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Osterfeuer 

Gitarrenklänge am Lagerfeuer

In diesem Jahr musste die FF Lokstedt pausieren. Da kein geeignetes Grundstück zur Verfügung stand, konnte in Lokstedt kein großes Osterfeuer veranstaltet werden. Und es ist fraglich, ob dieses Brauchtum jemals wieder aufgenommen werden kann.

Osterfeuer haben eine lange Tradition mit religiösem Hintergrund. Es wird behauptet, dass schon die Ägypter vor Tausenden von Jahren solche Feuer entzündeten um den Winter zu vertreiben. Was allerdings bei Temperaturen von bis zu 36 Grad einen anderen Hintergrund haben dürfte als bei uns im hohen Norden.

Jedenfalls hat sich diese, später von den Christen fortgeführte Tradition, bei uns erhalten. In Hamburg jedenfalls gehört ein zünftiges Feuer am Ostersamstag einfach zum normalen Osterablauf mit dazu.

In vielen Jahren zuvor war es die Freiwillige Feuerwehr Lokstedt, die für uns Lokstedter die Aufgabe übernahm, ein solches Feuer auszurichten. Im letzten Jahr fand das Osterfeuer der FF Lokstedt beispielsweise an der Niendorfer Straße statt. Halb Lokstedt war dort und erlebte, als das Feuer seinen Höhepunkt erreicht hatte, obendrein ein prächtiges Feuerwerk.

Ein großartiges Fest! Um so betrüblicher, dass die FF Lokstedt auf ihrer Website mitteilen musste, das sie in diesem Jahr kein Osterfeuer würde veranstalten können.

Das im Besitz der Kirchengemeinde Lokstedt befindliche Gelände an der Niendorfer Straße, auf dem aktuell ein Containerdorf für Asylbewerber errichtet wird, steht nicht mehr für Osterfeuer zur Verfügung. So schreibt die FF Lokstedt: „Zudem fehlt uns akut auch ein passendes Gelände. Sollte uns es gelingen, einen geeignetes Gelände zu finden, steht einem Osterfeuer in Zukunft nichts im Wege.“

Das dürfte schwierig werden. Nahezu alle geeigneten Gelände werden derzeit mit Flüchtlingsunterbringungen bebaut oder sind der Verdichtung zum Opfer gefallen. So fand etwa im Jahre 2010 ein großes Osterfeuer auf einer Baustelle am Veilchenweg statt, dort wo inzwischen Hunderte von Neubauwohnungen bezogen wurden.

So ist zu befürchten, dass in Lokstedt auf lange Zeit kein freies Grundstück mehr für ein Osterfeuer zur Verfügung stehen wird und die Lokstedter nicht mehr nur zum Einkaufen, sondern auch für ein Osterfeuer in andere Stadtteile werden fahren müssen.
 
Auf einer Liste auf den Hamburgseiten konnten sich die Lokstedter immerhin ein für sie passendes Feuer in einem anderen Stadtteil aussuchen. Gerade aber für Eltern von kleinen Kindern eher eine Zumutung, denn die Kinder müssen nach dem Osterfeuer möglichst schnell in ihr Bettchen kommen.

Wer seinen Osterspaziergang, ebenfalls eine Tradition, bereits am Samstagabend absolvierte und dabei durch die Lokstedter Straßen ging, der konnte an manchen Orten kleinere Feuer in den Gärten sehen. Manche hatten Freunde und Nachbarn, zuweilen auch Spaziergänger zum Mitfeiern eingeladen.

Auch die Freie evangelische Gemeinde in Lokstedt hatte zum Osterfeuer geladen: „Am Ostersamstag wird bei uns auf dem Gemeindegelände ein Osterfeuer stattfinden. Dazu laden wir alle Nachbarn und Interessierte aus dem Stadtteil herzlich ein.“ 

So fand dann ein kleines Feuer auf dem Vorplatz vor der Kirche statt. Osterfeuer 2014: nicht mit einem Konzert von Malte und Klaus von den Hamburg Gossenhauern sondern mit sanften Gitarrenklängen am Lagerfeuer.

Pastor Uwe Klüter berichtet über die Planungen „Wir hatten überlegt, auf dem Parkplatz ein großes Osterfeuer zu machen. Hatten dann aber Bedenken, dass wir den Boden verunreinigen würden und er schlecht zu reinigen gehe.“

Deswegen entschied man sich zwei Feuerstellen im kleinen Rahmen anzulegen. Organisiert wurde der Großteil der Veranstaltung von den Teenagern und Jugendlichen aus der Gemeinde.

Die Großen saßen um eine Feuerstelle und es wurden Lieder in Begleitung einer Gitarre und einer Cajón (eine Kistentrommel) gespielt.

Catering-Chef Benni hatte einen sehr leckeren Kartoffelsalat gemacht und es gab Grillwürstchen zum Selbskostenpreis. Bennis Frau Henrike half den Jugendlichen bei der Organisation und schenkte fleißig Getränke aus.

Als wir ankamen, hatten wir zwar gerade zu Abend gegessen. Aber die Kinder wollten gleich ein Würstchen. Pastor Klüters Kommentar: „Ein leckeres Grillwürstchen geht immer.“

Gegen 18 Uhr waren schon um die 80 Leute vor Ort. Die Kinder aus der unmittelbaren Nachbarschaft grillten Stockbrot und Marshmallows an ihrer eigenen Feuerstelle. Dafür war ein Haufen Stöcke und alte Besenstile bereitgestellt worden.

Ein 3jähriger Junge fand auf dem Parkplatz schließlich einen dicken Pfosten und schleppte ihn durch die Gegend, immer in Richtung Feuerstelle. Er wollte wohl ein Riesen-Marshmallow grillen, wurde aber vom Pastor, der die Aufsicht über das Kinderfeuer übernommen hatte, noch rechtzeitig abgefangen. Wäre es zu einem Großbrand bekommen, hätten wir an diesem Abend doch noch die Jungs von der FF Lokstedt im Einsatz erleben können. Vielleicht hätten sie ja danach mitgefeiert.

Die Kinder jedenfalls hatte sichtlich Spaß daran, mit ihren Stöcken zu zündeln. Unser Truppe von vier kleinen Kindern zwischen 3 und 7 Jahren wollte um 22 Uhr noch immer nicht nach Hause gehen.

Sa. 19.04.2014

FeG Lokstedt

Osterfeuer mit Feuerschalen

Gemeinsames Osterfeuer auf dem Gelände der Gemeinde. Grillwürstchen und Getränke werden zum Selbstkostenpreis angeboten. für die Kinder wird eine extra Feuerstelle für Stockbrot grillen aufgebaut.

Emil-Andresen-Straße 34, 22529 Hamburg
Tel. 56 55 77
www.hamburg-lokstedt.feg.de

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© Lokstedt-online 20.04.2014