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Nedderfeld / Alte Kollaustraße

Baumfreie Zone Bauhaus

Das Bauhaus verschreibt sich auf seinen Internetseiten dem Umweltschutz. Man möchte „weiter denken - und Nachhaltigkeit leben“. In Lokstedt konnte man den Konzern allerdings letzte Woche von einer anderen Seite erleben.

In Heidelberg setzt Bauhaus Maßstäbe. Dort werden 22.000 qm Dachfläche mit Kräutern und Gräsern begrünt. „Wo es möglich ist, möchten wir die Umwelt schützen. Ökonomisch sinnvoll ist dies oftmals ebenso – angefangen auch beim Bau unserer eigenen Fachzentren: Sparsamkeit bei der Verwendung vorhandener Ressourcen ist daher eines unserer Leitziele“, heißt es dazu auf den Internetseiten.

Ein ökologischer Konzern?

Das sei jedoch längst nicht alles, was Bauhaus für die Umwelt tue: Immer wieder starte der Konzern zudem Aktionen im Zeichen der Ökologie. „So veranstalten wir gemeinsam mit Logoclic, die Bauhaus Qualitätsmarke für Laminat, Parkett und Paneelen, das ganze Jahr 2012 eine Baumpflanzaktion: Pro verkauftem Logoclic-Edition-Paket wird ein Baum gepflanzt.“

Doch wieder einmal müssen Lokstedter die Erfahrung machen, dass hier nicht gilt, was anderswo längst Normalität ist. Würden die Bürger in Heidelberg, wo Bauhaus Dächer begrünt, oder in Bremen wo es auf dem Parkplatz vom Bauhaus eine Elektrotankstelle gibt, in einem Bauhaus, dass in einem einzigartigem Affront gegen die Anwohner alle Bäume abholzt, überhaupt einkaufen?

Umbau in Lokstedt

Das Bauhaus auf dem Gelände des denkmalgeschützten, ehemaligen Straßenbahndepots Lokstedt möchte sich vergrößern und im Rahmen eines Umbaus das Gelände von Raffay, auf dem einst Gebrauchtwagen angeboten wurden, mit bebauen. Dafür hätte man ja noch Verständnis.

Im Rundumschlag wurde aber in der letzten Woche das Gelände und die nördliche Straßenseite des Nedderfeld bis hin zum Kellerbleck zur Baumfreien Zone. Nun sieht es dort aus, wie auf einem häßlichen Gewerbegebiet einer ländlichen Regionen. Hätte man nicht den einen oder anderen Baum stehenlassen können oder in die Planungen mit einbeziehen?

Der Bezirk Eimsbüttel

Und auch der Bezirk Eimsbüttel muss gefragt werden dürfen, warum er solche Baugenehmigungen erteilt. Ist es so, dass wir es nötig haben einem potentiellen Investor jeden seiner Wünsche zu erfüllen? Können wir es uns nicht mehr leisten einfach mal „Nein“ zu sagen? Und warum muss immer wieder Lokstedt die Lasten tragen, während andere Stadtteile entlastet werden.

Der Ausbau des Nedderfeld

Warum aber wurden nicht nur die Bäume auf dem Gelände des so nachhaltig-agierenden Konzerns gefällt, sondern auch die Straßenbäume?

Wo doch das Bebauungplanverfahrens Lokstedt 52 / Eppendorf 9 / Groß Borstel 11, der von Groß Borstel aus purem Egoismus so lange schone ersehnte vierspurige Ausbau des Nedderfeld (siehe Lokstedt online vom 21.10.2011), noch gar nicht abgeschlossen ist. Im März muss die zuständige Behörde die geänderten Pläne erneut öffentlich auslegen und Änderungsvorschläge entgegennehmen. Zudem konnte für den Ausbau bisher auch keine Mittel bereitgestellt werden. Daher wurde das Verfahren eigentlich zunächst aufs Eis gelegt.

Den Anlass dieser unglaublichen, vorgezogenen Baumfäll-Aktion erfahren wir aus der Antwort der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt auf eine Anfrage der Grünen: „Im Zusammenhang mit dem Vorhaben Bauhaus wird der Ausbau auf der Nordseite des Straßenabschnittes Nedderfeld zwischen Alter Kollaustraße und Kellerbleck bereits vorgezogen und erfolgt ab Frühjahr 2014. Zur Finanzierung dieser Teilmaßnahme wird ein Erschließungsvertrag mit der Firma Bauhaus abgeschlossen.“

Wir können uns beim Bauhaus also auch über das aus Lokstedter Sicht fatale Vorhaben, den vorgezogenen vierspurigen Ausbau des Nedderfeld in diesem Bereich, bedanken. Vielen Dank für die Finanzierung dieses Straßenausbaus, der noch mehr Verkehr mitten durch Lokstedt hindurch bedeutet!

Schreiben Sie zu diesem Thema einen Leserbrief!

© Lokstedt-online.de 11.03.2013