abgeordnetenwatch im Bürgerhaus

Antworten für jedermann

Er ist jung, freundlich, höflich, vielleicht etwas schüchtern. Geradezu etwas überraschend, dass er in der deutschen Politik an einer wichtigen Schaltstelle sitzt. Es gibt wohl kaum einen deutschen Bundes-, Landes- oder EU-Politiker, der seine Arbeit nicht kennt: Roman Ebener, der 26-jährige Sozialwissenschaftler arbeitet für die Online-Plattform „abgeordnetenwatch“.
 
Die Plattform ermöglicht es jedem Bürger, mit Abgeordneten in Kontakt zu treten, Ihnen öffentlich Fragen zu stellen und – ebenso öffentlich – die Antworten zu erhalten. Und in der Tat, die große Mehrzahl deutscher Politiker haben diese Form der öffentlichen Kommunikation mittlerweile angenommen und sehen darin eine effiziente Form mit Bürgerfragen umzugehen. Eine Frage, eine Antwort – aber unzählige Bürger können es gleich nachlesen. So geht Effizienz.

Für viele Bürger ist der Weg zu einer Abgeordnetensprechstunde zu weit, die wenigen Stunden der Öffnungszeiten ein Hindernis. Das Aufsuchen der individuellen Webseiten einzelner Abgeordneten ist auch mühsam – auf abgeordnetenwatch sind sie (fast) alle zu erreichen. Ganz ehrlich: Wissen sie wer die Abgeordneten aus ihrem Wahlkreis sind? Auf der abgeordnetenwatch-Webseite brauchen sie nur Ihre Postleitzahl einzugeben und bekommen Ihre Abgeordneten aufgelistet und sie direkt befragen.

Die Plattform wird moderiert, dies soll aber nur dazu dienen, dass gesittete Fragen an die Abgeordneten gestellt werden. Unsittliche oder unflätige Fragen oder reine Kommentare, die keine Fragen enthalten, werden ausgefiltert.
 
Dort sieht man auch die Schwerpunktgebiete, denen sich die jeweiligen Abgeordneten widmen, in welchen Ausschüssen sie beteiligt sind und auch wie sie bei wichtigen Themen im Parlament abgestimmt haben. Welchen Nebentätigkeiten sie nachgehen, können Sie dort auch nachlesen.

Die Plattform selbst ist parteipolitisch unabhängig und neutral, wird durch die gemeinnützige  Organisation Parlamentwatch e.V. betrieben und durch Spenden finanziert. Mit über 400.000 Besuchern pro Monat ist sie zum größten politischen Dialogportal in Deutschland angewachsen. Nur eine kleine Minderheit von 39 der 622 Bundestagsabgeordneten macht nicht mit und beantwortet keine Bürgerfragen auf diesem Wege.
 
In den letzten Monaten haben Presse, Rundfunk und TV viel über abgeordnetenwatch berichtet. Die Untersuchungen und Blogs, die die Plattform zu Nebeneinkünften von Peer Steinbrück oder Michael Fuchs haben große Wellen der Aufmerksamkeit hervorgerufen. Trotz großen Medienrummels um diese Paar Politiker besteht der Hauptteil der Arbeit aus solidem Alltag, den ein Team von 10-15 überwiegend freien Moderatoren bewerkstelligen.
 
„Wie soll ich denn einen der Kandidaten wählen? Ich kenne sie doch gar nicht!“ ist das typische Problem eines Wählers alle 4 bis 5 Jahre. Dem kann abgeholfen werden: Vor Wahlen, wie gerade jüngst in Niedersachsen, kann man sich im abgeordnetenwatch einen Überblick über die Kandidaten und ihre politischen Ziele verschaffen.
 
Entstanden ist die Online-Plattform im Jahr 2004 in Hamburg als Ergebnis zweier junger und engagierter Gründer: Gregor Hackmack und Boris Hekele, die beide heute noch - aktiver denn je - dabei sind. Im Dezember 2011 gewann abgeordnetenwatch den Publikumspreis des Deutschen Engagementpreises, der auf Initiative von mehreren gemeinnützigen Organisationen ins Leben gerufen wurde und vom Bundesfamilienministerium und vom Generali Zukunftsfonds gefördert wird.

Lokstedter Bürger haben in letzter Zeit verstärkt die Plattform genutzt, um die brennenden Themen um Offakamp und Siemersplatz mit ihren politischen Vertretern anzusprechen. Fragen und Antworten sind für jedermann nachlesbar. Stichworteingabe genügt.  
 
Zur Zeit ist Roman Ebener schwer beschäftigt mit dem Kommunalprojekt, das er leitet: Zusätzlich zu EU, Bund und den noch ausstehenden Bundesländern, dehnt sich die Plattform gerade auf die Kommunalparlamente aus. Über 50 Kommunen sind bereits auf diesem Wege abgedeckt und demnächst sollen 30 weitere folgen, damit Bürger auch ihre Kommunalpolitiker auf diesem Wege erreichen können. Auch im Ausland wird das Konzept von abgeordnetenwatch  abgeschaut und realisiert: Irland, Luxemburg und Tunesien haben sich schon in Hamburg schlau gemacht und ihre eigenen Plattformen realisiert, und weitere Länder haben bereits Interesse bekundet. 

www.abgeordnetenwatch.de

Do. 31.01.2013, 19.30 Uhr

Im Gespräch mit NGOs

Fortsetzung der Diskussionsreihe mit der Plattform abgeordnetenwatch.de, vertreten durch den Gründer und Leiter der Kommunalprojekte Roman Ebener. bei Parlamentwatch.

Sottorfallee 9, 22529 Hamburg
Tel. 56 52 12
Programm des Bürgerhauses 2013

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© Lokstedt-online.de 02.02.2013, Helena Peltonen