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Leserbrief

45 zweckentfremdete Wohnungen

Beim intensiven Lesen Ihres Berichtes spürt man richtig ihre Anstrengungen, einen neutral gehaltenen Sachstand wiederzugeben. Dennoch möchten wir, die Bestandsmieter, einige aktuelle bzw. korrekte Sachverhalte klarstellen:

  1. Warum die Bewohner der Unterkunft in einer etwas größeren Anzahl auf dem Fest waren als in der Lokstedter Höhe, mag ja auch daran gelegen haben, dass am Vormittag des Tages eine umfangreiche  Sachspendenausgabe durchgeführt wurde.
  2. Der Wach- bzw. Sicherheitsdienst wurde mit dem Zeitpunkt 30.09.2014 durch fördern & wohnen (f & w) eingestellt. Der Grund ist sicherlich nicht, dass nunmehr keine Lärmbelästigung in den Abend- bzw. Nachtstunde stattfindet, es sind schlicht und einfach Kostengründe. Das bedeutet im Klartext, dass nunmehr die nächtlichen Besucher wieder ungestört Zutritt zu den Wohnungen haben (mehr Rücksichtslosigkeit sowie Lärmbelästigung für die Bestandsmieter) und auch der nächtliche Hol- und Bringedienst mit Transportern (abgedunkelte Scheiben) kann wieder störungsfrei durchgeführt werden.
  3. Der Sachspendenaufruf im Niendorfer Wochenblatt für die "armen Menschen", dass ist nicht unsere Formulierung, sondern die wird immer wieder gern als Argumentation von der "Willkommenskultur Lokstedt" benutzt, etwa durch Pastor Müller-Teichert aus Lokstedt, hat zu folgender Situation geführt:  ca. 50 Prozent landen als Sperrmüll (z.B. klappbare Kinderkarre, Blumenständer, Tischlampen etc.) in den bzw. vor dem Hausmüllcontainer, sodass der nette Technikassistent jeden Donnerstag und Montag etwas eher seinen Dienst beginnt und erst einmal die Hausmüllcontainer entleerungsfähig für die Stadtreinigung herrichtet. Der weitere Entsorgungsplatz für sperrige Sachspenden ist im Fahrradkeller (siehe Fotos).
  4. Was nun die zwei Mitarbeiter von f & w vor Ort und ihre Inkompetenz betrifft, möchten wir am nachfolgenden Beispiel verdeutlichen: Eine Asylbewerberfamilie (in guten Zeiten 6 Personen, in schlechten Zeiten bis zu 12 Personen), welche in der Vergangenheit sehr oft wegen massiver Lärmbelästigung aufgefallen ist (es waren mehrfach Polizeieinsätze erforderlich, bis hin zur Hausverbotserteilung durch die Polizei), wird nunmehr aus einer WE An der Lohbek in eine WE Grandweg verlegt. Will heißen, der Verlegungsgrund "Lärmbelästigung" wird nun in einen anderen Hauseingang verlegt, die Ursache aber nicht beseitigt.
  5. Die große Anzahl von Hamburger Wohnungssuchenden ( z.B. Alleinerziehende mit Kindern, Studenten etc.) für Mietwohnraum zu angemessenen Bedingungen müssen weiterhin Geduld aufbringen. Der Grund dafür, dass in naher Zukunft kein bezahlbarer Mietwohnraum zur Verfügung steht, liegt in der Tatsache, dass zwischenzeitlich durch den SPD-Senat in Hamburg das Polizeirecht für die Unterbringung der Flüchtlinge und Asylbewerber zur Anwendung gebracht wurde. Auf Deutsch: Erst die Gäste der Bundesrepublik und dann die Hamburger Wohnungssuchenden.
  6. Die Anzahl der zweckentfremdeten Mietwohnungen ist mittlerweile auf 45 angestiegen.

Nun hätten wir schon fast vergessen. Noch ein Hinweis: Im Februar 2015 ist Bürgerschaftswahl!

Rüdiger Miosga

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© Lokstedt-online 13.10.2014