Leserbrief

Warum läuft das so bei uns?

Herr Lutz Räbsch hat mit seiner Darstellung den Nagel auf den Kopf getroffen. Man kann die Folgen aus dem Ist-Zustand noch detailierter ausformulieren, einmündend in einen Horror-Future-Bericht. Aber das mag jeder für sich tun.
 
Mir geht es jetzt um die Frage, warum läuft das so bei uns (und in anderen Städten)? Herr Räbsch sieht klar, wenn er nun auch Olaf Scholz, wie seine Vorgänger, als kläglichen "Versager" in Verkehrsfragen benennt. Warum wagt er keinen Blick ins Ausland - nicht nur nach Kopenhagen und in die Niederlande? Warum sind die verantwortlichen Politiker und Verkehrsplaner in einem "ewig gestrigenDenken" verhaftet?
 
Die Suche nach einer Antwort kann zur folgenden Erkenntnis führen:
In Hamburg haben Politik und Planung noch nie (so ist meine über 40jährige Beobachtung) einen 5-Jahreszeitraum überschritten. D.h. die Sicht in die fernere Zukunft hat nicht stattgefunden, entsprechende grundlegende Planungen fehlen. Man stolpert lieber von "5-Jahres-Plan zu 5-Jahres-Plan" und versucht gerade mal die brennendsten Probleme zu bereinigen.

Ist ja auch wunderbar; so kann jede gerade regierende Partei ihre Verkehrs-Ideologie umsetzen. Bürgerbelange der Stadtbewohner?? (Die DDR arbeitete mit 5-Jahresplänen!)
 
Davon ausgehend, dass nicht alle Politikmenschen und Verkehrsplaner "dumm" und/oder "desinteressiert" sein können, kommt der Verdacht auf, dass ihr Verhalten von anderen Kräften (übergeordneten Interessen) gesteuert werden könnte.
Die Autoindustrie ist für die BRD eine kapitale Wirtschaftsmacht!
Eine radikale Lösung, die längst fällig ist, könnte viele autofahrende Wähler verärgern, Kapitalinteressen stören und dann die Parteipfründen trockenlegen.
 
Der große Wurf in die Zukunft erfordert nicht nur gute Kenntnisse des Metiers, sondern vor allem Mut, sehr viel Mut - und Ausdauer. Und eine gesicherte Finanzierung lässt sich dann auch auf die Beine stellen. 
 
Aber die "Bar-Kassen" sind leer. Die sind aber nicht vom Bürger geplündert, sondern durch sinnlose und überflüssige Milliardenprojekte ehrgeiziger oder verantwortungsloser "Staatsmänner" und durch schlampige Verwaltungen auf Grund gesetzt worden. Dies gilt für ganz Deutschland. Die Rechnungshöfe-Berichte sind meine Zeugen!

Was wollen, was können wir noch erwarten?

Adolf Dücker
22529 Hamburg

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© Lokstedt-online.de 07.02.2013