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CDU vor Ort

Nicht mit so vielen Teilnehmern gerechnet!

Die Plakatierung hatten die Veranstalter den Nagel auf den Kopf getroffen: „Was ist los in Lokstedt – Potentiale und Perspektiven. Wohnungsbau und Verkehrschaos, Straßensanierung und die Aufwertung des Stadtteilzentrums Grelckstraße sind ständig in aller Munde. Was ist Ihnen wichtig? Was sind Ihre Themen?“

Rüdiger Kuhn, CDU-Fraktionsvorsitzender in der Bezirksversammlung Eimsbüttel und der Lokstedter Bezirksversammlungsabgeordnete Carsten Ovens - Pressesprecher der CDU-Fraktion - hatten am Dienstag ins New Living Home geladen und waren überwältigt von den vielen Lokstedter Bürgern, die ihrer Einladung gefolgt waren.

Der Andrang war so groß, dass die beiden Gastgeber Angst hatten, die Anwesenden würden anschließend vergessen ihre Getränke zu bezahlen und sie müssten für diese aus eigener Tasche aufkommen. Daher baten sie darum, die Getränke am Ende der Veranstaltung bitte selbst zu bezahlen.

Das rege Interesse der Bürger war ein deutliches Zeichen dafür, dass es an allen Enden und Ecken Lokstedts brodelt. Noch keine Wutbürger, aber in manchen Bereichen von der Politik und den Behörden bereits traumatisiert.

Nach wenigen einleitenden Worten der Veranstalter, dass Lokstedt ein grüner, beliebter Stadteil sei und jedermann möchte, dass es so bleibe, wurden die ersten Probleme umrissen.

Die Grelckstraße und der Siemersplatz bilden das Stadtteilzentrum von Lokstedt. Hier herrschte in der Vergangenheit über viele Jahre reges Treiben. Geschäfte boten eine reichhaltige Auswahl, Restaurants und Cafés luden zum Schlemmen und Verweilen (siehe auch unsere Serie zum Lokstedter Zentrum ).

Ein Zentrum mit Kreuzungscharakter

Seitdem habe sich einiges geändert. Der Siemersplatz sei zur Durchgangskreuzung für den Verkehr in die Stadt und wieder heraus sowie zum Zubringer zur A7 verkommen. Das Zentrum habe Kreuzungscharakter. Da komme wenig Lebensfreude auf.

Zuviel Verkehr zuwenig Geschäfte in der Grelckstraße

Der zunehmende Durchgangsverkehr raube auch der Grelckstraße ihr Flair und die ehemals vorhandene Lebensqualität.

Deshalb sei der CDU das Stadtteilzentrum eine Herzensangelegenheit. Mehr als 20.000 Euro habe zuletzt das Bezirksamt Eimsbüttel auf Beschluss der Bezirksversammlung zur Attraktivitätssteigerung der Grelckstraße investiert. Das Ergebnis sei ernüchternd: Anwohner und Geschäftsleute stellten keine spürbaren Verbesserungen fest. Es fehle beispielsweise weiterhin eine Drogerie.

Schnell kam nun Leben in die Runde. Die ersten Gäste meldeten sich zu Wort. „Wir haben kein richtiges Zentrum, keinen Platz, die Läden sind teils mit Büros fehlbelegt.“

Ovens antwortete, dass das DRK verkaufen wollte und man hätte gemeinsam mit der daneben liegenden THW-Fläche geplant. Es sei dort auch Gewerbe vorgesehen gewesen. Schließlich sähe der Bebauungsplan ja auch die Förderung des Zentrums vor. Die Kaufpreisforderung des DRK sei aber zu hoch gewesen. Daraufhin seien die Verhandlungen abgebrochen worden. Nun aber habe die SPD vor, die im Besitz der Stadt befindliche THW-Fläche vorab schon einmal mit Wohnungen zu bebauen. Das könnte alle weiteren Planungen deutlich erschweren.

Außerdem sei der Verkehr ein großes Problem in der Grelckstraße. Für Radfahrer, besonders mit Kindern, sei es dort gefährlich. Daher müsste eigentlich Feldhoopstücken geöffnet werden, forderten einige Bürger.

Die Versuche, Feldhoopstücken in Richtung Kollaustraße zu öffnen, seien aber erfolglos gewesen, entgegnet Ovens. Die Kollaustraße ist eine Bundesstraße. Da ist der Bezirk machtlos.

