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Anbindung Feldhoopstücken

Erneut im Gespräch

Seit zwei Jahrzehnten blockieren die zuständigen Behörden die von der Bezirksversammlung geforderte Verkehrsanbindung der Straße Feldhoopstücken an die Kollaustraße.

Fußgängerweg zwischen Wiesen

Der Straßename Feldhoopstücken geht auf den alten Flurnamen „to Hoope“ zurück: zusammenliegende Feldstücke.

Und so blieb es bis in die 1970er Jahre hinein. Feldhoopstücken, das waren im wesentlichen Wiesen, die sich von der Kollaustraße bis zum „Von-Eicken-Park“ ausdehnten.

Die westliche Straßenseite der Kollaustraße von der Eisenbahnbrücke, die Niendorf und Lokstedt begrenzt, bis zum Siemersplatz, dort wo sich heute Autohäuser, McDonald‘s und eine Tankstelle befinden, ebenfalls alles Wiesen.

Feldhoopstücken, das war zu einem Teil ein Weg, zum anderen eine kleine Straße.

Auf den Wiesen rechts und links des Wegs bekamen in der damaligen Zeit viele Lokstedter Kinder und Jugendliche im Reitstall Wersich ihren ersten Reitunterricht.

Die Straße Feldhoopstücken, eigentlich nur eine Stichstraße, die in eine kleine Siedlung führte, sie hatte den selben Charakter den in der Nachkriegszeit auch die Straßen „Beim Opferstein“ oder „Mutzenbecherweg“ hatten. Einfache, preiswerte Arbeiterwohnungen, 1941 erbaut, im Besitz der SAGA. Farblose Häuser mit kleinen Fenstern.

Das Verkehrsaufkommen war naturgemäß gering, da die Bewohner nur in der Minderheit einen PKW besaßen. Der Wunsch Feldhoopstücken in Richtung Kollaustraße zwischen den Wiesen hindurch für den PKW-Verkehr an die Kollaustraße anzubinden kam gar nicht auf.

Seniorenwohnanlage

Kaum eine andere Straße in Lokstedt allerdings hat sich seither mehr gewandelt als Feldhoopstücken. Ein Paradebeispiel für die Opferung von Grünflächen, die Verdichtung des Wohnraums, für das Gewinnstreben von Grundstücksbesitzern und Wohnungsbaugesellschaften - für das Konzept der wachsenden Stadt.

Ab 1982 errichtete die Feddersen-Stiftung in drei Baustufen auf der nördlich des Weges zwischen Feldhoopstücken und der Kollaustraße gelegenen Wiese mehr als 200 Altenwohnungen. Dabei fand die Feddersen-Stiftung eine einfache Lösung für die eigene Verkehrsanbindung. Sie plante die Seniorenwohnanlage so, dass zwei Ausfahrten gebaut werden konnten. Die Wohnanlage hat daher beidseits Verkehrsanbindungen. Zur Kollaustraße hin eine Lieferanteneinfahrt und zum Feldhoopstücken eine für Besucher und Bewohner. Es besteht zudem eine Verbindung zwischen diesen beiden Zufahrten.

Auch nach Bau des Altemheims konnten die Anwohner des Feldhoopstückens weiterhin gut ohne Anbindung an die Kollaustraße auskommen. Zumal die dort neu angesiedelten Senioren meist keinen PKW hatten.

Bauboom - Ortsausschuss Lokstedt fordert Anbindung

Das Verkehrsaufkommen im Feldhoopstücken änderte sich allerdings schlagartig, als im Jahre 1993 dann die südlich gelegene Wiese für den Bau von 370 Wohnungen genutzt wurde. Vor diesem Hintergrund forderte der Ortsausschuss Lokstedt (ein Ausschuss der Bezirksversammlung) von der zuständigen Behörde erstmals die Anbindung der Straße Feldhoopstücken an die Kollaustraße. Die zuständige Behörde lehnte ab.

Feldhoopsgarden

2007 wurden zunächst dutzende Bäume rund um den Von-Eicken-Park gefällt und dann die Sozialwohnungen entmietet und abgerissen.

Bäume und Wohnungen mussten weichen für den Neubau von Eigentumswohnungen und Stadthäusern, die Siedlung Feldhoopsgarden entstand.

Im Jahre 2008 wurde auf gemeinsamen Antrag der Fraktionen von SPD, GAL und CDU und Beschluss der Bezirksversammlung erneut bei der zuständigen Behörde betreffend der Anbindung der Straße an die Kollaustraße nachgefragt. Das Neubauprojekt Feldhoopsgarden sowie der Bebauungsplan Lokstedt 55 (siehe unseren Artikel vom 27.01.2012 zu diesem Thema) waren der Anlass zu dieser Forderung.

Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt lehnt ab

Im Januar 2009 lehnte die Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt dieses Ansinnen Bezug nehmend auf ein Gutachten des Fachamts für Stadt- und Landschaftsplanung des Bezirks Eimsbüttel ab.

Stadtplanungsausschuss fordert Anbindung

Seit November 2011 fordert nun ein weiterer Ausschuss der Bezirksversammlung den Anschluss der Straße an die Kollaustraße. Der Stadtplanungsausschuss befürchtet wegen der aktuell bevorstehenden Bebauung der Marktfläche (Bebauunsplan Lokstedt 55) eine weitere Verschlechterung der Verkehrssituation im Quartier.

Behörde hält an Ablehnung fest

Die Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation bleibt allerdings bislang bei der Einschätzung von 2009. Der Bebauungsplan Lokstedt 55, das seien ja nur 40 Wohnungen, dies sei eine untergeordnete Größenordnung.

