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Flüchtlingsunterkunft Schmiedekoppel

Erstaufnahme mit Dorfcharakter

Auf der Info-Veranstaltung wurde den Anwohnern rund um die neue Unterkunft an der Schmiedekoppel eine idyllische Siedlung von Holzhäusern versprochen. Ganz angetan waren die Verantwortlichen von dem Vorschlag eines Anwohners diese bunt zu gestalten. Die Realität sieht nun allerdings anders aus.

Als den Anwohnern auf der Info-Veranstaltung in der Anna-Warburg-Schule Anfang Dezember 2015 Details zu der geplanten Großunterkunft an der Schmiedekoppel unterbreitet wurden, herrschte die Sorge vor, es werde dort ein Ghetto entstehen.

Die Verantwortlichen versuchten die Vorbehalte zu entkräften. Zwar würde das eine Teillager - dort sollen 1.000 Männer untergebracht werden - tatsächlich als Containerlager entstehen. Auf der zentralen Feuchtwiese allerdings seien Holzhäuser geplant. Ein Dorf für 800 Asylbewerber, hauptsächlich Familien.

Besonders die anwesende Architektin, eine Frau Koch aus dem Koordinierungsstab des Flüchtlingskoordinators des Senats, fühlte sich bemüssigt sich zu dem Begriff Ghetto äußern. Dieser Begriff würde ihr in der Seele wehtun. Sie alle gäben sich Mühe hier eine Erstaufnahme mit „Dorfcharakter“ entstehen zu lassen. Alles sei wie ein Dorf konzipiert, mit einzelnen Wohneinheiten und verschiedenen kleineren Gebäuden. Alles andere als ein Container-Ghetto (vergleiche Lokstedt-online vom 11.12.2016).

Sechs Monate später sind die Unterkünfte immer noch nicht bezogen. Die Probleme der Entwässerung der Feuchtwiese wurden offensichtlich unterschätzt. Dabei hatte eine Anwohnerin die Verantwortlichen gewarnt. Sie fragte nämlich ob es sich bei den Containern wohl um „Hausboote“ handeln werde.

Wir haben die Schmiedekoppel in den letzten zwei Wochen mehrfach besucht. Nach dem ersten Landregen vor zwei Wochen war Landunter und aktuell wurden die ersten Container auch auf der Wiese aufgestellt.

Container? Sollten nicht schmucke Holzbaracken einen idyllischen Dorfcharakter erzeugen. Davon ist aktuell nichts zu sehen. Aufgestellt werden jedenfalls Container und andere Fertigmodule, Fenster und Türen in verschiedenen Farben: mal blau, mal rot.

Wieder einmal ein Beispiel dafür, wie die Anwohner auf den sogenannten Info-Veranstaltungen verschaukelt werden. Ein passendes Zitat hatte Frau Koch an dem Abend schon in anderen Zusammenhang benutzt. Es lässt sich zwanglos auch auf die aufgestellten Container anwenden: „Die gehören nun zu uns, an den Anblick werden Sie sich gewöhnen müssen.“

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© Lokstedt-online 17.06.2016