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Wohnunterkunft Grandweg

Zweckentfremdung der Fahrradkeller

Die Altmieter am Grandweg beklagen, dass die Fahrradkeller in der (in Teilen) zur Flüchtlingsunterkunft umfunktionierten Wohnanlage am Grandweg / An der Lohbek zweckentfremdet werden. Sie dienen nunmehr der Entsorgung von gut gemeinten, aber überzähligen Sachspenden.

Die Probleme die entstehen, wenn man mehr als 200 Flüchtlinge in einer kleinen Wohnanlage unterbringt, liegen auf der Hand. Die etwa 40 Wohnungen, die am Grandweg für die Unterbringung von Flüchtlingen genutzt werden, wurden vorher jeweils von etwa zwei Mietern bewohnt, jetzt werden in jeder der kleinen Wohnungen bis zu sechs Wohnraumbedürftige untergebracht. Das Problem ist nicht der einzelne, sondern die große Zahl von Flüchtlingen, die auf geringen Raum untergebracht werden - und die vielen Kinder, die diese mitbringen.

Mittlerweile hat f & w 54 Wohnungen der "ehemaligen" Wohnanlage angemietet, darin werden etwa 240 Füchtlinge untergebracht. Hierbei sind aber die große Anzahl der illegalen Schlafbesucher noch nicht eingerechnet.

Sicher, jetzt werden wieder Einige sagen, f & w habe es ja so schwer, es kämen so viele Flüchtlinge. Vielleicht hätte man aber, als noch weniger Flüchtlinge kamen, die Probleme nicht schönreden sollen! Dann wäre man mit der jetzigen Situation nicht so überlastet. Man hätte einfach weniger Nachbarschaftsfeste in den Unterkünften feiern und sich statt dessen um die tatsächlichen Probleme kümmern sollen. Dann hätte es am Grandweg möglicherweise ein ungestörtes Nachbarschaftsverhältnis geben können.

Mehr Menschen, mehr Mülltonnen

Wenn man nämlich in einer Wohnanlage mehr Menschen unterbringt, als für diese Wohnanlage einst geplant wurde, dann braucht man von allem mehr. Mehr Mülltonnen, mehr Stellplätze insbesondere für Kinderwagen und Fahrräder, mehr Waschmaschinen, mehr Trockenräume - und einen funktionieren Servicedienst vor Ort.

Weniger Mülltonnen, mehr Probleme

Fördern & und wohnen hätte wissen müssen:

  • dass die Mülltonnen für so viele Menschen nicht ausreichen werden. Monatelang mussten sich die Altmieter wieder und wieder über die verstopften und verdreckten Mülltonnen beklagen. Wirklich behoben ist das Problem bis heute nicht.
  • dass es zu erheblicher Lärmbelästigung kommen wird. Der Ramadan ist vorbei und es sind wieder „normale“ Verhältnisse in der Wohnanlage eingekehrt. Normale Verhältnisse in der Wohnanlage am Grandweg, das heißt aber: Die Altmieter führen Lärmprotokolle und hoffen, dass sie damit Gehör finden. Die verantwortlichen Beamten behaupten aber, sie hätten keine Kenntnis von Problemen vor Ort.
  • dass die Berge von Sachspenden gelagert und irgendwann wieder entsorgt werden müssen. F & w reagiert einfach nicht auf die Missstände vor Ort oder will es nicht wahrhaben. Scheinbar kennt man bei f & w die angemieteten Räumlichkeiten nicht. Kinderwagen etwa versperren die Fluchtwege.

