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Überschwemmungsschutz

Noch haben wir unsere Aue!

Am 23. Mai gab es über Hamburgs Westen den ersten Landregen in diesem Jahr. Eigentlich ein ganz normales Gewitter von drei Stunden Dauer. Nach dem Regen, so gegen 20.30 Uhr, haben wir den Wasserstand im Überschwemmungsschutzgebiet der Kollau dokumentiert.

Die Wasserstände der Kollau sind bekanntlich ein Politikum geworden, seit der Bezirk plant, mitten im Überschwemmungsschutzgebiet 16.000 Quadratmeter ökologisch und wasserwirtschaftlich wertvolle Auenwiese aufzuschütten, um auf der versiegelten Fläche eine Flüchtlingsunterkunft zu errichten.

Am Abend des 23. Mai jedenfalls melden die Bewohner rund um die Aue Hagendeel: "Landunter". Und auf der Internetseite der Bürgerinitiative Rettet die Aue Hagendeel lesen wir: "Noch haben wir unsere Aue! Nicht auszudenken wie es sein kann, wenn sie versiegelt wird. Heute war schon genug Wasser vorhanden und einige Keller sind voll gelaufen!"

  • Auf dem Baugrundstück an der Schmiedekoppel - auch hier sollen demnächst 800 Flüchtlinge untergebracht werden - steht erneut alles unter Wasser. Auf dem Gelände alles voller Schläuche und Rohre. Man fragt sich unwillkürlich: "Was das wohl alles kostet und bringt das überhaupt was?" Die Pumpen laufen jedenfalls auf Hochtouren, trotzdem steht überall Wasser. Auf der Straße vor der teilweise schon bewohnten Containerunterkunft gegenüber eine riesige Pfütze.
  • Weiter zur Niendorfer Straße. Die Kollau bis zum Anschlag unter die Brücke mit Wasser gefüllt. Auf dem danebenliegenden Gelände der Zentralen Erstaufnahme ein See. Die Unterkünfte wegen der Geländeerhöhung selbst noch im trockenen. Wie es allerdings bei den umliegenden Nachbarn aussieht ist fraglich. Die Feuerwehr sichten wir in der Kollaustraße und in der Niendorfer Straße.
  • Der Wullwisch eine riesige Pfütze.
  • Im Wehmersweg bei der Brücke treffen wir zwei junge Männer. Sie berichten uns, dass am Langenhorst zu Fuss kein durchkommen war.
  • Unter der Brücke über die Kollau auf Höhe Wehmersweg ist noch etwas Platz.
  • Noch schnell zum Langenhorst. Außer ein paar Pfützen ist jetzt nichts mehr viel zu sehen. Und richtig, wir begegnen wieder den beiden jungen Männern, die sich auf den Heimweg gemacht haben.
  • Beim Rückhaltebecken Langenhorst allerdings hat sich das Wasser bis zur Straße aufgestaut.
  • Am Hagendeel geht die Sonne schon unter. Unter den Planen lagert bereits der erste Sand zum Aufschütten.

Durch den Regen ist das Gras kräftig gewachsen. Doch am 1. Juni meldet die Bürgerinitiative; "Heute wurde kräftig gemäht, der Architekt war da und der Baubeginn steht wohl bevor. Dabei haben wir gerade neue Mitbewohner erspäht! Ein Storchenpaar stolzierte stolz über die Aue! Soll diese Idylle, unser natürliches Wasserrückhaltebecken, nun endgültig zerstört werden?"

Bei diesem Irrsinn fragt man sich, wo eigentlich die Grünen bleiben. Die waren doch einst einmal angetreten, genau solche Auen zu schützen.

Schreiben Sie zu diesem Thema einen Leserbrief!

© Lokstedt-online 02.06.2016