Leserbrief

Den Deutschen...wird es nicht mehr geben

(zu: 30 Tage Verständnis vom 14.06.2015)

Wehret den Anfängen!

Mit Journalismus hat dieser Artikel nichts zu tun. Das ist unterste Schublade, Bildniveau. Hier wird Hetze gegen eine Minderheit betrieben.
Wer bestimmt eigentlich, dass das Projekt gescheitert ist? Sie?

Der letzte Absatz hat mich besonders entsetzt: Statt einen Konsens zu finden, fordern Sie die ,,Altbewohner" auf lieber in den nächsten 30 Tagen in den Urlaub zu fahren.

Und wer darf hier eigentlich solche Artikel schreiben? Jeder? Da wollte sich doch einfach nur ein unzufriedener Bürger Luft machen. Sobald man auf die Homepage von Ihnen kommt, gewinnt man durch diesen Artikel den Eindruck, als wären wir Lokstedter alle phobisch und agressiv gegen andere. Das macht den Stadtteil unattraktiv!

Noch mehr schockieren mich die Leserbriefe. An Herrn Miosga, der angeblich für die Mehrheit der Hausbewohner sprechen darf, hätte ich die Frage, wie viel denn von Ihrer Seite persönlich etwas unternommen wurde, um ein friedliches und auf respektvollem Umgang basierendes Miteinander zu ermöglichen? Ich habe den Eindruck, als hätten sie sich noch nie mit den Menschen, die neu in die Gegend gezogen sind, persönlich auseinandergesetzt. Vielmehr verstärkt sich der Eindruck, als hätten Sie jegliche Kommunikation über die Staatsgewalt, f & w und Bilder laufen lassen.

Und was Sie, Frau Freuers, schrieben, ist einfach nur entsetzlich zu lesen. Sie setzen Menschenleben mit statistischen Zahlen gleich. Sie müssen mal von diesem Gedanken loskommen, dass diese Leute Menschen 2. Klasse sind! Was soll diese infame Unterstellung, die Mehrheit der Asylanten wären junge Männer, die unter zwielichtigen Beweggründen hierher gekommen sind?! Und was sind für sie
die restlichen 10%? Wer bestimmt welcher Mensch böse und welcher gut ist? Wehret den Anfängen, sage ich da nur! Ich hoffe inständig, dass Sie nicht die Mehrheit der Lokstedter repräsentieren.

Und Sie sollten sich mal wirklich in christlicher Nächstenliebe üben! Denn das bedeutet nicht, dass man nur christliche Nächstenliebe an die weitergibt, die einem gut ins Bild passen.

Wenn Sie keinen Konsens mit den neuen Mietern finden, dann gäbe es noch den Weg über die direkte Ansprechpartnerin von f & w für diesen Stadtteil. Ich habe mir mal die Mühe gemacht und ihre Daten rausgesucht:

Beate Schmid-Janssen
Grüner Deich 17
20097 Hamburg
Tel.: 428 35 32 13
Fax: 428 35 51 29

Und, da es sich ja in dem Artikel besonders um den Monat Ramadan handelt, hier der Kontaktlink zum Islamischen Zentrum Hamburg. Warum schreiben Sie nicht mal einen Imam an und schildern Sie ihm ihre Sorgen und Ängste, dass die neuen Anwohner ,,über die Stränge schlagen" werden. Vielleicht hat er einen guten Rat oder schickt sogar jemanden, um eine Art Mittler zu sein. Ich kann mir
nämlich auch gut vorstellen, dass die fehlende Kommunikation nicht zuletzt auf der Sprachbarriere beruht: izhamburg.de

Fangen Sie endlich an sich mit Menschen aus anderen Kulturkreisen und anderer Religion offen auseinanderzusetzen! Die ,,Hochburg" Europa wird es bald
nicht mehr geben, die Menschen rücken auf aller Welt immer mehr zusammen. Neue Beziehungen werden eingegangen, ,,den" Deutschen, ,,den" Franzosen, ,,den" Engländer oder ,,den" Afghanen wird es nicht mehr geben. Hass und Wut bringt uns nicht weiter in dieser Welt.

Das einzige, zu was mich dieser Artikel gebracht hat, ist, dass ich mal dahin gehen werde, An der Lohbek 2c, und mir die Situation vor Ort ansehen werde. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass 200 gestrandete Menschen, fern von ihrer
Heimat, nichts Besseres zu tun haben, als in einem fremden Land Stunk zu machen. Aber man weiß ja auch: So wie es in den Wald hineinreinruft...

Jorinna Glade

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© Lokstedt-online 17.06.2015