Leserbrief

Problematik absurd runter gespielt

Es war eine Freude zu sehen, wie viele betroffene Menschen an diesem Abend teilnahmen. Aber es macht auch klar, wie groß die Probleme sind. Wenn man sich einmal auf einer Weltkarte ansieht, aus wie vielen Teilen der Welt Flüchtlinge in Deutschland Hilfe suchen und dann merkt, wie klein Deutschland dagegen ist und es wird klar, der Unterbringungsplatz ist knapp. Eigentlich wird auch klar, so kann es nicht weiter gehen, was der deutsche Steuerzahler leisten muss, um den Unkosten der Flüchtlinge Herr zu werden.

Dabei wird der brave Bürger nicht einmal nach seiner Meinung zu diesem Thema gefragt. Man hat zu zahlen und für die Flüchtlinge Platz zu machen. Dazu kommt die Belastung, die das alltägliche Leben mit diesen ungewohnten neuen Nachbarn mit sich bringt.

Wenn ich mich an die früheren Asylanten der Niendorfer Straße zurück erinnere, habe ich mich immer sehr über die gewaltige Silvesterknallerei dort gewundert, die ca. 14 Tage andauerte (unsere Steuergelder).

Um auf diesen Info-Abend zurück zu kommen, so muss ich sagen, ich habe mich total veralbert gefühlt. Die Problematik mit dem Umgang der armen Flüchtlinge wurde absurd runter gespielt und machte klar, wie wenig die Probleme der betroffenen Anwohner ernst genommen werden.

Besonders betroffen machten mich gestandene Männer, die sich ans Mikrofon wagten, um ihren Standpunkt zu erläutern. Ihre innere Erregung und Verzweiflung war deutlich zu spüren. Männer, die hier in Lokstedt für sehr viel Geld ein Haus für ihre Familie erwarben, dafür ein Leben lang hart arbeiten müssen – sie wurden nicht ernst genommen!

Die Dame, die freundlich fragte, wann denn ein Lärmschutz bei den Bahngleisen errichtet wird, erhielt die schnoddrige Antwort des Bezirksamtsleiters Eimsbüttel: „Das ist nicht geplant und meines Erachtens auch nicht nötig.“ Die Anwohner sind dem Fluglärm, Bahnlärm, Grundwasser und obendrein demnächst wieder der Problematik mit den Asylanten ausgesetzt und die zuständigen Behörden scheinen sich für die Probleme ihrer Bürger nicht zu interessieren, verlangen aber von den Bürgern, dass sie alles um sie herum stillschweigend erdulden und Asylanten mit offenen Armen Hilfe leistend, alles bezahlend aufnehmen.

Ich kenne Rentner/innen, die ein Leben lang gearbeitet haben und an der Armutsgrenze, höchst bescheiden müssen. Ich habe mich auch sehr über Herrn Rust (SPD) gewundert, der hat in der ersten Reihe gesessen und hätte doch auch mal außerhalb des Wahlkampfes etwas sagen können. Aber auch ihm liegt nichts an der Situation der betroffenen Anwohner.

Nicht nur ich bin sehr, sehr aufgebracht, wütend und maßlos enttäuscht nach Hause gegangen. Ich fühle mich zu alt um dieses Desaster mit den Asylanten in noch größerem Ausmaß als damals zu durchleben, aber heut zu Tage ist man ja nicht einmal mehr im Altenheim sicher!

Sigrid Amendy

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© Lokstedt-online 08.03.2014