ist 11 Uhr und nun berichten uns die beiden Frauen von spannenden Einsätzen und der Ausbildung ihrer Hunde. Anhand von praktischen Beispielen wird deutlich, wie anspruchsvoll diese Arbeit für Mensch und Tier ist.

Im Seminarraum sind inzwischen auch zwei Hunde eingetroffen. Zunächst lernen wir den nur 12 Wochenalten Deutschen Schäferhund namens „Cindy“ kennen. Eingentlich aber lernt Cindy uns kennen. Er geht alle Personen ab und lässt sich streicheln. Das ist wichtig für die Sozialisierung erzählt Barbara, die seit fünf Jahren in der Rettungshundestaffel aktiv ist. Die Hunde müssten lernen, keine Angst vor Menschen zu haben. Cindy und bleibt dort wo es ihm am besten gefällt und lässt sich weiter verwöhnen.

Danach geht auch „Socke“ seine Runde, schnüffelt alles ab und geht wieder an seinen Platz. Socke ist eine sechsjährige Beaucheron-Hündin. Sie kennt schon die Reihenfolge. Brav legt sie sich neben Rudelführerin Barbara und wartet ab.

Astrid ist seit 1987 in der Hunderettungsstaffel mit dabei. Damit ist sie fast ein Gründungsmitglied. Im April 1984 gegründet, sind die „schnellsten Spürnasen der Stadt“ aus der Rettungsarbeit kaum noch weg zu denken.

Neben den ursprünglich fast ausschließlich eingesetzen Deutschen Schäferhunden werden mittlerweile auch andere Gebrauchshunde-Rassen wie Golden Retriever, Labrador, Border Collie aber auch Mischlinge eingesetzt.

Doch es gibt Mindestanforderungen: ein Mops ist wegen seiner kurzen Schnauze und seiner geringen Körpergröße nicht geeignet. Hunde die kleiner als 40 cm sind, haben im Rettungshunde-Eignungstest kaum eine Chance.

Die Hunde dürfen allerdings auch nicht zu schwer sein, denn man muss sie anheben können demonstriert Barbara. Socke ist ganz schön groß mit seinen langen Beinen. Das wird vom Publikum gleich mal getestet. Super. Geht doch! Socke macht einem das Anheben allerdings auch sehr leicht.

Es gibt aber auch Bedingungen die auch von den Hundehaltern erbracht werden müssen: Bereitschaft rund um die Uhr, an sieben Tagen in der Woche, in jeder Woche des Jahres! Die Formel lautet 365 / 24! Der Alarm kommt über das Handy.

Die Ausbildung

Die Hunde müssen lernen ihre Hinterbeine zu koordinieren. Zunächst wird über Leitern und Gitter gelaufen, später werden die Hunde zum Fakir. Dann gilt es über Glas und Nägel zu laufen.

„Für die Trümmersuche lernt er, sich auf schwankenden und nicht ganz ungefährlichen Trümmern sicher zu bewegen und sich bei seiner Arbeit weder von Rauch noch von Lärm oder anderen Helfern ablenken zu lassen“, wir uns erklärt.

Einsätze

Im Ernstfall sind die ersten Teams der Rettungshundestaffel bereits 30 Minuten nach der Anforderung unterwegs und beginnen dort selbständig mit der Suche nach der vermissten Person.

Meist wird nach Personen aus Altersheimen oder Krankenhäusern gesucht. Seien es Patienten mit Selbstmordabsicht und aber mit Alzheimer, die durch die Straßen irren.

Die spektakulärsten Einsätze sind jedoch die nach Gas-Explosionen oder Erdbeben. Vier DRK-Rettungshunde waren 1999 sieben Tage in Gölcük / Türkei im Einsatz und haben dort nach Überlebenden gesucht.

Übungen

Um die Rettungshunde perfekt auf zukünftige Einsätze einzustimmen sind regelmäßige Übungen notwendig. Die Hundestaffel ist daher ständig auf der Suche nach Ruinen, Abrisshäusern, Trümmern und leeren Gebäuden. Dort können Verschüttungssituation am besten simuliert werden. Wenn wir einen Tipp aus der Bevölkerung bekommen, wenden wir uns an die Besitzer und die Abruchfirma und fragen nach, ob wir die Baustelle betreten dürfen. Natürlich auf eigene Gefahr.