Aus der Runden kamen nun einige Ideen. Es wurden für die Grelckstraße verschiedene Vorschläge gemacht: Einbahnstraße, komplettes Durchgangsverbot oder wieder hin zu einer Spielstraße. Die Diskussion kam hier zu keinem klaren Ergebnis, so wechselte Ovens zum Thema Siemersplatz.

Siemersplatz und Busbeschleunigung

Noch schlimmer sei es am Siemersplatz: Die von der Bezirksversammlung vor drei Jahren bewilligten Mittel (175.000 €) wurden bislang überhaupt nicht angefasst. Der Verwaltung fehle das Personal für die Planungen.

Es sei ernüchternd, dass unser Lokstedter Zentrum im Vergleich zu anderen Stadtteilen über die Jahre so wenig Aufmerksamkeit der Bezirkspolitik bekommen habe und die bislang getätigten Maßnahmen keine spürbaren Veränderungen gebracht hätten. Nun solle der Siemersplatz durch das sogenannte Busbeschleunigungsprogramm des SPD-Senats zwischen April und Oktober erneut umfangreich umgebaut werden.

Kuhn erklärte dann die geplanten Maßnahmen zur Busbeschleunigung anhand eines großen Plans. Für einige Bürger waren die Details eine Überraschung, denn sie waren immer noch nicht informiert was da auf sie zukommt.

Schnell ist man sich in der Runde einig: Die Linie 5 hätte nicht beschleunigt werden dürfen. Die darüf notwendigen Umbaumaßnahmen sind der blanke Wahnsinn.

Der Schock über die geplanten Maßnahmen war einigen Anwesenden anzusehen. Man fragte sich: Warum werden die Bürger übergangen?

Ovens erklärt dazu, dass die Behörde Infotafeln aufstellen werde, wenn es losgehe mit den Umbaumaßnahmen, weitere Informationen für die Bürger waren von Seiten der SPD und den Behörden nicht vorgesehen. Nach derzeitigem Stand der Planung sei der Umbau am Siemersplatz vom 15.05.2013 - 15.10.2013 geplant.

Helena Peltonen aus dem Bürgerhaus meldet sich zu Wort. Informationen müssten rechtzeitig kommen, die Bürger müssen früh beteiligt werden. Denn um noch Einfluss auf die Pläne zu nehmen, sei nun zu spät. Zukünftig möchten wir in die Planungen einbezogen werden. Außerdem möchten wir in Lokstedt nicht nur neue Wohnungen sondern ein richtiges lebendiges Stadtteilzentrum.

Das Bezirksamt Eimsbüttel plant, wenn die mehrmonatigen Umbaumaßnahmen abgeschlossen sind, weitere Maßnahmen zur Attraktivitätssteigerung des Siemersplatzes.

Das kam den Anwesenden dann wie Hohn vor. Einige Gäste meldeten sich zu Wort. Fraglich sei, wo wohl am Siemersplatz eine Attraktivitätssteigerung stattfinden könne. Außerdem würden nach den Umbaumaßnahmen noch weniger öffentliche Flächen zur Verfügung stehen. Bei dem Verkehr sei es außerdem nicht möglich, wie es schon in den letzten 30 Jahren nicht möglich war, am Siemersplatz noch etwas zu retten.

Weiter wurde angemerkt, dass die CO2-Belastung am Siemersplatz enorm sei und dort Altenwohnungen und Kindergärten angesiedelt seien.

Weil der Siemersplatz für die Lokstedter Bevölkerung verloren scheint, wäre ein Stadtteilzentrum am Behrmannplatz ideal und wohl auch die letzte Chance. Doch wenn es zu neuen Verhandlungen kommen würde, könnte sich aus dem Wegfall des voreilig bebauten THW-Geländes – wie es die SPD plant (siehe oben) - ein Platzproblem für ein Stadtteilzentrum ergeben.

Die neuen Quartiere: tote Hose!

Außer einem Stadtteilzentrum wäre es auch angemessen, etwas für die neuen Quartiere zu tun. Es wurde bemängelt, dass es in den großen neuen Wohnsiedlungen im Veilchenweg und am Grandweg nichts in der Umgebung gäbe. Ein Restaurant oder Café wäre eigentlich das Minimum.

Verdichtung: Nicht nur im Zentrum gibt es Probleme

Eine Dame aus der Sackgasse in der Julius-Vosseler-Straße meldet sich zu Wort. Sie kommt ursprünglich aus Lokstedt, wohnte zwischenzeitlich in Schleswig-Holstein. Sie hatte Heimweh und wohnt nun wieder hier. Es werde alles so eng zugebaut. Sie und ihr Ehemann überlegten, ob sie nicht wieder zurück nach Schleswig-Holstein gehen sollten.

