Gedicht

Auf dass Lokstedts Au' verrecke

(zu: Nun droht die Flut vom 12.06.2016)

Es geht sehr schnell, man glaubt es kaum,
die Stadt will jetzt für uns was bau’n. 
Wo eben noch die Au’ war grün, 
jetzt Bagger ihre Bahnen ziehn.
Wo Storche man noch konnte sehen,
ein großes Getto wird entstehen.
Kein Vogel mag hier weiter nisten,
bald grüßen uns dort Salafisten.
Und Wasser fließt jetzt noch viel schneller
auf kurzem Weg in unsre Keller.

Wer fabriziert uns solchen Stuss? 
Ist es der Regional-Ausschuss?
Der redet ewig und zwei Stunden:
„Unsre Hände sind gebunden.“
Dabei weiß doch jeder Tropf,
das Denken macht man mit dem Kopf.
Hat der Bezirk sich hier verrannt
und mal richtig hingelangt
vorneweg mit Sevecke
auf dass Lokstedts Au' verrecke?
Oder ist’s die Bürgerschaft,
die uns den Schlamassel schafft?

Spekulier’n macht keinen Sinn,
Lokstedts Aue ist dahin.
Am Ende eben doch nur zählt,
was des Investors Geist beseelt.
Zu Volksvertretern leis’ der raunt:
Money makes the world go round.
Voll Wut und Zorn sind Herz und Seel’,
so sieht es aus am Hagendeel.

J. F. Carnitferstaan (Pseudonym, Autor der Redaktion bekannt)

Schreiben Sie zu diesem Thema einen Leserbrief!

© Lokstedt-online 03.07.2016