Leserbrief

Bericht und Kommentar trennen

Ich finde Ihren Rundumschlag äußert schwer erträglich.
 
Da informieren Sie einerseits über die Veranstaltung in der Aula und stellen fest: „Was aus Ihnen (den Flüchtlingen) wird, bestimmen auch wir, die wir ihnen Obdach geben – durch die Art, wie wir mit ihnen umgehen.“
 
Andererseits diffamieren Sie ja schon Menschen, die die Flüchtlinge willkommen heißen wollen, wie den Pastor, der nach Ihrer Meinung finanziell von den Flüchtlingen profitiert und deshalb den Mund halten sollte, oder die „professionellen Teilnehmer an runden Tischen“ oder sie schlagen vor, Senioren sollten im Bürgerhaus Flüchtlingen Plattdeutsch beibringen. Meinen Sie so was ernst?
 
Glauben Sie wirklich, das Bezirksamt habe die moralische Pflicht, sich für Firma Potemberg bei den Mietern von deren Häusern zu entschuldigen?
 
Aber Sie schaffen es ja auch, den Aufnahmestopp im Fußballkindergarten und die überteuerten Mieten in Lokstedt noch mit den Flüchtlingen in Zusammenhang zu bringen. Und den überschuldeten jungen Familienvater und Hausbesitzer, dessen Eigentum angeblich weniger Wert wird. Das ist dem vermutlich gerade egal, weil er drin wohnen und nicht verkaufen will. Diese Aufzählung ließe sich noch länger fortsetzen.
 
So tragen Sie nicht dazu bei, dass die Flüchtlinge menschlich empfangen werden. Oder wollen Sie das nicht?
 
Ich habe mal gehört, dass Journalisten beigebracht bekämen, dass man, um als seriös zu gelten, Bericht und Kommentar voneinander trennen sollte.
 
Und außerdem: „In der Kürze liegt die Würze“ – (Volksmund, Lokstedt)
 
Interviewen Sie doch mal Herrn Sevecke, oder den Pfarrer, oder die Verantwortlichen von „Fördern und Wohnen“, oder Firma Potemberg zu ihren Motiven. Das würde ich dann gern lesen.

Ulrich Staets

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© Lokstedt-online 20.03.2014