Leserbrief

Verkehrsinselhopping für Senioren

Vielen Dank für diesen informativen Artikel zu diesem Thema.

Nach der FDP hat nun auch die CDU einen Info-Termin zur Busbeschleunigung angeboten. Leider war der Termin recht kurzfristig angesetzt und hatte nicht so die Resonanz bei den Lokstedtern, denn dann wären viel mehr Besucher gekommen. Der Termin zur Ferienzeit war auch nicht glücklich!

Ich weiß durch Nachbarn und Geschäftsleute, dass dieses Thema sehr wohl diskutiert wird. Wir alle sind entsetzt, dass der Senat und der Bezirk und hier die SPD (Vorsitzender Herr Rust) es nicht für nötig gehalten haben, die Bürger, die direkt von der Busbeschleunigung betroffen sind, in die Planung einzubeziehen. Warum auch - unsere gewählten Vertreter wissen genau was gut für uns ist - und so hat man kurzerhand über unsere Bürgerhäupter hinweg einen massiven Eingriff in unseren Bezirk bestimmt.

Wer sich jetzt mit dem Plan näher befasst hat, kann nur die Hände über dem Kopf zusammenschlagen: Wer aus Schilda hat sich solchen Schwachsinn einfallen lassen? Waren es Planer, die neue Ideen aus dem Ausland nun auch hier umsetzen wollen? Der Siemersplatz wird zu einer sich kreuzenden Stadtautobahn und die Verlierer sind wie immer die Schwächsten: Fußgänger und Radfahrer. Letztere können schon mal ihr Testament machen, wenn sie beabsichtigen von der Vogt-Wells-Straße nach Eppendorf geradeaus radeln zu wollen. Sie müssen einen Radweg auf der Straße neben dem Bürgersteig benutzen und Radweg und Rechtsabbieger sich kreuzen. Pech haben sie, wenn ein LKW kommt und rechts abbiegen will. Der kann nämlich den zeitgleichen Radler nicht im Seitenspiegel sehen, da der tote Winkel es verhindert. Wenn ich Mutter zur Schule radelnder Kinder wäre, würde ich mir große Sorgen machen.

Da  in Lokstedt viele alte Mitbürger, nah des Siemersplatzes wohnend, leben, wird für sie der Weg z.B. zur Post wesentlich länger dauern,und so wird es zu einem "Verkehrsinselhopping" kommen, wo wir dicht gedrängt stehen werden. Es wird alles der Busbeschleunigung untergeordnet und "intelligente" Ampelschaltungen werden den reibungslosen Verkehrsfluss ermöglichen - damit der Fahrgast bis zum Hauptbahnhof ca. 5 min früher an seinem Ziel ist.

Da wir Bürger wissen, dass solche Bauvorhaben immer teurer als veranschlagt werden, wäre es viel besser ein neues Verkehrskonzept für Gesamtlokstedt zu entwicklen. Nur so kann unser Stadtteil fit werden für die "wachsende Stadt".

Augenblicklich platzt Lokstedt aus allen Nähten und  ein Verkehrschaos ist vorprogrammiert, wenn noch mehr Wohnungen gebaut werden und die Infrastruktur nicht darauf reagiert.

Ich fordere alle Bezirksabgeordnete und Senatsmitglieder auf, ein neues Verkehrskonzept zu entwickeln!

Lotte Jäger

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© Lokstedt-online 20.03.2013