Flüchtlingsunterkünfte

Platz für weitere Flüchtlinge fehlt

Auf dem Gelände des Deutschen Roten Kreuzes am Behrmannplatz sollen rund 150 besonders schutzbedürftige Flüchtlinge untergebracht werden. Es handelt sich dabei um homosexuelle Männer, traumatisierte Menschen, psychisch Kranke, allein reisende Frauen, Frauen mit Kindern und Schwangere.

Hintergrund ist eine zunehmende sexuelle Gewalt in den Unterkünften. Von Januar bis Juli mussten elf Frauen mit 13 Kindern aus Unterkünften in
Frauenhäuser verlegt werden. „Weitere 18 Frauen mit 27 Kindern wurden von Gewaltberatungsstellen betreut, zehn dieser Frauen hätten Gewalt direkt in der Flüchtlingsunterkunft erlitten. Das hatte eine Schriftliche Kleine Anfrage der FDP-Bürgerschaftsabgeordneten Jennyfer Dutschke ergeben“, so das Hamburger Abendblatt.

Um Platz für die Flüchtlingen zu schaffen, räumt das DRK sein neben einer Kleingartensiedlung im hinteren Teil des Geländes liegendes Katastrophenschutzlager. Nach Angaben des Vorstands des DRK-Landesverbandes Hamburg Georg Kamp bleibt es bei der Anzahl von 150 Flüchtlingen auf dem Gelände, da der Platz für die Unterbringung von weiteren Flüchtlingen fehle. Die Unterbringung erfolgt zunächst mindestens für ein Jahr. „Keiner weiß jedoch wie sich die Lage weiter entwickeln wird“, so Kamp.

Bezüglich der möglichen notwendigen Behandlung der Flüchtlinge verweist Kamp darauf, dass „das DRK hat einen Schwerpunkt in der ambulanten Sozialpsychiatrie“ habe. Ein Teilgebiet der Psychiatrie, dass sich mit den psychischen Problemen der armen Gesellschaftsschicht beschäftigt und die sozialen Ursachen von psychischen Störungen in den Vordergrund der Betrachtung rückt.

Zunächst scheint am Behrmannplatz lediglich für die Unterbringung und Verpflegung gesorgt zu sein. Angesprochen auf Beschäftigungs- oder Sportangebote für die Flüchtlinge, verspricht Vorstand Kamp: „Wir werden auch Angebote für die Sekundärbedürfnisse unserer Gäste schaffen, dies braucht jedoch etwas Zeit.“

Rechtliche Vorbehalte gegen die Unterbringung hält Kamp für ausgeschlossen. Im Bebauungsplan ist das Grundstück für die Sondernutzung DRK ausgewiesen und „die Hilfe für Flüchtlinge gehört zu unseren satzungsgemäßen Aufgaben“, so Kamp.

Vorstand Kamp verspricht, die Lokstedter Bevölkerung einzubinden. Ehrenamtliche Helfer seien bei dem Projekt willkommen und „wenn die Einrichtung angelaufen ist“ wird er über weitere Details berichten.

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© Lokstedt-online 04.11.2015