Leserbrief

Völlig abwegig!

Man kann der Idee der Busbeschleunigung einen gewissen Charme nicht absprechen, da man ja 5 Minuten gewinnen kann, die man dann andererseits wieder an der Bushaltestelle abwarten muss.

Die Busbeschleunigung aber als Vorbereitung für eine Stadtbahn zu planen, ist völlig abwegig aus folgenden Gründen:

• Die neuen Busse sind flexibel, passen sich jedem Verkehrsfluss (auch einem Stau) an und können anderweitig bestehende Hindernisse durch Bauarbeiten auf der Strecke elegant umfahren, was in den letzten Jahren sehr gut zu beobachten war. Eine schienengebundene Stadtbahn kann das nicht, da sie das bestehende Gleisbett zwingt, in der Spur zu bleiben. Eine wegen eines Defektes stehengebliebene Bahn ist ein Hindernis erster Klasse. Sie verursacht einen Stau sämtlicher nachfolgenden Bahnen.

• Stadtbahnen verlangen eine Wartung des gesamten Gleisbettes und der Oberleitungen zusätzlich zur Wartung der Fahrzeuge. Die Folgekosten sind erheblich höher als bei Bussen.

• Busse kann man leicht in ein Depot bringen und dort abstellen. Stadtbahnen benötigen dazu gleisführende Hallen mit aufwendigen Gleisweichen, um rangieren zu können. Der Platzbedarf dazu ist wesentlich größer.

Sollen wir uns das antun? Was die Busbeschleunigung der Stadt und seinen Bürgern antut, ist schon schlimm genug. Ein verärgerter leider auch betroffener Bürger.

Heinz Laufer

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© Lokstedt-online 25.03.2013