Leserbrief

Von den Feierabendpolitikern ignoriert

(zu: Bürgerwille hinreichend bekannt vom 10.01.2017)

Lange haben wir überlegt ob wir zu dem von Ihnen sehr ausführlichen und mit realen Fakten untermauerten Bericht einen Kommentar verfassen. Da sie sich aber soviel sehr gute journalistische Arbeit gemacht haben, geben wir nachstehende Anmerkung:

1. Es ist nicht zu übersehen, dass 2017 ein Wahljahr ist und die verantwortlichen Bezirkspolitiker und Bundespolitiker den Bürgern mit den angeblichen Bürgeranhörungen vermitteln “wir hören auf Euch”.
Die Vergangenheit hat aber im besonderen den Wählern und Bürgern in Lokstedt gezeigt, dass die vorgebrachten Anregungen in dem Stadtteil Lokstedt von den Feierabend- bzw. Berufspolitikern ignoriert worden sind und zwar unter dem Aspekt “wir wissen was der Bürger bzw. Wähler braucht”  z.B. massenhafter Bau oder Umwandlung von Mietwohnraum in öffentliche-rechtliche Unterkünfte für die Asylbewerber (siehe Hagendeel, Schmiedekoppel, Kollaustraße / Stapelstraße und Grandweg etc.).

2.Keiner, der von den Bürgern gewählten Politiker von welcher Partei auch immer, hat die in der Vergangenheit geäußerten Zusagen umgesetzt. Hier ein exemplarisches  Beispiel von vielen, welches wir zur Kenntnis bringen möchten:
Am 25.02.2014 hat die SPD-Fraktion Eimsbüttel einen Beschlussvorschlag an die Vorsitzende der Bezirksversammlung Eimsbüttel verfasst (gesamter Sachverhalt siehe Anlage). Dieser Beschlussvorschlag wurde von folgenden Bezirkspolitikern bzw. Parteien unterschrieben: Rüdiger Rust, Marc Schemmel, Gabor Gottlieb und SPD-Fraktion; Stefanie Könnecke, Dietmar Kuhlmann und die Grüne-Fraktion, Zaklin Nastic und Linke Fraktion.

3. Natürlich hat sich keiner der aufgeführten Personen anschließend um die Umsetzung des Beschlussvorschlages gekümmert. Im Gegenteil, aus der geplanten Anmietung von 38 Mietwohnungen zur Umwandlung in öffentlich-rechtliche Asylunterkünfte mit ca. 160 Personen sind bis dato 62 Wohnungen mit ca. 320 Personen geworden.

4. Der Betreiber fördern & wohnen AöR (mittlerweile mit mehr als 300 Millionen Euro verschuldet) veröffentlich in seiner aktuellen Beschreibung der Wohnunterkunft Grandweg / An der Lohbek aber weiterhin, dass nur 47 öffentlich-rechtliche Unterkünfte angemietet worden sind. Auch hierbei hat kein Bezirkspolitiker explizit hinterfragt, wer hat die Genehmigung für nunmehr 62 Unterkünfte erteilt.

5. Kein Altmieter wurde bisher durch den Vermieter darüber informiert, wie lange diese erbärmlichen Zustände mit Lärm, Dreck und Zerstörung der Grünanlage noch andauern. Wahrscheinlich wartet der Vermieter darauf, dass auch die letzten wenigen Altmieter die Flucht antreten, damit irgendwann die Gebäude leer stehen und dann modernisiert werden kann.

6. Es sollten sich also nicht nur die Bürger und Wähler im Stadtteil Lokstedt überlegen, ob sie Zeit und Arbeit investieren, wenn die Politiker doch nur, wie in der Vergangenheit geschehen, die Anregungen der Wähler nach am Wahlabend des 24.09.2017 in den Papierkorb werfen.
 
Susanne Nellen
Rüdiger Miosga

Schreiben Sie zu diesem Thema einen Leserbrief!

© Lokstedt-online 17.01.2017