Lo55

Marktfläche Feldhoopstücken

Keine Einigung erzielt

Am nächsten Dienstag wird der Stadtplanungsausschuss des Bezirks Eimsbüttel Kenntnis davon erhalten, dass das Bezirksamt das Verfahren zum Bebauungsplanentwurf Lokstedt 55 (Feldhoopstücken) einstellen wird. Ist dies das endgültige Aus für die Bebauung der bislang als Parkanlage und Marktfläche ausgewiesenen Grundstücks?

Selten wird eine Niederlage so deutlich eingestanden: „Der Bezirksamtsleiter will den B-Plan Feldhoopstücken förmlich einstellen“, heißt es in einer Mail an die Interessengemeinschaft Feldhoopstücken. Nach acht Jahren das sang- und klanglose Aus für den Bebauungsplan Lokstedt 55, der den alten B-Plan 37 aus dem Jahre 1981 ersetzten sollte.

Der letzte Stein im Mosaik Feldhoopstücken fehlt

2006 mussten im Feldhoopstücken eine in die Jahre gekommene SAGA-Siedlung und unzählige Bäume teurem Eigentumswohnraum weichen.
Als Ausgleich sollte die 5.400 Quadratmeter große Marktfläche herhalten.
Das im öffentlichen Besitz befindliche Drittel sollte als Parkanlage dienen, der in Privatbesitz befindliche Rest mit bezahlbaren Mietwohnungen bebaut werden. Es seien „drei viergeschossige Wohngebäude mit insgesamt etwa 40 Wohnungen geplant…der bestehende Fußweg von der Grelckstraße zum Feldhoopstücken soll erhalten bleiben und auch zukünftig in eine Grünfläche eingebettet sein, damit die Aufenthaltsqualität gewahrt werden kann“, hieß es in der Begründung zum B-Plan Lo 55.

Bereits früh hatte sich aber gegen diesen Bebauungsplan die Interessengemeinschaft Feldhoopstücken gebildet. Sie sammelte mehr als 600 Unterschriften und konnte im Jahre 2009 den Stadtplanungsausschuss davon überzeugen, dass Planverfahren zunächst ruhen zu lassen.

Durchführungsvertrag nicht zu Stande gekommen

Nachdem das Bauvorhaben 2012 von der Eigentümerin erneut in Gang gesetzt wurde, beklagt nun das Bezirksamt Eimsbüttel, dass ihr die Bearbeitung des Bauvorhabens für lau zu komplex geworden sei. Man „ist zu der Einschätzung gelangt, dass das Verfahren wegen des Detailierungsgrads der zu regelnden Inhalte nur umgesetzt werden kann, wenn es auf einen Vorhabenbezug umgestellt wird“, heißt es im Schreiben der Verwaltung an den Stadtplanungsausschuss.

Das heißt: Die Behörde möchte, bevor sie weiter an dem Bebauungsplanentwurf arbeitet, mit der Eigentümerin einen Durchführungsvertrag nach § 12 Baugesetzbuch aushandeln. Solche Verträge sind nämlich geeignet die Bearbeitung die Bearbeitung spezielle Planungsvorstellungen des Bezirks zu verwirklichen, z.B. vermehrt Sozialwohnungen zu schaffen. Aber auch die Verpflichtung zur Pflege der öffentlichen Wege auf dem Grundstück könnte in einem Durchführungsvertrag geregelt werden.

Ein solcher Vertrag ist allerdings, wie die Behörde weiter schreibt, nicht zu Stande gekommen: „Die Eigentümerin ist jedoch nicht bereit, als Vorhabenträgerin aufzutreten und sich zur Umsetzung des Vorhabens in einem Durchführungsvertrag zu verpflichten.“

Über den Grund kann nur spekuliert werden. Erwin Pridzuhn von der Interessengemeinschaft sagt: „Die Eigentümerin möchte hochwertigen Wohnraum errichten.“ Es könnte also sein, dass dies mit dem Wunsch des Bezirks nach preiswertem Wohnraum nicht zu vereinen war.

Zum Wohnungsbau - ob nun preiswert oder hochwertig - wird es nun auf dem Grundstück bis auf weiteres nicht kommen. Damit wäre dann in Lokstedt ein weiteres Bauvorhaben an der SPD-Forderung nach Sozialwohnungen gescheitert. Ähnlich erging es dem Bebauungsplanentwurf Lokstedt 61, der für den Behrmannplatz - gleich um die Ecke gelegen - eine Kombination von Wohnungsbau und Zentrenstärkung vorsah.

Anders als am Behrmannplatz schmerzt der Verlust der Bebauung im Feldhoopstücken hingegen niemanden. Viele Lokstedter wünschen sich für dieses Grundstück ohnehin einfach nur, dass alles so bleibt wie bisher: eine ungenutzte Wiese, deren Betreten meist nur mit Gummistiefeln möglich ist.

Lo 55 und Lo 61 verknüpfen

Am Horizont bannt sich allerdings eine vernünftige Lösung für die brachliegende Wiese an. Die Grünen in Eimsbüttel begrüßen die aktuelle Einstellung des B-Plan-Verfahrens und bringen die Wiese in einen Zusammenhang mit dem nahe gelegenen neuen Lokstedter Zentrum.

Fraktionsvorsitzender Volker Bulla kommentiert: "Die Grüne Fraktion begrüßt diese Entscheidung ausdrücklich, denn die öffentlichen Grünflächen und die grüne Wegeverbindung bleiben nunmehr erhalten. Die Diskussion um die Weiterentwicklung des Lokstedter Zentrums ist in vollem Gang. Auf diesem Hintergrund ist es politisch sinnvoll, dass die Flächen zwischen Feldhoopstüchen und Grelckstraße planrechtlich für eine öffentliche Nutzung ausgewiesen bleiben.“ Lisa Kern ergänzt: „Im April wird der Regionalausschuss Lokstedt sich mit den weiteren Planungen zur Fortführung der Bürgerbeteiligung in der Entwicklung Lokstedts befassen.“

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© Lokstedt-online 13.03.2015