• /
  •         
  • /
  •         
  • /
  • /
  •         
  • /
  •         

Offene Kinder- und Jugendhilfe

Plakatwerkstatt massiv bedroht

Der Plakatwerkstatt im Veilchenstieg soll für das Jahr 2013 fast ein Viertel des bisherigen Etats gestrichen werden. Es würden dann viele Angebote entfallen und einer festen Mitarbeiterin müsste gekündigt werden.

Der Senat plant im Bereich der offenen Kinder- und Jugendhilfe im nächsten Jahr zehn Prozent (3,5 Millionen Euro) einzusparen. Auf Eimsbüttel entfallen dabei 365.000 Euro, die bei insgesamt neun Einrichtungen Freier Träger sowie im kommunalen Bereich angesetzt werden.

Ende April 2012 gab es am Else-Rauch-Platz bereits eine große Protestveranstaltung gegen die Kürzungen in der offenen Kinder- und Jugendarbeit und Familienförderung, die der Verein Lenzsiedlung organisierte, der ebenfalls von den Kürzungen betroffen ist. (vergleiche Lokstedt online vom 22.04.2012).

Nun liegen erste konkrete Zahlen für einzelne Einrichtungen auf dem Tisch.
Die Plakatwerkstatt ist ein Projekt des Vereins "Jugendsozialarbeit Apostelkirche e.V.. Das Jugendamt, das zuständig ist, da die Plakatwerkstatt aus Jugendplanmitteln finanziert wird, verlangt, dass 22.000 Euro einspart werden.
Das klingt auf den ersten Blick wenig, stellt aber fast ein Viertel des Jahresetats der kleinen Einrichtung Plakatwerkstatt dar. Das ist mehr als doppelt soviel, wie die angekündigten zehn Prozent.

„Wird dieser Vorschlag des Jugendamtes vom Jugendhilfeausschuss angenommen, können wir die Arbeit in der bisherigen Form nicht fortsetzen. Wir müssten dann viele Angebote streichen und uns von einer festen Mitarbeiterin trennen“, heißt es auf den Internetseiten der Plakatwerkstatt.

Sozialsenator Detlef Scheele (SPD) begründet sein Vorhaben mit der Einführung der Ganztagsbetreuung in den Schulen. Wenn die Kinder bis zum späten nachmittag in der Schule blieben, benötigten sie kaum noch Jugendtreffs.

Die Sozialbehörde schrumpft hier die Etats bereits heute mit Blick auf eine ungewisse Zukunft, in der sich alles an der Schule abspielen soll, ein.

Doch in Wahrheit nimmt die Hälfte der Grundschüler die Ganztagsangebote nicht an. Eine Begründung, warum dies so ist, findet sich auf den vorformulierten Briefen der Plakatwerkstatt, die Unterstützer an den Bezirk Eimsbüttel senden können: „Die Plakatwerkstatt ist ein einzigartiger Ort in Hamburg und eines der ohnehin wenigen Angebote in Lokstedt. Kinder können hier in ruhiger, konzentrierter Arbeit schwierige handwerkliche Prozesse erlernen, eigenständig hochwertige Werkstücke erstellen, Gemeinschaft erleben und spüren, wie faszinierend die Verbindung von Kopf und Hand beim manuellen Arbeiten ist. Die Plakatwerkstatt bietet damit einen wunderbaren Ausgleich zur inzwischen fast ausschließlich kognitiv ausgerichteten Schule.“

Die Plakatwerkstatt bietet wertvolle Jugendarbeit in dem Teil Lokstedts der aktuell das stärkste Bevölkerungswachstum in gesamten Bezirk Eimsbüttel aufweist. Rund um den Veilchenweg entstehen verschiedene Neubauprojekte, in die in naher Zukunft überwiegend junge Familien mit Kindern einziehen werden. Kinder deren zukünftige Freizeitgestaltung ungewiss ist, denn in der Umgebung gibt es außer der Plakatwerkstatt kein anderes Angebot der offenen Kinder- und Jugendarbeit.

Schreiben Sie zu diesem Thema einen Leserbrief!

© Lokstedt-online.de 07.09.2012