Der beschleunigte Konsumgüter-Zyklus

So sind die Flüchtlinge am Grandweg in sehr kurzer Zeit in einer Art Turbo-Wegwerfgesellschaft angekommen. Wobei der Zyklus von Erwerb und Entsorgung von Gütern in der Unterkunft extrem verkürzt ist:

Der Flüchtling bekommt ein Fahrrad geschenkt und freut sich. Dann geht der Vorderreifen kaputt, weil er über einen Kantstein gefahren ist. Das Fahrrad wird im Fahrradkeller oder im Gebüsch entsorgt. Der Flüchtling geht zur Ausgabestelle von Sachspenden und - bekommt ein neues Fahrrad. Zwar gebraucht, aber mit heilem Vorderrad. Der Zyklus Kantstein - Fahrradkeller - Ausgabestelle beginnt aufs Neue.

Reparatur oder Recycling?

An dieser Stelle muss man den Flüchtling in Schutz nehmen. Er kann sein Fahrrad nicht einfach zum Fahrradhändler auf der Ecke bringen und dort seinen Fahrradschlauch austauschen lassen - dafür reicht sein Taschengeld nicht. Insofern sollten die Flüchtlingsunterstützer, wenn sie Fahrräder verschenken, auch daran denken, Fahrradreparaturkurse in ausreichender Zahl anzubieten. Und - wer Ausgabestellen für Sachspenden einrichtet, der sollte auch Unterstellmöglichkeiten und Rücknahmestellen einrichten.

Vielleicht sind auch manche Spenden nicht hundertprozentig in Ordnung, funktionieren nicht mehr richtig oder es gibt neuere Modelle. Der Flüchtling, der solch ein „Geschenk“ loswerden möchte, kann auch nicht wissen wo er es entsorgen soll. Zum Recyclinghof in Niendorf ist es zudem - zumal mit einem kaputten Rad - eine weite Strecke. Manche Flüchtlinge verstopfen dann die Mülltonnen vor Ort mit Sperrmüll. Die sich das nicht trauen, gehen in die Nachbarschaft: Im Brunsberg etwa wurde jüngst eine Mülltonne komplett mit Alt-Kinderkleidung vollgestopft. Die Besitzerin der Mülltonne hat die Kleidung herausgenommen, gewaschen und zu Freunden nach Italien gebracht. Die haben sich sehr gefreut, denn die Kleidung war noch gut zu gebrauchen.

Der Sperrmüll landet im Fahrradkeller

Was den Fahrradkeller am Grandweg betrifft, müsste dringend eine Lösung gefunden werden. Ansonsten führt der oben beschriebene Zyklus dazu, dass die Altmieter - die ihre Fahrräder pflegen und meist mehr als 15 Jahre benutzen - diese nicht mehr vernünftig unterstellen können, weil die Fahrradkeller mit defekten Fahrrädern, Kinderwagen, Dreirädern und Wäscheständern überfüllt sind. Was dort nicht unterkommt, landet übrigens auch in den Büschen.

Wobei in den Büschen abgestellte Kinderwagen ein besonderes Ärgernis darstellen, weil Spaziergänger oft einen Riesen-Schreck bekommen und schnell nachsehen, ob da nicht noch ein Baby im Kinderwagen ist.

Der Brief der Mieter

Aus aktuellem Anlass (siehe Fotoserie) haben nun die Altmieter erneut einen Brief an ihren Vermieter schreiben müssen:

„Wie aus den in der Anlage beigefügten Fotos ersichtlich wird der Fahrradkeller durch f & w bzw. den Untermietern von  f & w als Abstellraum für defekte Sachspenden sowie zur Sperrmüllentsorgung zweckentfremdet, sodass die eigentliche  Nutzung, nämlich das Abstellen bzw. Unterstellen von Fahrrädern nicht mehr möglich ist.
Ich möchte den Eigentümer und Vermieter eindringlich darum bitten, dass f & w sehr zeitnah aufgefordert wird, den Fahrradkeller so wieder herzurichten, dass ein Abstellen bzw. Unterstellen von Fahrrädern wieder möglich wird und dass dadurch eine Reduzierung der in den Büschen, Hecken und den Hauswänden abgestellten bzw. dort hinein geworfenen Fahrräder statt findet.“

Schreiben Sie zu diesem Thema einen Leserbrief!

© Lokstedt-online 28.08.2015