Ovens erklärt, dass die CDU die Neubauten im Veilchenweg und am Grandweg mit begleitet hätte. Es gäbe dort drei Bebauungspläne und es sei alles gewaltiger geworden, als man damals gedacht hätte.

Ein Herr aus der Max-Tau-Straße berichtet, er wohne ja auf einer ehemaligen Pferdekoppel. Er frage sich, wie sich die armen Einfamilienhausbesitzer wohl fühlten, so eingeengt und mit viel weniger Grün.

Das seien die Leittragenden der Verdichtung (wachsende Stadt), die der Hamburger Senat aus reinen wirtschaftlichen Interessen verfolgt. Hamburg benötigt für diese Verdichtung Wohnraum, aber in Hamm und Billstedt sei kaum Nachfrage. Da werde in Lokstedt gebaut.

Jemand meldet sich zu Wort. Es würden so viele Gewerbeimmobilien leer stehen. Es sollte überlegt werden, diese für Sozialwohnungen zurück zu bauen.

Ferner wurde die Frage gestellt, ob das Gerücht, ein Investor möchte einen Teil vom Park am Lohkoppelweg bebauen, wahr sei.

Unklar blieb auch, ob die Wiese am Feldhoopstücken nun eine Potentialfläche sei oder ob sie als Wiese bestehen bleibe.

Was sei mit dem Leerstand in der Grelckstraße neben dem Italiener? Klar war allen, dass es jederzeit passieren könne, dass dort ein Neubau hinkommen könnte.

Verkehr : Probleme über Probleme. Fragen über Fragen

Wie werde man auf die vielen neuen Neubauten zum Beispiel am Veilchenweg reagieren. Und überhaupt, habe der Verkehr stark zugenommen. In den kleinen Nebenstraßen sei teilweise schon Stau.

Ein wirkliches Verkehrskonzept gäbe es nicht. Bevor die vielen neuen Wohnblöcke entstanden sind, ist zwar ein Verkehrskonzept in Auftrag gegeben worden. Es wurde auch etwas geliefert wo Konzept drauf steht, aber es ist nichts Neues entwickelt und umgesetzt worden. Da fragt man sich, ob man diese Wohnquartiere überhaupt hätte bauen dürfen, ohne ein vernünftiges Verkehrskonzept umzusetzen.

Warum ein vierspuriger Ausbau am Nedderfeld nötig sei, wo es am Ende nicht weitergehe und die Autofahrer auf die Nebenstraßen ausweichen?

Wie schützt man die Wohnstraßen zwischen Osterfeldstraße und Nedderfeld mit vielen dort wohnenden Kindern vor dem wachsenden Verkehr?

Peter Schmeck, ein anwesender pensionierter Verkehrsplaner, erzählt: Früher waren in der Verkehrsbehörde Verkehrsplaner an der Spitze, heute seien es Juristen.

Jens Reuter aus Lokstedt meldet sich zu Wort und fasst zusammen. Er fände die Entwicklung in unserem Stadtteil skurril und befremdlich. Es gibt nur noch Bauplanung, fingierte Verkehrsgutachten, das ganze ohne Stadtplanung. Die Probleme überrollen uns.

Radfahrwege: Radwege auf der Straße?

Es wurde bemängelt, dass teilweise Radwege fehlen oder sie in einem sehr schlechten Zustand seien.

Die Politiker erklären dazu, dass zukünftig die Fahrradwege rückgebaut würden, d.h. auf die Straße verlegt würden.

Ein Gedanke einigen Gästen befremdlich erschien. Sie weisen darauf hin, dass Radwege auf der Straße sich als gefährlich erwiesen hätten. Herr Reuter ist anderer Meinung, er nennt uns einen für ihn beispielhaft guten Abschnitt von einem Fahrradweg auf der Straße. Im Gazellenkamp kurz vor dem Kreisel.

Parkplätze: Mangelware

Auch die Parkplatzprobleme werden angesprochen. Im Grandweg und in den Straßen des Zylinderviertels ist alles halbachsig (zwei Reifen auf dem Bürgersteig) zugeparkt. Herr Schmeck gibt uns Auskunft, dass diese Art des Parkens dort verboten sei. Da wurde zuletzt bereits abgeschleppt. Da kommt dann für den Autofahrer ein Ticket von 15 Euro mit der Post. In der Geschwister-Scholl-Straße habe man das Parken mit Schildern übrigens ganz gut gelöst.

