Leserbrief

Arroganz und Bürgerferne

Die Geschichte von Lokstedt mit Ihren Ereignissen bis heute ist wunderbar beschrieben und äußerst lesenswert. Wir lernen aber auch daraus, dass es die in die Verantwortung gewählten Politikmenschen offenbar nicht interessiert oder es ihnen schwer fällt, in den Kategorien der Bürger zu denken, zu fühlen und demgemäß zu handeln.

Ich habe es selbst miterlebt im Lokstedter Forumstreffen am 13. September 2012, nach welchen Prinzipien gewisse Politiker ihr Handeln ausrichten. Wenn also der SPD-Fraktionsvorsitzende der Bezirksversammlung Eimsbüttel, Herr Rüdiger Rust, ein lokstedteigenes Zentrum für überflüssig hält, weil er ja zu Fuß zur U-Bahn Hagenbeck gehen und von dort zum Einkaufen zum Tibarg fahren kann, so tönt uns damit Arroganz und Bürgerferne entgegen.

Dass hier viele ältere Menschen und Mütter mit ihren Kindern leben, die alle aus rein praktischen oder auch gesundheitlichen Gründen in Wohnungsnähe einkaufen wollen oder müssen, das interessiert die „Hohe Politik“ offenbar überhaupt nicht. Und wenn dann auch noch ganz persönliche Betrachtungen in die Entscheidungen einfließen, dann wird die Politik äußerst fragwürdig, fragwürdig auch, als man tatsächlich fragen muss, ob da eventuell die falschen Personen gewählt wurden?

Das Ergebnis der Betrachtung ist: Ohne Eingreifen des Bürgers in die Politik, will sagen, ohne seine Interessen unmittelbar selbst zu artikulieren und zu vertreten, geht es nicht, bleiben die bürgernächsten Interessen auf der Strecke.

Ich bewundere die Menschen, die sich für diese Interessenlage engagieren und einen nicht unerhebliche Teil ihrer kostbaren Zeit „gratis“ für uns opfern! Also Leute: kommt zu den Forumstreffen – zumindest einige male – und sagt eure Meinung.

Adolf Dücker
22529 Hamburg

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© Lokstedt-online.de 08.01.2013