Eine Anbindung der Straße Feldhoopstücken an die Kollaustraße sei aus planerischer Sicht insbesondere auch wegen zu erwartender Schleichverkehre abzulehnen. Die Verkehrssituation sei im potentiellen Kreuzungsbereich wegen zahlreicher Zufahrten zudem sehr unübersichtlich.

Außerdem würden sich weitere Gefahren ergeben, wenn die mit täglich 53.000 PKW befahrene Kollaustraße zusätzlich den Einbiegeverkehr aus der Straße Feldhoopstücken aufnehmen müsste.

Dies würde auch den Siemersplatz zusätzlich belasten.

Zudem würde ein Versatzverkehr vom Nedderfeld kommend über die Kollaustraße in die Abbiegespur auf die Vogt-Wells-Straße mit täglich 5.000 PKW die rechte Spur der Kollaustraße stark frequentieren.

Widersprüchliche Argumente

Merkwürdig nur, dass die gleiche Behörde durch den geplanten vierspurigen Ausbau des Nedderfeld (Bebauungsplanentwurf Lokstedt 52 / Eppendorf 9 / Groß Borstel 11) gerade diesen Versatzverkehr um bis zu 7.000 PKW täglich mehr als verdoppeln möchte. (siehe unseren Artikel vom 21.10.2011 zu diesem Thema)

Bei diesem extremen Verkehrsaufkommen der Kollaustraße und des Siemersplatzes dürften wenige Hundert Autos, die täglich den Feldhoopstücken befahren, kaum ins Gewicht fallen. Diese stellen aber für das Quartier eine starke Belastung dar, da hier der Verkehr nur durch einspurige Straßen bzw. die als verkehrsberuhigte Zone mit Schikanen versehene Grelckstraße abfließen kann.

Ehrenamtlichen Gremien

Außerdem, so argumentiert die Behörde, sprächen sich die ehrenamtlichen Gremien seit Jahren gegen eine Anbindung aus.

Die Einsprüche der ehrenamtlichen Gremien in allen Ehren. Es ist verständlich, dass die Bewohner des Feldhoopstücken befürchten, eine Öffnung der Straße zur Kollaustraße hin, könnte zu Durchgangsverkehr führen.

Aktuell sind es aber die Anwohner des Feldhoopstücken, die sich durch die Grelckstraße schlängeln.

Die Anwohner jeder beliebigen Straße würden bei einer Abstimmung dafür sein, dass ihre Straße auf einer Seite verschlossen werden sollte, wenn man sie denn abstimmen lassen würde. Meist werden die Bewohner aber nicht gefragt. Die Vogt-Wells-Straße stellt hier ein Extrembeispiel dar. Bis in die 1970er Jahre am Behrmannplatz blind endend, hat sie heute das Verkehrsaufkommen einer Bundesstraße.

Wachsende Stadt bedeutet auch mehr Verkehr

Die von der Situation im Feldhoopstücken ausgehenden Probleme kann man nicht einfach auf die Verkehrsproblematik reduzieren.

Auch die Sozialwohnungen der SAGA, die im Feldhoopstücken einem lukrativen Neubauprojekt weichen mussten, sind aktuell Anlass neuer Auseinandersetzungen. Ersatz für diese Wohnungen sollte unter anderem auf der Wiese (B-Plan Lok 55) entstehen. Die Bebauung wurde aber von einer Interessenvereinigung zunächst verhindert.

Gefordert wurde, man möge die Wohnungen doch lieber am Behrmannplatz bauen. Nun droht die Bebauung und die Stärkung der Zentrenfunktion am Behrmannplatz genau wegen dieser Forderung nach Sozialwohnungsbauten zu scheitern. (siehe unseren Artikel vom 15.01.2012 zu diesem Thema)

Zugegeben: Die Bewohner des Feldhoopstückens haben diese Probleme nicht verursacht, sie haben nur die angebotenen Wohnungen bezogen. Sie kennen die Situation nur so, wie sie sie vorgefunden haben.

Es kann trotzdem nicht sein, dass die Bewohner Feldhoopstückens qua Intressengemeinschaft fordern: Marktfläche bebauen - Stopp!, Sozialwohnungen - Nicht bei uns!, Durchgangsverkehr - Keine Rennstrecke!

Durchgangsverkehr gibt es nämlich mittlerweile im gesamten Quartier, namentlich in der Grelckstraße, dem Oddernskamp und der Niendorfer Straße. Es sind aber die verkehrspolitischen Interessen des gesamten Quartiers zu berücksichtigen. Das Dorf (der verkehrsberuhigte Teil der Grelckstraße) jedenfalls würde durch die Anbindung Feldhoopstückens an die Kollaustraße erheblich profitieren.

Zusätzlicher Durchgangsverkehr durch Feldhoopstücken könnte dabei etwa durch eine Anliegerregelung verhindert werden. Dabei stellt eine Parallelstraße, die Stapelstraße, ein gutes Vergleichsbeispiel dar. Die Straße besitzt eine Anbindung an die Kollaustraße obwohl sie eine solche Anbindung viel weniger als der Feldhoopstücken benötigt. Denn aus der Stapelstraße kann der Verkehr viel leichter in die Vogt-Wells- oder Julius-Vosseler-Straße abfließen. Die Straße ist aber gegen Durchgangsverkehr durch eine Anliegerregelung effektiv geschützt.

Bei realistischer Einschätzung kommt man daher zu dem Schluss, dass die Straße Feldhoopstücken in naher Zukunft nach Osten geöffnet werden wird. Es gibt keine andere Lösung.

Schreiben Sie zu diesem Thema einen Leserbrief!

© Lokstedt-online.de 27.01.2012