Leserbrief

Zu einer Wasserlandschaft umgestaltet

(zu: Nun droht die Flut vom 12.06.2016)

Im April 2011 hat das Bezirksamt Eimsbüttel ein „Freiraumkonzept für Lokstedt und Stellingen“ veröffentlicht.
 
Landschaftsarchitekten und Stadtplaner haben im Auftrag des Fachamtes Stadt- und Landschaftsplanung ein Freiraumkonzept für die besonders von neuen Wohnungsbauprojekten betroffenen Stadteile Lokstedt und Stellingen erarbeitet, um Möglichkeiten einer Verbesserung der Freiraumsituation aufzuzeigen.
 
Im Vorwort von Torsten Sevecke wird betont: „Vorrangiges Ziel ist dabei, die Attraktivität von Stadtteilen und Wohnvierteln zu erhalten, indem (Neu-) Bebauung und Freiraumentwicklung gleichrangig nebeneinander stehen und auf nachhaltige Weise miteinander verbunden werden.“
 
Auf Seite 11 der zusammenfassenden Konzeptbroschüre geht man u. a. auch auf die Kollauniederung und die Bedeutung des Hochwasserschutzes ein. Eine Fotomontage zeigt eine idyllisch überschwemmte Aue mit Robustrindern, und Besucher spazieren über Stege durch diese urbane Wasserlandschaft.
 
Unter der Überschrift „Urbane Wasserlandschaft Kollau“ heißt es:
„In der Kollauniederung ergeben sich aus den Notwendigkeiten des Hochwasserschutzes, der in den kommenden Jahren zu einem wichtigen Thema werden wird, neue Möglichkeiten und Chancen. So könnten Teile der Kollauniederung durch eine ‚Entfesselungsstrategie‘ zu einer Wasserlandschaft umgestaltet werden, in der Auendynamik und partielle Überschwemmungen bewusst zugelassen würden. Mitten in der Stadt könnte eine urbane Wasserlandschaft entstehen. In einer bewussten Inszenierung der Landschaft könnten Wanderwege und Stege angelegt werden, die eine Begehung des Gebietes ganzjährig ermöglichen. Die temporäre Überschwemmung von Wegen würde dabei von vornherein einbezogen. Die Pflege der Feuchtgrünländer könnte durch eine Beweidung mit Robustrindern gewährleistet werden.“
 
In Anbetracht der heutigen Situation am Hagendeel hat der Bezirk doch schon einiges erreicht: Partielle Überschwemmungen werden bewusst zugelassen, mitten in der Stadt entstehen urbane Wasserlandschaften, temporäre Überschwemmungen von Wegen werden von vornherein einbezogen.

Schade nur, dass das Konzept überwiegend auf den Grundstücken der Anwohner umgesetzt wird. Fraglich bleibt, ob die Anwohner demnächst den Rasenmäher gegen Robustrinder austauschen werden.

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© Lokstedt-online 17.06.2016