ETV-Delegiertenversammlung

Fehlende Sportflächen in wachsender Stadt

Am Donnerstag, den 16. November, fand die diesjährige Delegiertenversammlung des Eimsbütteler Turnverbands e. V. im Haus des Sports statt. 120 Delegierte genehmigten den vom Vorstand vorgelegten Jahresabschluss für 2016 und den Haushaltsplan für 2018.

2016 verzeichnete der ETV bei einem Umsatz von rd. 5,8 Mio. Euro einen Überschuss von 204.000 Euro. Die Überschüsse gehen in die zweckgebundenen Rücklagen des ETV, die für künftige Infrastrukturprojekte angespart werden. Diese äußerst positive Entwicklung ist im Wesentlichen auf gestiegene Mitgliederzahlen und gute Ergebnisse der gemeinnützigen
Tochtergesellschaft ETV KiJu zurück zu führen. 
 
Sportlich zeigt sich der ETV erfolgreicher als je zuvor. Erstmals stellt der Verein fünf Bundesligamannschaften (Wasserball-Damen, Floorball-Damen und -Herren, Softball-Damen, Fußball B-Junioren). Mit Martyna Trajdos (Judo) und Julius Thole (Beachvolleyball) hat der ETV zwei Weltklasse-Athleten in seinen Reihen, die Olympia-Ambitionen hegen. Und der Breiten- und Freizeitsport ist im ETV so vielfältig und trendorientiert.
 
Zum 1. Oktober 2017 meldete der ETV gegenüber dem Hamburger Sportbund erneut einen neuen Mitgliederhöchststand: In diesem Jahr sind durchschnittlich 14.300 Vereinsmitglieder registriert. Das entspricht einem Zuwachs von ca. 4,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Vorstand und alle weiteren Gremien des Vereins sind mit sehr großer Mehrheit entlastet worden.
 
Wichtigster Tagesordnungspunkt waren die Wahlen zum Aufsichtsrat: vier der sieben Positionen waren neu zu wählen. Wiedergewählt wurden Margret Bülow-Schramm und Dieter Schütt (beide Freizeitsport), neu in das Gremium wurden Fabian Schöniger (Freizeitsport) und Till Wieman (Fußball, Tennis) gewählt. Joachim Bischoff und Hermann Ligthert hatten auf eine erneute Kandidatur verzichtet und wurden mit großem Applaus aus ihren Ämtern verabschiedet.
 
Zu Beginn der Versammlung sprach der Eimsbütteler Bezirksamtsleiter Kay Gätgens ein Grußwort zu den Delegierten, in dem er die aktuelle Debatte um fehlende Sportflächen in der wachsenden Stadt offensiv aufgriff. Es seien in den vergangenen Monaten erhebliche Fortschritte in der Kommunikation und Zusammenarbeit der Akteure in der Stadtentwicklung, in der Politik und im Sport erzielt worden, so Gätgens. „Man redet miteinander, die Planer nehmen den Sport inzwischen sehr ernst, das ist auch ein Verdienst des ETV, der die Diskussion über Stadtentwicklung durch Sport stark befördert hat“, sagte Gätgens.
 
In seiner Eingangsrede hob der Vereinsvorsitzende Frank Fechner hervor, dass es angesichts der Verdichtung der Stadt und des Wachstums neuer Stadtteile in den kommenden Jahren vor allem darum gehen muss, die Flächen für den Breitensport zu sichern und auszubauen. „Da wo die Bevölkerung wächst, müssen auch die Sportflächen wachsen“, forderte Fechner und appellierte an die Sportpolitiker, „Stadtentwicklung als die größte sportpolitische Herausforderung der kommenden Jahre zu begreifen“. Gleichzeitig kündigte er an, dass der ETV seine vereinseigenen Sportanlagen auf hohem Niveau weiter entwickeln wolle, um Sportflächen und Kapazitäten zu erweitern und niedrigschwellige Sportangebote für möglichst viele Menschen zu schaffen.
 
Auch eine Satzungsergänzung wurde beschlossen. Der ETV schreibt das Ziel des Kinderschutzes und der Prävention von sexualisierter Gewalt in der Satzung fest und regelt die Maßnahmen zur Erreichung dieses Ziels für alle haupt-, neben- und ehrenamtlich im Kinder- und Jugendsport Beschäftigten verbindlich. Damit ist der ETV einer der ersten Vereine, der entsprechenden Empfehlungen von Kinderschutzorganisationen folgt und die Vereinssatzung ergänzt.

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© Lokstedt-online.de 21.11.2017, ETV-Pressemeldung