Einmal pro Jahr wird zudem mit der Hubschrauber-Staffel der Hamburger Polizei trainiert. Die Hunde gewöhnen sich dabei an den Lärm eines Hubschraubers. Gerade nach Erdbeben ist oft die gesamte Infrastruktur zerstört und der Einsatzort nur von der Luft aus zu erreichen.

Zum Abschluss wird die Plakette geprüfter Rettungshund gezeigt, die die Hunde nach der Ausbildung erhalten. Außerdem bekommen sie ein Kenndecke mit Glocken und roter Lampe. Trägt der Hund seine Decke ist Schluss mit Lustig. Nun geht es an die Arbeit.

Draußen auf die Wiese sind inzwischen weitere Hunde eingetroffen. Die Schäferhunde „Chira“ (6-jähriger geprfüfter Rettungshund in Fläche und Trümmer) und „Ery“ (11 Monate).

Socke macht allerdings den Anfang. Sie macht eine sogenannte Flächensuchung. Dazu läuft sie alles in Bögen ab und wird fündig.

Es folgt Ery. Eine Mutige aus dem Publikum versteckt sich. Sie legt sich hinter das Holzhaus. Ery findet sie und schnüffelt an ihr herum. War das schon alles? Eigentlich sollte sie doch bellen.

Astrid kommt und erzählt, dass Ery noch nicht auf liegende Opfer bellend reagiert. Also das Ganze nochmal, aber die zu suchende Person diesmal in Hockstellung.
So klappt es. Ery schlägt sofort Alarm. Sie bellt ganz laut. Astrid kommt und Ery wird belohnt. Nicht mit Leckerlis, nein sie will ihr Lieblingsspielzeug. Ery ist ein Spielhund, andere sind Futterhunde.

Ebby ist die ganze Zeit sehr aufgeregt, über das was Eby so vorführt. Sie verfolgt alles sehr genau – noch ist sie angebunden an ihrer Leine.

Plötzlich läuft ein Langhaardackel mit Frauchen über die abzusuchende Wiese und bleibt mitten im Suchgebiet interessiet stehen. Wir tuscheln, na der ist keine 40 cm groß. Die Hunderführer bittet die Beiden weiter zu gehen.

Nun ist es endlich soweit. Ein weiterer Freiwilliger versteckt sich und auch Ebby rast in Höchstgeschwindigkeit los.

Sie können übrigens eine Patenschaft für einen eigenen Rettungshund übernehmen. Dann können beim täglichen Training der Hunde zusehen und sind immer hautnah dabei.

Spenden

Zum Schluss erfahren wir noch etwas über die finanzielle Ausstattung der Staffel. Der Einsatz der Rettungshundestaffel ist für die Anforderer kostenlos, daher sind die Mittel natürlich immer knapp.

Die Ausbildung zum Rettungshund muss der Hundebesitzer selbst bezahlen. Derzeit besteht die Staffel aus 18 Hunden, es stehen aber nur zwei Einsatzfahrzeuge für je sechs Hunde zur Verfügung. Es fehlt also noch ein Einsatzfahrzeug.

Durch Spenden wird neben neuem Abseilgeschirr und Decken auch für ein weiteres Einsatzfahrzeug etwas angespart.

Bankverbindung:
DRK Hamburg Altona
Hamburger Sparkasse Kto. 1044211520
BLZ 200 505 50
Stichwort: Rettungshundstaffel

www.drk-altona-mitte.de
www.ndr.de

Rettungshunde stellen sich vor

Frühstück mit interessanten Gästen. Die Rettungshundestaffel des Deutschen Roten Kreuzes stellt sich vor. Mit den Hundeführerinnen
Astrid Harbs und Barbara Kruse und ihrer vierbeinigen
Kollegen.

Mi. 03.04.2013 – 09.30 Uhr
Café Veronika in der Lenzsiedlung
Julius-Vosseler-Str. 193, 22527 Hamburg

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© Lokstedt-online 06.04.2013