Flüchtlingsunterbringung

Pilotprojekt gescheitert

Am Donnerstag, den 19.06.2014 um 01.30 Uhr wurden die Bestandsmieter in dem ehemaligen Mietshaus An der Lohbek 2a und den Nachbargebäuden durch lautes Geschrei und Klopfen aus dem Schlaf gerissen.
 
Ursache des Lärms war ein massiver Polizeieinsatz in Zusammenarbeit mit der Ausländerbehörde und einem privaten Sicherheitsdienst. In einer durch fördern & wohnen angemieteten Wohneinheit wurde eine sich illegal in Deutschland aufhaltende Großfamilie aus Montonegro aufgespürt, festgenommen und in einem bereitstehenden Bus verbracht. Wie Anwohner berichten, stand der Bus schon zwei Stunden vorher mit laufenden Motor am Grandweg bereit. Die gesamte Räumung dauerte drei Stunden und sorgte somit für eine erhebliche zusätzliche Lärmbelästigung der Bestandsmieter in den Nachtstunden.

Auf Nachfrage bei den Einsatzkräften, ob denn solche Aktionen nicht geräuschloser durchgeführt werden könnten, erhielten die aus dem Schlaf aufgeschreckten Bewohner zur Antwort: „Stellen Sie darauf ein, dass solche Aktionen in Zukunft vermehrt durchgeführt werden müssen.“ Solche Aktionen würden fast immer nachts durchgeführt, schon um Aufsehen zu vermeiden.
 
Für die Bestandsmieter sind diese nächtlichen Behördenaktionen nur eine weitere Belästigung in ihrem nicht mehr ganz einfachen Leben. Seit Monaten klagen sie bereits über die unhaltbare Situation. Einige der Betroffenen können ihrem Beruf nicht mehr konzentriert nachgehen und müssen wegen durch Stress und Angst ausgelöster gesundheitlicher Probleme vermehrt ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen.

Denn in der einst so idyllischen Siedlung am Grandweg kommt es nun täglich zu Lärmbelästigungen, Vermüllung, Bedrohungen und anderen Rücksichtslosigkeiten einiger der Asylbewerber. Hinzu kommen die Ängste einiger alleinstehender Bestandsmieter, überwiegend Frauen, die die Unterstützung der Polizei bei Störungen der Nachtruhe nicht in Anspruch nehmen, weil sie Repressalien befürchten.
 
Die Mieter am Grandweg fragen sich, wann das Bezirksamt Eimsbüttel endlich einsieht, dass das Pilotprojekt Grandweg gescheitert ist und weiterer Schaden - für die Mieter und den Stadtteil - abgewendet werden muss.
 

Schreiben Sie zu diesem Thema einen Leserbrief!

© Lokstedt-online 24.06.2014