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Olaf Scholz in Lokstedt

Unverrichteter Dinge heimgegangen

Die Gelegenheit dem Bürgermeister einmal die Meinung zu sagen, das wollten die Lokstedter sich nicht entgehen lassen. Am Vortag der Veranstaltung wurde allerdings in den Tageszeitungen gewarnt, dass die Veranstaltung gestört werden würde. Einige Unverdrossene machten sich dennoch auf den Weg. Doch nur wenige gelangten in den Saal.

Vor Beginn der Veranstaltung hatte die Polizei den Veranstaltungsort, die Seniorenresidenz NewLivingHome, weiträumig abgesperrt. Für die Lokstedter, in letzter Zeit an Verkehrsbehinderungen und Absperrungen gewöhnt, machte es an diesem Abend wenig Sinn, das Auto zu benutzen um dort hin zu gelangen. Das Blaulicht der Polizeifahrzeuge war bis an den Siemersplatz sichtbar. Der Verkehr in der Julius-Vosseler-Straße wurde bereits Höhe Oddernskamp in die Niendorfer Straße abgeleitet. Die Verkehrsverhältnisse in Lokstedt erinnerten ein wenig an die Vollsperrung des Siemersplatzes an den beiden Wochenende zuvor. Ein Thema auf das die Lokstedter den Bürgermeister ansprechen wollten. Doch nun, merkwürdige Duplizität der Ereignisse, wurde nur für die Sicherheit der Veranstaltung (des Bürgermeisters) der Verkehr erneut gesperrt. Was einigen Lokstedtern sauer aufstieß. Besonders denen, die gar nicht auf die Veranstaltung wollten, sondern auf dem Weg nach Hause waren.

Verlassen standen einige Optimisten an der Bushaltestelle Oddernskamp und warteten vergebens auf den Bus, der diese Haltestelle auf Stunden gar nicht mehr bedienen würde. Denn auch die HVV-Busse wurden vor Ankunft des Bürgermeisters umgeleitet. Zwei ältere Frauen waren außer sich, sie müssten nach Stellingen und wüssten nicht, wie sie jetzt da hin kommen sollten.

Doch, es sollte für die Lokstedter, die sich an diesem Abend zu Fuß auf dem Weg zum Bürgermeister machten, noch krasser kommen. Eine Kreuzung weiter wurde der Anlass für die Vollsperrung der Julius-Vosseler-Straße offensichtlich. Denn auch die angekündigten Aktivisten der Roten Flora hatten ihr Auto daheim gelassen. Auf der Kreuzung Koppelstraße / Julius-Vosseler-Straße hatten etwa 500 Fahrraddemonstranten Halt gemacht - keine 100 Meter von der Flüchtlingsunterkunft Lokstedter Höhe entfernt. „Kein Mensch ist illegal", lautete die Parole.

Hier vor Ort, trotz der etwas abgegriffenen Parolen der Demonstranten, für den Betrachter eine nicht alltägliche, bizarre und auch durchaus bedrohliche Situation. Auf der einen Seite die geparkten Räder, auf der anderen Seite, bereitstehend für die Schlacht, ein riesiges Aufgebot an Polizei. Mehrere Hundertschaften waren im Einsatz.

Beim Anblick der Massen von Demonstranten wurde deutlich, dass an diesem Abend die Lampedusa-Demonstranten den braven Lokstedter Bürger, der sich beim Bürgermeister beklagen wollte, nicht zu Wort kommen lassen würden.

An der Koppelstraße war also kein Durchkommen, also machten sich einige Unentwegte auf dem Weg zum Hintereingang. Doch auch hier ein Großaufgebot von von Polizisten, die den Weg versperrten. Der Saal sei längst gefüllt.

Die Nachfrage bei den Polizisten, ob man denn bei dem diesen Andrang zu dem Bürgergespräch kontrolliert hätte, dass bevorzugt Bürger aus Lokstedt eingelassen würden - die Veranstaltung stehe ja unter dem Motto: "Treffen Sie den Bürgermeister in Ihrem Stadtteil" - wurde verneint. Darauf habe man nicht geachtet.

So machten sich die Lokstedter dann unverrichteter Dinge auf den Heimweg. Drinnen im Veranstaltungssaal des NewLIvingHome dominierten - wie den meisten mittlerweile aus der Presse bekannt sein dürfte - nicht Lokstedter Verkehrschaos und planlose Verdichtung, sondern Flüchtlingspolitik und blanke Brüste die Veranstaltung.

Und schließlich, als die Veranstaltung begann, radelten schließlich auch die Fahrradaktivisten, auf der Gegenfahrbahn der Julius-Vossler-Straße, heim. Die Polizei ließ sie gewähren.

Die Lehre, die der Lokstedter aus diesem Abend ziehen, ist die, den noch recht leisen, bürgerlichen Protest zu verstärken. Die Lampedusa-Aktivisten haben es an diesem Abend ja vorgemacht. Demonstrationen in Lokstedt sind möglich und offensichtlich nötig um sich Gehör zu verschaffen. Zumal solche Fahrraddemonstrationen, die Lokstedter Straßenkreuzungen wie etwa den Siemersplatz blockieren, tatsächlich auf die brennenden Lokstedter Themen hinweisen würden. Und hübsche Frauen, die ihren Busen präsentieren könnten, haben wir in Lokstedt natürlich auch.

Di. 22.10.2013

SPD Hamburg

Olaf Scholz im Gespräch

Gesprächsserie unter dem Motto: "Treffen Sie den Bürgermeister in Ihrem Stadtteil."

NewLivingHome
Julius-Vosseler-Straße 40, 20144 Hamburg
www.olafscholz.de
spd-hamburg.de

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© Lokstedt-online 02.11.2013