Athletinnen

ETV-Flüchtlingssport

Wir nehmen niemandem Hallenkapazitäten weg

Der ETV startet am 23. November sein umfangreiches Sportprogramm für Flüchtlinge: „Refugees@ETV“ mit über zwanzig kostenlosen Angeboten für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Der Verein möchte damit „einen Beitrag für die Integration der Menschen in unsere Gesellschaft und in unsere Vereine leisten“.

Seit einer Woche wird in den Hamburger Flüchtlingsunterkünften ein Flyer verteilt. Der ETV stellt darauf in drei verschiedenen Sprachen (Deutsch / Englisch / Arabisch) sein breit gefächertes Sportangebot vor - ein Wegweiser der informieren und neugierig machen soll. 

Zwölf Erwachsenen- und zehn Kinder-Angebote von Ballspielen, Kampfsportarten, Schwimmangeboten, unterschiedlichen Gesundheits- und Fitnessangeboten bis zum klassischen Eltern-Kind-Turnen ist alles dabei. 

Finanziert wird das Programm aus verschiedenen Töpfen. In erster Linie finanziere der ETV das Programm selbst, so Friederike van der Laan, zuständig für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit: „Wir beim ETV verstehen uns als Solidargemeinschaft, wo die Stärkeren den Schwächeren in der Gesellschaft helfen und unterstützen.“  

Es gäbe aber diverse Zuschüsse, so van der Laan weiter. „Die Kinder und Jugendlichen werden Mitglied über das Programm ‚Kids in die Clubs‘, das auch Hartz-4-Kindern die Vereinsmitgliedschaft ermöglicht. Für diese Mitglieder erhält der ETV 10 Euro im Monat“, so der Vorsitzende Frank Fechner. „Für die Erwachsenen erhalten wir derzeit keine Finanzierung. Es ist aber mit den Verantwortlichen im Bezirksamt abgesprochen, dass wir bei einer relevanten Kostenbelastung Zuschüsse des Bezirks beantragen können“, so Fechner weiter.

Der ETV möchte den Flüchtlingen in ihrer prekären Lebenssituation ein Stück Normalität und eine neue sportliche Heimat in der Fremde geben. „Wir sind davon überzeugt, dass wir mit einem guten Sportangebot für Flüchtlinge einen Beitrag für die Integration der Menschen in unsere Gesellschaft und in unsere Vereine leisten können“, so Fechner.

Und auch die Übungsleiter leisten einen Beitrag: Sie erhalten für ihre Arbeit einen einheitlichen, reduzierten Stundensatz.

Auf unsere Nachfrage, ob in Hamburg nicht allmählich die Sporthallen knapp würden, antwortet der Verein: „Die zusätzlichen Angebote für Flüchtlinge finden nur in den Vormittagsstunden in unseren Hallen statt, weil sie dann nicht voll ausgelastet sind. Die Angebote am Nachmittag oder Abend sind reguläre Angebote, in denen nach Rücksprache mit den Trainern Kapazitäten für zusätzliche Teilnehmer/innen bestehen.“ Fechner: „Wir nehmen niemandem Hallenkapazitäten weg.“

Der Flyer des Refugees@ETV-Sportprogramms kann auf der Homepage des ETV heruntergeladen werden. Sportinteressierte Flüchtlinge können sich auch direkt an Katja Schöneberndt wenden: 
Tel.: 40 17 69 43
refugess@etv-hamburg.de 

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© Lokstedt-online.de 21.11.2015