• /
  •         
  • /
  •         
  • /
  • /
  •         
  • /
  •         
  • /
  • /
  •         
  • /
  •         
  • /
  • /
  • /
  •         
  • /
  •         
  • /
  • /
  •         
  • /
  •         
  • /
  • /
  •         
  • /
  •         
  • /
  • /
  •         
  • /
  •         
  • /
  • /
  • /
  •         
  • /
  •         

Alexander Oskar Noah Ausstellung

Echte Familienschätze

Das Osterwochenende fand für die, die den Weg ins Bürgerhaus Lokstedt gefunden hatten, einen wunderschönen Ausklang. Am Ostermontag wurde die bis Juni laufende Ausstellung mit alten Gemälden und Aquarellen des Malers Alexander Oskar Noah eröffnet, ein gelungener Abend. 

Gleich fünf Familienmitglieder des 1968 verstorbenen Künstlers waren auf der Vernissage. Neben der Tochter Ursula Dietsch und ihrem Ehemann Kurt war der Enkel Joachim sowie die Urenkelin Felina und der in Hamburg studierende Urenkel Mark (mit Freundin) im Bürgerhaus anwesend. Schon in der Vorwoche, als die Bilder platziert und aufgehängt wurden, zeigte die Familie ihr ungewöhnliches Engagement am Werk ihres Vorfahren. In „kleiner Besetzung“ waren sie zu viert angereist.

Teilweise waren sie aus Frankfurt und München angereist, um dem Schaffen ihres Vorfahrens einen würdigen Rahmen zu verleihen. Den Kontakt zur Familie des Künstlers vermittelte Robert Hugo, der im Brunsberg wohnt und dort bis 1943 ein Nachbar der Familie Noah war.

Im Foyer versammelten die Familie sich um eine Staffelei mit einer Fotografie des Künstlers und begrüßten die eintreffenden Gäste.

Große Freude gab es bei Ursula Dietsch gleich zu Beginn. Unter den Anwesenden war ihre Jugendfreundin Inge Bott (geb. Stoldt). Zusammen heute 180 Jahre alt, hatten sie in den 1920er- und 1930er-Jahren von der Mutter Ursulas, Anna Küchenmeister, Klavierunterricht bekommen. Ursula hatte sich auf dieses Treffen gut vorbereitet, sie hatte Konzertprogramme aus den Jahren 1932 bis 1937 mitgebracht, auf denen die Beiden im Gasthas Alwin Münster aufgetreten waren. Auf die Bitte verschiedener Gäste doch vorzuspielen, gingen die beiden rüstigen Damen allerdings nicht ein. Konzerte.pdf

Zunächst begrüßte der Vorsitzende des Bürgerhauses Lokstedt Jörg Fischlin die Gäste und präsentierte die Broschüre "Dreißig Jahre sind nicht genug. Bürgerhaus Lokstedt 1982 - 2012". Broschüre und die Ausstellung der Werke des Lokstedter Heimatmalers A.O. Noah sind Kooperationen mit dem Forum Kollau, dem vor einem Jahr gegründeten Stadtteilarchiv für Lokstedt, Niendorf und Schnelsen. Die Ausstellung eröffnet den Reigen der Veranstaltungen die anläßlich des Jubiläums des Bürgerhauses Lokstedt stattfinden werden.

Nach der Begrüßung gab dann Bürgerhaus-Mitgründer Hansjürgen Rhein einen Überblick über das Wirken und das Leben von Alexander Oskar Noah. Bei den Recherchen konnte er sich auf die aktuell von der Tochter des Künstlers publizierten autobiografischen Aufzeichnungen des Künstlers selbst stützen. Das Buch „Der Kunstmaler Alexander Oskar Noah erzählt aus seinem Leben“ konnte am Abend käuflich erworben werden.

„Schön, dass die Werke an den Ort ihrer Entstehung zurückgekehrt sind“, sagt Ursula Dietsch. Sie hat das Gros der im Bürgerhaus Lokstedt ausgestellten Bilder zur Verfügung gestellt. Die Bilder sind katalogisiert und es können Gebote bei Robert Hugo abgegeben werden.

Im Hause des Malers wurde immer fleißig Klavier gespielt. Schließlich trugen die Einnahmen seiner Ehefrau der Klavierpädagogin Anna Noah-Küchenmeister nicht unwesentlich zum Unterhalt des Künstlerhaushalts bei. So passte es hervorragend zu den Bildern, dass die Urenkelin Felina gekonnt in die Tasten griff. Sie rundete den ersten Teil des Abends mit dem Stück „River Flows in You“ des südkoreanischen Pianisten Yiruma vorzüglich ab.

Im zweiten Teil des Abends kam der Mitveranstalter, das Forum Kollau zu Wort. Zunächst erläuterte der 2. Vorsitzende Joerg Kilian den Kontext, in den diese Kooperation steht. Noah verstand sein Schaffen ausdrücklich als bildlliches Festhalten seiner Umwelt. So gewann er in den 1920er Jahren einen Kunstwettbewerb, der der Dokumentation des Hamburger Gängeviertels vor seinem Abriss diente.

Da das Forum Kollau, das einstweilen Räume in der Schule Bindfeldweg bezogen hat, über keine geeigneten Räume für Ausstellungen verfügt, werden in der Zukunft des öfteren Ausstellungen im Bürgerhaus folgen.

