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Lokstedter Rundgang

Wal im Wasserturm

Eine sehr beliebte Veranstaltungsreihe sind die Stadtteilspaziergänge unter kompetenter Führung. Mitte April führte Isgarg Rhein ein Dutzend Teilnehmer auf einer Route runde um das Zylinderviertel. Ein unterhaltsamer Nachmittag zwischen Siemersplatz und Wasserturm.

Zugegeben, das Wetter war suboptimal an an diesem Sonntagnachmittag. Aber es hatte wenigstens aufgehört zu regnen, so dass die Schirme geschlossen bleiben konnten. Treffpunkt war der Siemersplatz vor der Haspa, eine nach dem Umbauarbeiten des vergangenen Jahres wenig anregende erste Station für einen Stadtteilspaziergang.

Doch erfuhren die Teilnehmer des Spaziergangs hier, dass die heute am Siemersplatz ansässige Hammonia-Apotheke mit ihren 222 Jahren eine der ältesten Apotheken Hamburgs ist. Sie befand sich für kurze Zeit im Besitz von Paul Carl Beiersdorf, der hier zusammen mit Paul Gerson Unna erste medizinische Pflaster entwickelte. Die Keimzelle der Firma Beiersdorf und letztlich auch der weltweit bekannten Marke Tesa.

Danach ein kurzer Abstecher zur Blutbuche beim ehemaligen Gasthof Münster, dort gegenüber stand früher einmal ein Grenzhaus. Hier verlief einst die dänisch-preussische Grenze. Später wurde die aber in Richtung Hoheluft verlegt, wo heute noch der Grenzstein zu besichtigen ist.

Die Ampelperioden sind für Fußgänger mittlerweile recht kurz geworden. Die kleine Gruppe schafft es dann aber geschlossen hinüber auf die andere Seite des Siemersplatzes zu gelangen. Hier steht er seit kurzen wieder, der Gedenkstein mit der Inschrift „Up ewig ungedeelt 1848 - 1898“, der an den Aufstand von 1848 erinnert. In den nächsten Wochen soll an dieser Stelle noch eine Gedenktafel aufgestellt und eine Doppeleiche gepflanzt werden. Bis dahin steht der, auf Kosten eines Lokstedter Bürgers frisch restaurierte Gedenkstein etwas verloren im Kies.

Die Gruppe zieht weiter den Lokstedter Steindamm hinauf. Vorbei Rio Grande, wo wenig an den ehemaligen Lindenhof erinnert. Es folgen Reihenhäuser, in diesem Bereich ist noch ein wenig von dem einst beidseits baumbestandenen Fußgängerweg zu erahnen. Schließlich gelanden wir an die ehemalige Keksfabrik Kemm. Hier erzählt Rhein etwas über die Historie der berühmten Braunen Kuchen. Sie scheint eine Expertin zu sein, verteilt Kostproben und erklärt, dass die Kemmschen Kuchen seit der Übernahme durch einen neuen Besitzer nicht mehr die richtige Dicke aufweisen. Ein Kemmscher Kuchen, auf eine gebutterte Brötchenhälfte gelegt, soll bei leichtem Druck zerbrechen. Soviel also vom Vorläufer des Nutella-Brotaufstrichs.

Es folgt eine Stipp-Visite am Wasserturm. Zur Entstehungsgeschichte der Hamburger Wassertürmer erwähnt Rhein die Cholera. Die traditionellen Wasserträger hätten sie verbreitet. Letztlich habe die Krankheit dann zu einer Überarbeitung der Bewässerungskanäle und dem Bau der Wassertürme geführt. Der Lokstedter Wasserturm ist selbstredend ein ganz besonderer Wasserturm. Schließlich gibt es ein Kinderbuch mit dem Titel: „Der Wal im Wasserturm“, dass diesem Wasserturm gewidmet ist. Rhein hat das Buch mitgebracht, zeigt die Bilder und erzählt die Geschichte.

Es folgt noch der Rückweg auf der anderen Seite des Lokstedter Steindamms. Wir befinden uns nun auf der Lokstedter Wurzel (Zylinderviertel), machen noch Halt Ecke Siebenschön, wo wir etwas erfahren über die ehemaligen Straßennamen des Zylinderviertels. An der Kirche der Christ-König-Gemeinde unter der Lutherbuch verteilt Rhein Luther Bonbons mit der Aufschrift „31. Oktober ist Reformationstag“, Danach folgt eine Besichtigung des Kriegerdenkmals und ein kurzer Exkurs über das ehemalige Rathaus in der Sottorfallee.

Alles in allem ein schöner Sonntagsspaziergang. Immer Isgard Rhein hinterher, die mit flottem Schritt ihre Gruppe entlang des Zylinderviertels führte, aber auch kulinarische und literarische Leckerbissen zu bieten hatte.

So. 13.04.2014

Bürgerhaus Lokstedt

Lokstedter Rundgang

Wir entdecken unter fachkundiger Leitung, wo der Wal im Wasserturm wohnt, wo es nach braunen Kuchen riecht und wo das Lokstedter Rathaus geplant war. Treffpunkt: Haspa, Siemersplatz 3.

Sottorfallee 9, 22529 Hamburg
Tel. 56 52 12

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© Lokstedt-online 24.04.2014