Leserbrief

Geballte Überfremdung

Ich habe diesen Artikel mit sehr gemischten Gefühlen gelesen. Auch ich habe
den Eindruck, dass hier das Problem sehr geballt auf einen Stadtteil abgewälzt wird. Einer schiebt dem anderen den schwarzen Peter zu und keiner will es machen...Aber irgendwo müssen diese Leute ja hin...Ich habe nichts gegen Ausländer, wenn sie nur weit genug weg sind...

Aber richtig ist auch, dass so eine geballte Überfremdung enormen Zündstoff birgt!

Ich verstehe nicht, warum von Flüchtlingen und Einwanderern nicht verlangt< wird, dass sie die Sprache sprechen bzw. lernen(?) Die Sprache ist die Grundlage zur Eingliederung. Es sollte nicht geben dürfen, was man mit türkischen (Mit)bürgern erlebt, dass sie z.T. auch nach 20 Jahren noch kein Wort Deutsch sprechen und sich gar nicht einbürgern wollen - ja, auf Abgrenzung bestehen, indem sie die Duldung und Umsetzung der eigenen Kultur hier sogar einfordern...

Ist das hier noch Deutschland oder bin ich hier in Istanbul?  Ich komme mir in meiner Geburtsstadt teilweise wie eine Fremde vor, weil ich meine Kultur und meine Lebensart nicht mehr wieder finde und zunehmend von Fremdartigkeit umgeben bin. Ich fühle mich zunehmend wie ein Ausländer!

Wenn es zuviel ist, kann es nicht mehr als Bereicherung empfunden werden, sondern nur noch als Verdrängung bzw. ggf. als reale Bedrohung.

Daraus ergibt sich für mich als logische Minimalforderung: Dezentralisierung! Keine Ballung! Sehr gleichmäßige Verteilung überall.

Warum  überhaupt eine Unterbringung in einem Lager? Und wenn Ja -   so kurz wie nur irgend möglich und danach ein Leben "ganz normal" zwischen allen anderen, möglichst gleichmäßig verteilt - siehe Inklusion -

Eine Betreuung muss natürlich begleitend stattfinden -  diese kann entweder durch "fliegende" Betreuer / Besuche oder in Zentren erfolgen, die die Betroffenen regelmäßig aufsuchen (müssen); aber sie müssen dafür nicht in einem Lager leben; Ghettobildung vermeiden.

Die Frage, die sich mir als erstes aufdrängt, ist:  wenn! dieses Zentralaufnahmelager hier an der Niendorfer Straße eingerichtet würde, was tun die Lagerbewohner den ganzen Tag? Wer zu Untätigkeit verdammt ist, kommt leicht auf dumme Gedanken…

Während der Zeit des letzten Lagers dort, sind hier in der Gegend die Fälle von Diebstählen, Vandalismus und allgemeiner Vermüllung der Umgebung und Grünanlagen sehr deutlich angestiegen - mir persönlich wurde von einer ausländischen Kinderhorde (Roma) ein sehr gutes Fahrrad (von Bullerjahn) trotz Kettenschloss vor dem Supermarkt gestohlen - ich hatte eine Zeugin, die zumindest ein beteiligtes Mädchen als Lagerbewohnerin erkannt hatte, aber die Nachforschungen am nächsten Tag im Lager blieben ergebnislos...

Wenn hier bei uns Flüchtlinge aufgenommen werden, dann ist als
Grundvoraussetzung zwingend erforderlich, diese sinnvoll zu beschäftigen. Es
ist aus verschiedensten Gründen ein absolutes Unding, diese Menschen zur Untätigkeit zu verurteilen: sie brauchen einen geregelten Tagesablauf; sie haben dadurch eine Wertschätzung sich selbst gegenüber aber auch dem Land gegenüber, welches sie aufnimmt (was nichts kostet, wird gering geschätzt...); soziale Ungerechtigkeit, die hier ohnehin immer mehr ansteigt, wird noch mehr verschärft, bzw. als noch größere Ungerechtigkeit empfunden ("als Einheimischer muss ich arbeiten, als Zuwanderer kann ich mich auf die faule Haut legen.. Für die wird alles gemacht")  sie dürfen gar keine Zeit haben, auf die Idee zu kommen, Diebstähle zu begehen...Die Versorgungsmentalität - hier gibt es Sozialamt - Geld für die ganze Welt muss aufhören - Wir wollen und können nicht die Hängematte für die ganze Welt sein...Wer essen will, soll / muss dafür auch arbeiten. Aber es wird ja so verrückt geregelt, dass diese Leute eben nicht arbeiten dürfen -  das ist so verkehrt, dass man nur noch schreien könnte!

In der letzten Wochenendausgabe des Abendblattes war zu lesen: Diebstähle in Hamburg nehmen immer mehr zu und kein einziger Diebstahl wird aufgeklärt.. Und das schreiben sie dann auch noch für die ganze Welt lesbar in der Zeitung!! Das ist doch quasi eine Einladung, hierher zu kommen und / oder weiterzumachen...

Die meisten Flüchtlinge und Zuwanderer kommen mit völlig falschen Vorstellungen ...Dass es in einem fremden Land ganz anders und wahrscheinlich viel schwerer ist, als man denkt, haben viele Menschen schon zu allen Zeiten erfahren - auch Deutsche, die auswandern oder ausgewandert sind.

Dass Deutschland die ganze Welt aufnimmt, geht nicht -  also wird vielleicht hoffentlich bald Irgendwer der politisch Verantwortlichen begreifen, dass es besser wäre, die Menschen könnten in ihrer Heimat bleiben und sie würden dort die nötige Unterstützung finden und bessere Bedingungen. Dann würde es "nur noch" nötig sein, echte Flüchtlinge aufzunehmen, die vor Krieg, Verfolgung und Katastrophen fliehen.

Die Menschen, die diese Entscheidungen treffen, leben vielleicht an Rückzugsorten, wo sie meinen, mit den unmittelbaren Auswirkungen nicht konfrontiert zu werden.

Fazit? Ich weiß aktuell auch keine Lösung in Form eines geeigneten Grundstückes....Eher denke ich auch an umzuwidmende schon bestehende Gebäude...

Was ist eigentlich mit den alten Häusern auf dem UKE Gelände?  Was ist mit dem ehemaligen Alten Eichen Komplex?  Es gibt zahlreiche Bürokomplexe, die zu allen Zeiten gebaut wurden, um Rendite zu machen -  das ärgert mich sowieso, wenn man bedenkt, dass nun dringend Wohnraum fehlt - von wegen Fremdnutzung von Wohnungen - gibt’s nicht irgend etwas in der City-Nord?

Dorothea Sehlz

Schreiben Sie zu diesem Thema einen Leserbrief!

© Lokstedt-online 18.02.2014