Offene Kinder- und Jugendhilfe

Kürzen? Nix da!

Ein internes Papier der Sozialbehörde spricht sich dafür aus, die offene Kinder und Jugendhilfe drastisch zu reduzieren. Betroffen hier in Lokstedt vermutlich der Verein Lenzsiedlung. Dieser reagiert mit der Ankündigung einer Protestwoche.

Sozialsenator Detlef Scheele (SPD) argumentiert sein Vorhaben mit der Einführung der Ganztagsbetreuung in den Schulen. Wenn die Kinder bis zum späten nachmittag in der Schule blieben, benötigten sie kaum noch Jugendtreffs.

Ab 2013 sollen daher 3,5 Millionen Euro im Bereich der offenen Kinder- und Jugendhilfe eingespart werden, obwohl bisher kaum die Hälfte der Grundschüler die Ganztagsangebote annimmt und die Nachmittagsbetreuung an den Stadtteilschulen längst noch nicht umgesetzt ist.

Die Sozialbehörde schrumpft hier die Etats bereits heute mit Blick auf eine ungewisse Zukunft, in der sich alles an der Schule abspielen soll, ein.

Der Bezirk Eimsbüttel müsste, wie alle anderen Hamburger Bezirke, diese 10 prozentigen Einsparungen umsetzen und für den Verein Lenzsiedlung würde das vermutlich Einsparungen beim dringend benötigten Personal bedeuten.

„Es kann gut sein, dass wir dann eine halbe Stelle streichen müssen und dadurch dann ein paar Angebote wegfallen“, sagt der Geschäftsführer Ralf Helling.

Auf einer neuen Facebookseite ruft der Verein Lenzsiedlung zu einer Protestwoche auf. Vom 23. bis zum 27. April 2012 werden verschiedene Protestaktionen abgehalten, deren Höhepunkt die Protestkundgebung am Freitag auf dem Else-Rauch-Platz sein wird. Auch in Wandsbek formiert sich bereits der Widerstand und selbst einige SPD-Abgeordneten kritisieren ihren Sozialsenators.

Kürzen? Nix da!

Freitag, 27.04.2012, 13.00 - 18.00 Uhr

Protestveranstaltung gegen die Kürzungen in der offenen Kinder- und Jugendarbeit und Familienförderung
Else-Rauch-Platz / U Lutterrothstraße

www.facebook.com/pages/Lenzsiedlung-eV/248144175283253

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© Lokstedt-online.de 22.04.2012