Wohnanlage Grandweg

Zur absoluten Neutralität verpflichtet

(zu: Udl in geheimer Mission vom 26.12.2015)

In der Zwischenzeit hat ein klärendes Gespräch mit Vertretern des Polizeikommissariats 23 stattgefunden. Aus deren Sicht stellt sich der Polizeibesuch in der Wohnanlage Grandweg vom 30.11.2015 in einigen Punkten anders dar, als in unserem Artikel „Udl in geheimer Mission“ vom 26.12.2015 geschildert wurde.
 
Eine Kopie des in englischer Sprache verfassten Schreibens sei von einem Mitarbeiter von f & w fördern und wohnen AöR der Polizei übergeben worden. Ob der Inhalt des Schreibens tatsächlich strafrechtlich relevante Äußerungen enthält, ist noch nicht abschließend von der zuständigen Stelle beurteilt worden. Gleichwohl bestand der Anfangsverdacht einer Straftat. 
 
Für die Sicherung möglicher Spuren auf dem Schreiben benötige die Polizei grundsätzlich das Original. Dieses musste deshalb bei der syrischen Familie abgeholt werden. Zu diesem Zweck sei ein Beamter mit offiziellem Auftrag in die Siedlung am Grandweg gefahren - er war keineswegs in geheimer Mission unterwegs. 
 
Vor Ort hat der Beamte von den Spannungen mit der Nachbarin Frau S. erfahren. Daraufhin hat er sie informatorisch befragt - dies sei ein ganz normaler Vorgang. Frau S. wurde zu keinem Zeitpunkt beschuldigt, Verfasserin des Schreibens zu sein.
 
Am nächsten Tag habe Frau S. auf der Wache nachgefragt, ob eine Anzeige gegen sie eingegangen sei bzw. ob gegen sie ermittelt werde. Dies wurde zutreffend verneint, da keine Anzeige, sondern lediglich ein interner Bericht gefertigt wurde. Als Frau S. später noch einmal - in Begleitung ihres Lebensgefährten - auf dem PK 23 nachfragte, hatte zufällig der Polizist Dienst, der vor Ort gewesen war. Der Beamte wusste natürlich über seinen Besuch in der Wohnanlage Bescheid. Es konnte daher ein Gespräch zwischen dem Beamten und Frau S. geführt werden. 
 
Es seien keine Eintragungen nachträglich im „Wachbuch“ vorgenommen worden, solch ein Wachbuch existiere im Übrigen gar nicht. Es gäbe nur Einsatzmeldungen.
 
Die Polizei legt außerdem Wert auf die Feststellung, dass sie zur absoluten Neutralität verpflichtet sei und der Besuch des Beamten selbstverständlich kein Einschüchterungsversuch war.

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© Lokstedt-online 08.01.2016