Leserbrief

Es ist nicht zu fassen

Ich habe diese sogenannte Informationsveranstaltung besucht. Mein Fazit:
Hier gab es von Seiten der Veranstalter kaum Informationen; für die
Verantwortlichen aus Richtung der Betroffenen umso mehr - hier wird seit
Jahrzehnten verschlammt und weggeguckt, was den Hochwasserschutz der
Anlieger angeht und so getan, als seien das völlig ungeahnte und unbekannte
Neuigkeiten! 

Die Darstellung des zur Ansiedlung vorgesehenen Grundstückes im Überflutungsgebiet der alten Kollau mit laser- und computergestützten Berechnungen des sogenannten Ist-Zustandes scheinen mir mehr als geschönt und an der Realität vorbei geschummelt.  

Frage: Wie kann für die alte Kollau überhaupt ein Ist-Zustand ermittelt werden und wie eine angebliche Fließgeschwindigkeit?  Es gibt überhaupt keine Fließgeschwindigkeit!

Frage: Wie wurden die Daten überhaupt erhoben, wann, wie oft und von wem?

Nicht Jeder, der einen nassen oder vollgelaufenen Keller hatte, hängt das an die große Glocke - woher wollen die Verantwortlichen der Behörde das überhaupt wissen? Sind sie bei jedem Regenguss vor Ort?  Der Überflutungs-Zustand wurde per Computer und rein theoretisch errechnet - von Jemandem, der nicht hier wohnt und die tatsächlichen Umstände nicht kennt und entspricht absolut nicht(!) den tatsächlichen Gegebenheiten. 

Jeder weiß:  Wasser sucht sich seinen Weg -  und oft sehr anders als gedacht. Wurden die Wasserstände an dem Pegelstand unterhalb der Niendorfer Straße abgenommen?

Der kann hier gar keine Daten liefern, denn das Geschehen spielt sich davor(!) ab!  Dieser Brückenneubau ist unter anderem mitverantwortlich für die Überflutungssituationen -  hier fängt sich viel Gestrüpp und der Unterbau ist zu tief - es ist ein großes Fließhindernis (möglicherweise auch gewollt), denn dahinter gilt es ebenso die Bebauungen bei der Pulvermühle vor Hochwasser zu schützen, indem das auf diese Weise in die alte Kollau zurückgestaute Wasser sich hier in den Sumpfwiesen verteilen und versickern
soll.

Wie soll es das, wenn dort der Boden großflächig versiegelt wird?

Allerorten wird vor einer weiteren Versiegelung des Bodens gewarnt -  warum
bloß?   

Es wurden uns Berechnungen gezeigt, die belegen sollen, dass die geplante Aufschüttung inklusive Abflussgraben zu keiner Erhöhung / Vermehrung des Oberflächenwassers und somit zu keiner Gefährdung der Anlieger komme. Als langjährige Anwohnerin möchte ich behaupten, die Werte, die diesen Berechnungen zugrunde gelegt wurden, sind schlichtweg falsch (weil falsch erhoben, falsch bewertet, zu wenig, rein theoretisch).

Zur Beschwichtigung wurde uns angeboten, vor Ort die erhobenen Werte und Berechnungen einzusehen. Ebenfalls wurde eine weitere Veranstaltung zum Thema
Hochwasserschutz der Anwohner versprochen - ich hatte allerdings den Eindruck, dass man hier gerne auf den Umbau der alten Kollau - siehe „Fluttore“ - überleiten, sprich: vom Thema ablenken wollte!

Zu dem Abend sage ich nur: Gitternetz! -  und alle anwesend Gewesenen schreien auf!

Wie ist es nur möglich, dass auf einem Gebiet, welches von der EU als Überflutungsgebiet ausgewiesen werden soll, zu bauen - es ist nicht zu fassen.

Hier werden in Windeseile Tatsachen geschaffen, koste es was es wolle (die Anlieger haben ja die nassen Füße). Allerorten wird vor einer weiteren Versiegelung des Bodens gewarnt.

Übrigens: die Grundwassersituation in dieser Gegend wurde, wenn ich richtig verstanden habe, überhaupt nicht berücksichtigt. Seit 25 Jahren haben wir hier stetig steigendes Grundwasser und dadurch drückendes Grundwasser unter der Kellersohle.  Vor zehn Jahren sahen wir uns gezwungen deshalb im vormals trockenen Sandboden eine Drainage zu legen.

Dorothea Sehlz

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© Lokstedt-online 04.06.2014