Historische Gebäude

Die Musik ist längst verklungen

Die Lokstedt-Kennerin Ursula Gehrke über den vergangenen Flair der Vogt-Wells-Straße und den bevorstehenden Abriss der ehemaligen Bäckerei Molsberger.

Allen, die dem Abriss des 1804-Hauses in der Grelckstraße eine Träne nachweinen, sei‘s geklagt: es ist ein „Potemkinsches Dorf“, d.h. die Fassade zeigt mehr her als das Innenleben. Selbst der alte Backofen im Keller kann sich vor Rost nicht halten und ist nur unvollständig...

Wie viele unter uns sind es wohl, die dort noch ihr Brot gekauft haben...

Und wer hat noch in Erinnerung, dass man dort, in der Pause vom BDM-Stützpunkt dahinter, Kuchen vom Vortag zum reduzierten Preis bekam, wahrlich leckere Pausen...

Und es wird sich wohl keiner mehr melden, der bis zum Siemersplatz fuhr und bei dieser Bäckerei noch ein Brötchen oder dergleichen als Stärkung für den Pilgerweg nach Hagenbeck erstand...

Und zu Christian VIII. Zeit mag dieses Haus noch wahrlich ein Vergnügen gewesen sein...

Die „Musik“ ist in dieser Häuserzeile schon längst verklungen seit dem Abriss von Wigel‘s Mühle - die mit dem traumhaften Pfannkuchen-Mann mit den unzähligen leckeren Füllungen; ein traumhafter Treff mit Duft und Gespräch endete - oder dem hellblauen, alten „Postkasten“...

Melodie melancholie - unser Opfer an Stadt und Zeit...

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© Lokstedt-online.de 23.01.2013, Ursula Gehrke