Leserbrief

Zerstörung, mutwillig und mit Bedacht

(zu: Keine Lage in der Flüchtlingsunterkunft? vom 11.11.2015)

Als unmittelbar betroffene “Altmieterin” der ehemaligen Mietwohnanlage Grandweg / An der Lohbek, welche seit März 2014 zur jetzigen öffentlich rechtlichen Unterkunft umgewandelt wurde, habe ich den Bericht, welcher mit einer Vielzahl von Fakten sowie Details und Hinweisen, welche Abteilung für was Zuständig ist, gelesen und als sehr interessant empfunden.
 
Was mir, auch nach mehrmaligen durchlesen und Gesprächen mit anderen Altmietern aufgefallen ist, es gibt keinen Hinweis darauf, welchen menschlichen Empfindungen, wie z.B. Ängsten, Sorgen, gesundheitlichen Folgeerscheinungen etc. die Altmieter seit 3/2014 ausgesetzt sind.

Warum wird nicht offen darüber gesprochen oder geschrieben welchen täglich wiederkehrenden Belastungen die Altmieter erdulden müssen?

Lärmbelästigungen, geringes Sicherheitsgefühl; Erniedrigungen: mutwillige Zerstörung der Grün-und Parkanlagen; Verdreckung der Treppenhäuser (warum reinigen die Asylbewerber bzw. “Flüchtlinge” nicht selber?); mutwillig und mit Bedacht die teilweise Zerstörung des Schließmechanismus der Hauseingangstüren (hierbei ist der Hintergrund, dass die Schlafgäste der Untermieter von fördern & wohnen ungestört und jederzeit Zeit Zugang haben, die Erstaufnahmelager sind ja bekanntlich voll ausgelastet); die Hausmüllcontainer werden mir Sperrgut vollgestopft, so das noch weniger Platz für den Haushaltsmüll zur Verfügung steht (da nützt es auch nicht, dass der Mitarbeiter von fördern & wohnen Montag und Donnerstag den Sperrmüll u.a. Schränke, Glasscheiben oder ähnliches sehr geräuschvoll in den Morgenstunden zerkleinert); massive Schlafstörungen und damit verbundene Konzentrationsstörungen am Arbeitsplatz (es gibt nämlich auch noch Altmieter, welche im täglichen Arbeitsleben stehen und teilweise im Schichtdienst einschließlich Nachtdienst tätig sind).

Die Auflistung der vielschichtigen Belastungen ließe sich noch weiter fortführen, da diese aber seit nunmehr 19 Monaten allen bekannt sind sind, erspare ich mir das. Es sei aber noch anzumerken, dass das oben beschriebene auf 80 Prozent der Untermieter von fördern & wohnen zutrifft.

Mit Offenheit meine ich nicht die verlogenen und heuchlerischen Aussagen oder bewussten scheinheiligen Versprechen der Orts- und Berufspolitiker bis hin zum Bundespräsidenten und der Parteien im Bundestag, einschließlich der Kirchenvertreter. Hierzu gehört auch die Hurra-Presse, ebenso das Hamburg-Journal.
 
Denn eines muss an dieser Stelle noch einmal ausdrücklich betont werden, kein Außenstehender und wenn er auch nur auf der anderen Straßenseite wohnt oder sporadisch die Unterkunft besucht, kann ermessen und beurteilen welchen unterschiedlichen negativen Belastungen die Altmieter in der Unterkunft, und zwar 24 Stunden täglich, ausgesetzt sind.
 
Bei dieser Gelegenheit muss auch noch einmal das Verhalten der Personen von der “Willkommenskultur” angesprochen werden. Diese Personen sind alles andere, aber keine Integrationshilfen, sondern sie produzieren bei ihren Aktivitäten in der Anlage und in den Treppenhäusern (auch abends, z.B. am Wochenende mit fragwürdigen Umfragen) noch zusätzlichen Lärm durch sehr geräuschvolle Unterhaltung (es entsteht der Eindruck, dass alle Asylbewerber bzw. deren Kinder schwerhörig sind oder die Personen der Willkommenskultur leiden unter einer Profilneurose). Besonders geräuschvoll werden die Türen in der Treffpunktwohnung An der Lohbek 2c zugeworfen. Warum diese Personen die Kinder zu irgendwelchen Aktivitäten aus den einzelnen Unterkunftsräumen abholen müssen, bleibt wohl ein Rätsel oder aber die Kinder wollen gar nicht freiwillig an den Aktivitäten teilnehmen und außerdem nehmen sie den Eltern die Verantwortung für ihre Kinder.

Oder soll damit das eigene Selbstwertgefühl und die Daseinsberechtigung nach außen hin demonstriert  werden? Auffällig ist weiterhin, dass die Personen der Willkommenskultur ihre Aktivitäten nur auf eine kleine Gruppe von Asylbewerbern bestimmter Herkunftsländer beschränken.
 
Warum der Vermieter, die Firma Potenberg Grundstücksverwaltung den Altmietern keinerlei Informationen über das weitere Vorgehen am Grandweg / An der Lohbek zukommen lässt, liegt wohl darin begründet, dass es offensichtlich sein Ziel ist, auch die restlichen Altmietern ohne Gerichte los zu werden.
 
Marion Schlüschen

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© Lokstedt-online 18.11.2015