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Bezirksamtsleitung

Eine Stufe nach oben

Wie verschiedene Medien übereinstimmend berichten, legt Torsten Sevecke (SPD) seinen Posten als Amtsleiter nieder. Seine letzte Großtat im Bezirk Eimsbüttel vor der Bekanntgabe seines Wechsels in die Wirtschaftsbehörde war somit die Vernichtung der Aue Hagendeel.

In Zeiten der Europameisterschaft muss es erlaubt sein, einmal ein Zitat eines Fußballertrainers zu gebrauchen: "Ich habe fertig!" Diese Worte könnten auch gefallen sein, als Sevecke am Mittwochabend der rot-grünen Bezirkskoalition seinen Rücktritt als Bezirksamtsleiter mitteilte.

Gerade erst im April war Sevecke in die zweite Amtszeit gegangen. Dem Abendblatt hatte er nach seiner Wiederwahl im Dezember 2015 gesagt: "Bezirksamtsleiter in Eimsbüttel ist das Coolste, was ich je bekommen habe." Über die Gründe seiner aktuellen Bewerbung in der Wirtschaftsbehörde wollte Sevecke dem Abendblatt jedoch keine Auskunft geben.

Es mag sein, dass Sevecke eine gewisse Amtsmüdigkeit verspürt. Vielleicht überkam ihn tatsächlich dieses Gefühl: "Ich habe fertig!"

Die Zerstörung der Aue Hagendeel stellt jedenfalls eine deutliche Zäsur dar. Zwei Jahre hatte Sevecke, auch vor Gericht, für die Durchsetzung der Baugenehmigung gekämpft. Für Sevecke sicherlich eine Genugtuung, nach dem er ja mit anderen Projekten, etwa einer geplanten Unterkunft am Offakamp, weniger Erfolg hatte.

Ein Leser warnte uns in einer Mail allerdings diesen Vorgang falsch zu interpretieren. Sevecke nutze "lediglich eine Gelegenheit, in dem Genossen-Filz eine Stufe nach oben zu steigen!" Der Oberstleutnant der Reserve war zuvor Koordinator für Flächenentwicklung in der Behörde für Stadtentwicklung, dann Bezirksamtsleiter und nun eben Senatsdirektor im Verkehrs- und Wirtschaftsamt am Alten Steinweg. Offensichtlich ist es eben einfach am Alten Steinweg noch "cooler" als am Grindelberg.

Nun wechselt Sevecke also in die Wirtschaftsbehörde. Dort wird er am 1. Oktober als Senatsdirektor das Amt "Innovation" übernehmen. Damit ist er dann zuständig für die Luftfahrtindustrie, den Hafen und den Bereich Logistik. Seveckes Vorgänger Bernhard Proksch geht in den Ruhestand.

Im Bezirk Eimsbüttel stellt sich einstweilen die Frage nach einer Nachfolge in der Bezirksamtsleitung, sowie die Frage: "Was bleibt aus der Amtszeit Seveckes?

Neben der Umsetzung des Busbeschleunigungsprogramms im Bezirk und des Umbaus der Osterstraße vor Seveckes Haustür, wird die Ära Sevecke vor allem den Lokstedtern und Niendorfern in Erinnerung bleiben. Ihm haben wir die ungleiche Verteilung der Flüchtlinge im Bezirk zu verdanken.

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© Lokstedt-online 16.06.2016