Autos: Wohin damit?

Ein Anwohner aus dem Rimbertweg meint, es müssten Parkplätze gebaut werden. Und man solle die Sorgen der Anwohner ernst nehmen.

Baustellen: Zu viele gleichzeitig

Die CDU hatte das Baustellenmanagement von der Verkehrsbehörde in den Verkehrsausschuss geladen. Die Verkehrsbehörde sieht da kein Problem.

Zebrastreifen: Am besten eine Ampel

Ein Gast fragt, ob es nicht möglich sei an der Ecke Grandweg / Bei der Lutherbuche eine Ampel zu installieren. Kinder würden dort auf ihrem Schulweg auf dem Zebrastreifen nicht immer wahrgenommen. Die Politiker antworten, dass in 30-Zonen grundsätzlich keine Ampeln vorgesehen seien.

Von den Gästen wurden auch die Überquerung der Stapelstraße zur Grelckstraße und die Überquerung von der Greckstraße über den Rütersbarg als gefährlich eingeschätzt. Müsste hier nicht ein Zebrastreifen hin?

Ovens und Kuhn versprachen, dass die CDU die Polizei informieren werde, damit eine Prüfung dieser Überwege durchgeführt werde.

Einbrüche: nehmen zu

Ein Gast erzählt, dass sich in Lokstedt Einbrüche häuften. Herr Ovens verwies auf die Kriminalstatistik, die das Gegenteil belege. Er habe aber auch gehört, dass Banden unterwegs seien.

Kuhn notierte fleißig alle Anliegen der Bürger. Ein älterer Herr meldete sich zu Wort und teilte uns mit, dass ihm Lokstedt gefalle und verließ die Veranstaltung vorzeitig. Viele fragten sich, wo der Herr wohl wohnt, wie er sich fortbewegt und wo er wohl einkauft.

Nach drei Stunden beendete Herr Ovens die Veranstaltung. Alle Anliegen waren noch lange nicht bearbeitet. Aber insgesamt tat es gut, mal von Politikern angehört zu werden. Nun liegt es an der CDU, Anträge zu stellen und die Anliegen der Bürger der regierenden SPD zu vermitteln.

Die SPD selbst traut sich offensichtlich nicht mal mehr vor Ort. Da braucht man nur die aktuellen Schilder anzusehen: Talk zum Wahlkampf mit Olaf Scholz. Eine Veranstaltung vor großer Bühne im Bezirk Eimsbüttel, auf der Lokstedter Bürger kaum mit ihren Problemen gehört werden. Das reicht nicht!

Die überwiegende Mehrheit der Teilnehmer war sich einig, dass es wichtig sei, dass im Stadtteil zukünftig Politiker etwas zu sagen haben, die sich wirklich mit unserem Stadtteil auseinandersetzen und einsetzen. Nur zuhören und Wähler zu gewinnen reicht auch nicht. Es muss etwas gemacht werden.

Aus den Ideen der Bürger sollen neue parlamentarische Initiativen werden. Lokstedt hat Potential und eine bessere Perspektive verdient, als lediglich ein tristes Dasein als vollgebauter Wohnstadtteil zu fristen und als Wegstrecke für den Durchgangsverkehr zu dienen.


Di. 23.04.2013, 19.30 Uhr

CDU Bezirksfraktion Eimsbüttel

Was ist los in Lokstedt – Potentiale und Perspektiven

Wohnungsbau und Verkehrschaos, Straßensanierung und die Aufwertung des Stadtteilzentrums Grelckstraße sind ständig in aller Munde. Was ist Ihnen wichtig? Was sind Ihre Themen? Rüdiger Kuhn, CDU-Fraktionsvorsitzender in der Bezirksversammlung Eimsbüttel, vor Ort in Lokstedt. Kommen Sie spontan vorbei oder senden Sie vorab eine E-Mail mit Ihren Themen.

Veranstaltungsort:
New Living Home
Julius-Vosseler-Straße 40, 22527 Hamburg
CDU Bezirksfraktion Eimsbüttel 
Carsten Ovens, Pressesprecher
Grindelberg 66, 20144 Hamburg 
Tel.: 422 03 80 
www.carsten-ovens.de
kontakt@carsten-ovens.de

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© Lokstedt-online 01.05.2013