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Integration

Wir sind Lokstedt

Die Wohnunterkunft Grandweg feierte im benachbarten Park „An der Lohbek“ Anfang September erneut ein Nachbarschaftsfest. Veranstalter waren der Betreiber fördern und wohnen sowie die ehrenamtlichen Helfer. Die Erfinder der Lokstedter Willkommenskultur feierten sich mit hinzu gewonnenem Selbstvertrauen.

Integration braucht einen langen Atem. Aber immerhin: Im Gegensatz zum Vorjahresfest, waren heuer sehr viele Flüchtlinge der Einladung von f & w fördern und wohnen AdÖR gefolgt. Besonders die Frauen scheinen sich gut auf dem Fest unterhalten zu haben. Sie sprachen angeregt mit anderen Frauen und lachten. Offensichtlich haben sich unter den Flüchtlingen bereits Freundschaften gebildet.
Auch wippten viele Frauen zur Musik und im Gegensatz zum letzten Jahr war die Hüpfburg für Mädchen und Jungs gleichzeitig zu benutzen.

Insbesondere die Kinder hatten große Fortschritte gemacht. Sie sprachen deutsch und die Jungs hatten gelernt sich anzustellen. Kinderschminken, Hüte basteln, Anstecksticker gestalten, Rutschen, Hüpfen sowie die Verteilung von Luftballonfiguren durch den Clown verliefen sehr viel geordneter als noch im letzten Jahr - auch die Mädchen kamen dran und alle hatten sehr viel Spass miteinander.

Köstlichkeiten

Außer den vielen Attraktionen für die Kinder hatten die ehrenamtlichen Helfer und einige Flüchtlinge ein riesiges Buffet aufgebaut. Eine nach einem Jahr bereits gut deutsch sprechende syrische Frau etwa brachte einen klassischen Apfelkuchen mit, ihr Mann hatte leckere Kugeln mit Kokos, Zimt und Kardamon hergestellt.
Neben Würstchen vom Huhn und Rind wurden dieses Jahr auch vegane Würstchen angeboten. Ein zweiter Grill mit „normalen“ Würstchen fehlte allerdings - vielleicht im nächsten Jahr?

So war eigentlich alles für ein buntes Sommerfest vorbereitet. Und auch das sonnige Wetter trug zum Gelingen des Festes bei.

Wer war dabei?

Gekommen waren - neben den offiziellen Gastgebern von f & w - natürlich die Helfer, sehr viele Helfer. Die Mitglieder von Herzliches Hamburg waren ebenso gekommen wie die Pastoren. Man hatte das Gefühl, wirklich jeder verfügbare Pastor war gekommen - auch die aus anderen Eimsbüttler Stadtteilen und ebenso pensionierte. Im Schlepptau hatten sie jeweils etliche ihrer Gemeindemitglieder.

Neben den vielen aktiven Christen, stets bereit zum Dialog auf Augenhöhe, war aber auch ein Polizist anwesend. Mitarbeiter der Bücherhalle Lokstedt hatten einen Stand aufgebaut, um dort für ihre Veranstaltung „Dialog in Deutsch“ zu werben. Und auch die SPD Lokstedt war mit allem was sie zu bieten hat vor Ort. Das reichte von Parteisoldaten Schütt über den Bezirksamtsleiter Sevecke bis hin zum (ganz in der Nähe wohnenden) Bürgerschaftsabgeordneten Milan Pein im schnieken dunkelblauem Anzug und Dorothee Stapelfeldt, der Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen.

Auch Bürgerhausgründer Hansjürgen Rhein und die ehemalige Vorsitzende des Bürgerhauses Lokstedt Helena Peltonen waren gekommen. Peltonen die sich in ihrer Freizeit um die Flüchtlingskinder kümmert, hatte eine Scharr Kinder um sich und meist eines davon auf ihrem Schoss.

Und auch einige Bewohner der Nachbarschaft, die teilweise durch Handzettel eingeladen wurden oder zufällig vorbeikamen, waren anwesend und ihre Kinder mischten bei den vielen Aktivitäten mit.

Da die Einladungen auch im Studentenwohnheim verteilt wurden, war ein afghanischer Medizinstudent gekommen. „Leider ist wohl außer mir kein anderer gekommen“, stellte er etwas ernüchtert fest.

Außer weiteren Studenten fehlten auch die meisten Alt-Mieter der (ehemaligen) Wohnanlage Grandweg / An der Lohbek - sie waren Mangelware. Ihnen war offensichtlich nicht zum Feiern zum Mute.

Dafür waren die syrischen Musiker Siad Khawam und Abduhl Rahman Habbal wieder zugegen. Und einige von ihrer Musik Entzückte wagten sogar zu den Klängen von Sitar und Saz zu tanzen - will heißen, sie schlängelten ihre Arme im Rhythmus der orientalischen Musik und amüsierten sich dabei prächtig.

So ein buntes Fest trägt vermutlich zur Integration zumindest aber zum Miteinander bei. Machen Sie sich selbst ein Bild von der Stimmung. Wir haben ein Video ins Netz gestellt.

Dank der Flüchtlinge hat Lokstedt übrigens nun auch ein neues Café. Es lagen Werbeflyer auf den Tischen. Dort stand etwas in arabisch. Eine am Tisch sitzende Afghanin konnte es uns allerdings nicht übersetzen. Es sei zwar die selbe Schrift, aber eine andere Sprache. In der Wohnunterkunft leben 19 Nationen, vermutlich konnten die Werbung also wohl die wenigsten davon lesen. Aber es stand darunter „Why not? Café“ in der Emil-Andresen-Straße 34. Das konnten dann die Lokstedter den neuen Lokstedtern übersetzen: Das Café ist in der Feien evangelischen Gemeinde untergebracht und wurde in der letzten Woche neu eröffnet.

Do. 10.09.2015, 15.00 - 18.00 Uhr

f & w fördern und wohnen AdÖR

Sommerfest

f & w sowie die ehrenamtlichen Helfer der Wohnanlage Grandweg feiern zusammen mit den Bestandsmietern und Neubewohnern sowie allen Nachbarn ein Fest auf der Fußballwiese im benachbarten Park „An der Lohbek“.

Schreiben Sie zu diesem Thema einen Leserbrief!

© Lokstedt-online 27.09.2015