Für das Forum Kollau stellt die ikonografische Auswertung des reichhaltigen Schaffens dieses Heimatmalers eine wichtige Quelle für die Aufarbeitung der Geschichte Lokstedts dar. So hat Noah unzählige Bauernhäuser in ihrem damaligen Zustand festgehalten. Ohne solche Dokumente wären Zeitzeugen nur schwerlich in der Lage, einzelne Häuser zu kennzeichnen. Insofern erfolgte auch der Aufruf an die Besucher der Ausstellung, möglichst viele der dargestellten Gebäude zu identifizieren.

Neben den ausgestellten Aquarellen und Ölgemälden der Familie des Künstlers wurden weitere Bilder von Robert Hugo und Hans-Joachim Jürs zur Verfügung gestellt. Beide Bilder prächtig in Gold gerahmt. Echte Familienschätze!

Der bestens vorbereitete Architekt Jürs, dessen Ölgemälde die Niendorfer Kirche darstellt, konnte sogleich die Wünsche des Forum Kollau umsetzen. An Hand seines Bildes erklärte er, in wie weit sich die örtlichen Gegebenheiten der Kollaustraße und des Pastorat-Gartens in den letzten 80 Jahren verändert haben. Sein Wissen hat er aufgeschrieben und gleich neben das Bild gehängt. Hier ergänzen sich die aus dem Gemälde gewonnenen Informationen mit dem Wissen, dass aus seiner Familie stammt:

„Die Niendorfer Kirche mit dem Pastoratsgarten

Dieses Bild erhielten meine Eltern, Ella und Paul Jürs, am 5.8.1926 als Geschenk - vermutlich von der Kirchengemeinde Niendorf zur Hochzeit.

Herr Noah hat es auf dem Balkon des Hauses Schümann, Kollaustraße, gemalt. Über die Kollaustraße hinweg (noch weit vor der Verbreiterung 1955) zeigt es im Vordergrund den blühenden Obstgarten des Pastorates und dahinter die Kirche mit dem Lindenkranz, der noch ohne Laub ist. Auf der Fläche des Gartens steht heute die ehemalige Propstei - jetzt ein Ärztehaus.

Mein Vater Paul Jürs war ab 1930 Friedhofsverwalter. Das Bild hing immer in der guten Stube. Später hatte es mein Bruder Kurt, der ebenfalls Friedhofsverwalter war. Nach dessen Tod im Jahre 2002 bekam ich das Bild von seiner Frau Inge.“

Außerdem konnte Jürs mittels einer Fotografie das Bild Nr. 12 als das Bauernhaus der Familie Spreckelsen am Tibarg identifizieren. Der Hof war ab 1900 verwaist, das Gebäude wurde ab 1913 als Turnhalle genutzt. 1919 wurde hier der NTSV gegründet.

Jürgen Frantz, Kassenprüfer des Forum Kollau und ehemaliger Staatsanwalt, nahm die Gelegenheit wahr, um die gerade erschienene Dokumentation „Lokstedt - Niendorf – Schnelsen. Drei preußische Landgemeinden werden Hamburger Stadtteile“  vorzustellen und berichtete über das Entstehen dieser Dokumentation sowie zum Großhamburg-Gesetz.

Anschließend spielte die erst 15jährige Felina, die offensichtlich das musikalische Talent ihrer Urgroßmutter geerbt hat, noch eine Eigenkomposition am Klavier. Später schwärmte sie, dass sie mit der Familie im Lindner Hotel Hagenbeck untergebracht war und ihr sowohl das Hotel, als auch die Stadt Hamburg sehr gut gefielen. Dies wiederum hat sie von ihrem Urgroßvater geerbt. Von ihm ist schließlich der Ausspruch „in Lokstedt ist es wunderschön“ überliefert. Weitere Informationen über das Leben des Künstlers unter stadtteil5.html.

Hansjürgen Rhein übergab Ursula Dietsch abschließend einen Blumenstrauß und der Urenkelin eine kleine Osterüberraschung, damit war der offizielle Teil des Abends beendet. Die Veranstaltung bot aber anschließend noch reichlich Gesprächsstoff, so dass sich eine rege Diskussion sowie viele fruchtbare Gespräche ergaben und die Gäste noch lange nicht ans Nachhause gehen dachten.

Für alle die den Termin wegen Ostern nicht wahrnehmen konnten, präsentierte Robert Hugo die Ausstellung noch einmal am Sonntag, den 15.04.2012 persönlich. Es kamen einige Kaufinteressenten ins Bürgerhaus Lokstedt und es wurden Gebote für verschiedene Bilder abgegeben.

Dann stand überraschend Dierk Reumann aus dem Grandweg im Raum. Er hatte von der Ausstellung gehört und in seinem Keller ein verstaubtes Ölbild herrausgekramt. Er konnte die Signatur aber nicht identifizieren und ging zum Bürgerhaus. Herr Hugo setzte seinen fachmännischen Blick auf und teilte mit: Da steht Noah, es ist eingeritzt. Freude kam bei Herrn Rebmann auf. Er wurde gleich von mehrenen gefragt, ob er verkaufen möchte. Nein sagte er, das wird jetzt bei uns in der guten Stube hängen.

Gebote auf die Bilder können weiterhin bei Robert Hugo unter Tel.: 56 78 57 abgegeben werden.

Liste der Bilder: Noah_Liste.pdf

Schreiben Sie zu diesem Thema einen Leserbrief!

© Lokstedt-online.de 12.04.2012

  • /
  •         
  • /
  •         
  • /
  • /
  •         
  • /
  •         
  • /
  • /
  •         
  • /
  •         
  • /
  • /
  • /
  •         
  • /
  •         
  • /
  • /
  •         
  • /
  •         
  • /
  • /
  •         
  • /
  •         
  • /
  • /
  •         
  • /
  •         
  • /
  • /
  • /
  •         
  • /
  •         
  • /
  • /
  •