Leserbrief

Den arbeitenden Handwerkern zuwinken

Vielen Dank für den sehr gut recherchierten und sehr detaillierten Artikel.

Niemand der Anwohner ist grundsätzlich gegen einen Gewerbehof, doch das, was hier geplant wird, ist grotesk: ein 195 Meter langer massiver dunkler Klotz, der mit einer Höhe von 16,4 Meter statt der zulässigen 11,9 Meter nicht nur die angrenzenden Gärten der Anwohner verdunkeln würde, sondern auch die von Kastanien gesäumte Straße Jägerlauf verändern wird. Schließlich würde der Gewerbehof in seiner jetzigen Planung rund 5 Meter höher sein als die angrenzenden Häuser: So könnten auch Autofahrer im Jägerlauf bereits die Meistermeile "bestaunen" und die Anwohner der anderen Straßenseite den Handwerkern der oberen Etage noch zuwinken.

Wie der Münchner Architekt dieses monströsen Gebäudes so schön sagte, sind die Voraussetzungen in München und Hamburg sehr unterschiedlich. Der Münchner Gewerbehof hat eine vierspurige Straße auf der Vorderseite und Bahngleise auf der Rückseite - in Hamburg führt eine kleine Sackgasse auf das Gebäude zu und an die Rückseite schließt sich ein Wohngebiet an. Es grenzt schon an Ignoranz diese Unterschiede lediglich mit einer Reduzierung der Geschosshöhe um ein Stockwerk zu würdigen, dafür das gesamte Gebäude jedoch zu verlängern.

Steigt man in weitere Details ein, so verschlägt es einem die Sprache und die Geschichten des Schildbürgertums werden wieder präsent. In diesem Fall sind die Planer die Schildbürger und die Bürger nach Fertigstellung des Gebäudes die Dummen. Damit sind nicht nur die Anwohner gemeint, sondern alle Hamburger, die mit ihren Steuergeldern wieder einmal die Fehlplanungen der Stadt zahlen müssen.

B. Welzhofer, Jägerlauf

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© Lokstedt-online 02.02.2015