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ETV Neujahrsempfang

Die „6“ für Sevecke

Rund 200 Gäste waren am letzten Freitag zum traditionellen Neujahrsempfang des ETV gekommen. Dieser stand bereits vollends im Zeichen des in diesem Jahr bevorstehenden 125-jährigen Vereinsjubiläums. Das Motto: „Hier lebt der Sport. Seit 1889.“

Der Eimsbütteler Turnverband hatte geladen und alle waren erschienen. Ehrensache, ist doch der ETV mit 12.000 Mitgliedern einer der größten Sportvereine in Deutschland.

Ehrengäste waren Schulsenator Ties Rabe und die Weltklasse-Judoka Martyna Trajdos, die sich aktuell bereits auf die Olympischen Sommerspiele 2016 vorbereitet. Weitere prominente Gäste aus Politik und Sport: die Vorsitzende der Bezirksversammlung Mechthild Führbaum, der Bundestagsabgordnete Niels Annen, Sport-Staatsrat Karl Schwinke, Hamburger Sportbund Vizepräsident Jürgen Mantell, der Vorsitzende des Sportausschusses der Bürgerschaft Thomas Kreutzmann, Bezirksamtsleiter Torsten Sevecke sowie die sportpolitischen Sprecher der Bürgerschafts- und Bezirksfraktionen.

Das Begrüßungswort war dem ETV-Vorsitzende Frank Fechner vorbehalten. Nach den üblichen Grüßen und der Erwähnung der Ehrengäste es erst einmal Medien-Kritik: „Da habe ich mit Interesse über den geplanten Umbau und die Verschönerung der Osterstraße gelesen, über die Erweiterung der Universität und den Bau des Klima-Campus an der Bundesstraße, und sogar über die neuen bzw. geplanten Kunstrasenplätze für unsere Nachbarvereine HEBC und den FC Alsterbrüder wurde berichtet.

Alle diese Vorhaben finde ich wichtig und auch richtig und wir als ETV begleiten die Diskussionen und Planungen intensiv. Dennoch habe ich mich gewundert, dass dem Abendblatt unser Bauvorhaben hier im Sportzentrum keine Erwähnung wert war. Im Jubiläumsjahr des Vereins investieren wir immerhin mehr als 3 Mio. Euro…Das ganze ist ein echtes Megaprojekt für den ETV, und ich finde, es hätte einen Platz in der Liste der großen Pläne für 2014 im Abendblatt verdient gehabt.“

Dieser Schelte können wir Lokstedter uns direkt anschließen. War doch auch der Stadtteil Lokstedt dem Abendblatt kaum eine Zeile wert. Lediglich unter dem Thema „Busbeschleunigung“ war da am Rande zu lesen, dass die Erneuerung der Haltestelle Brunsberg sowie deren Verlängerung und Verlegung an den Fahrbahnrand geplant sei. Das kann der Leser dann so interpretieren: Die Lokstedter haben ihre millionenschweren Umbauten im Rahmen des (völlig unsinnigen) Busbeschleunigungsprogramms erhalten. Das ist dann auf lange Zeit alles, was Lokstedt vom Bezirk zu erwarten hat.

Nach diesem Auftakt beklagte ETV-Chef Fechner sich darüber, dass die Medien immer nur über Fußball berichteten. So würde er inzwischen „das Attribut einer Nischen- oder Randsportart fast als Kompliment“ auffassen. Der ETV habe wahrscheinlich um die 30 dieser Randsportarten im Angebot.

Anschließend kam Fechner auf die Kooperation mit den Ganztagsschulen zu sprechen, das Projekt ETV KiJu (Kinder- und Jugendförderung) ist ja inzwischen aus den Kinderschuhen herausgewachsen, weiter wollte Fechner aber an dieser Stelle den Worten des ihm nachfolgenden Redners Senator Rabe nicht vorgreifen.

Für den Mai kündigte Fechner eine große Jubiläumsfeier mit allen Mitgliedern an. Mit Sicht auf die neue Dreifeldhalle, die derzeit an der Hohen Weide gebaut wird, sagte Fechner: „Dass wir dann auf einer Baustelle feiern werden, stört mich dabei gar nicht. Könnte es ein besseres Zeichen geben für einen quicklebendigen Jubilar?“

Dieser „quicklebendige“ Verein wurde, wie bereits eingangs erwähnt, vor 125 Jahren gegründet. Genau genommen wurde am 12. Juni 1889 der erste der beiden Vorgängervereine, der Eimsbütteler Männerturnverein, in Jappes Wirtschaft an der Fruchtallee gegründet. 12 Jahre später fusionierte der Männerturnverein mit der Eimsbütteler Turnerschaft zum ETV. Und schon damals waren es Bauvorhaben, die Sportvereine zur Zusammenarbeit nötigten. Männerturnverein und Turnerschaft gingen damals jedenfalls zusammen, weil es ihnen nur gemeinsam möglich war, ein Haus mit zwei großen Turnhallen bauen zu können. Und dieses Haus an der Bundesstraße ist auch im Jubiläumsjahr 2014 noch immer das Zentrum des Sports in Eimsbüttel.

Abschließend gab Fechner den Anwesenden voller Stolz noch einen Ausblick auf das Jubiläumsjahr: 2014 feiert der ETV zahlreiche hochkarätige Events, darunter die Internationale Deutsche Meisterschaft im Equality Tanzen, ein Fußballjubiläumsspiel gegen den FC St. Pauli, eine Deutsche Jugend-Meisterschaft im Volleyball und einen Jubiläumslauf durch Eimsbüttel.

Nach seiner Rede gab Fechner das Rednerpult für den Senator frei, der wie erwartet in seinem Grußwort das große Engagement der ETV KiJu an 4 Grund- und 8 weiterführenden Schulen im Bezirk lobte. Schulsenator Rabe würdigte das beispielhafte Engagement des ETV, der inzwischen mehr als 1100 Schüler an Ganztagsschulen betreut.

Die gute Zusammenarbeit mit der Schulbehörde wurde dann auch gleich entsprechend belohnt. Der Schulsenator erhielt von Fechner das begehrte ETV-Spielmacher-Trikot mit der Nummer „10“ überreicht.

Weniger begeistert dürfte Bezirksamtsleiter Sevecke gewesen sein. Für den auf den Senator folgenden Redner blieb nur das Trikot mit der Nummer „6“. Der „Sechser“ aber ist im Fußball ein eher defensiver Mittelfeldspieler, dem die Aufgabe eines Spielverderbers zukommt.

Sevecke verabschiedete sich denn auch gleich nach seiner Rede damit, dass er nun zum Sport müsse, er werde das Trikot daher gleich tragen - und weg war er. Offensichtlich hatte sich der ETV-Vorstand bei der Auswahl der passenden Rückennummer also nicht vertan.

Im Anschluss wurden verschiedene Vereinsmitglieder für ihr besonderes Engagement geehrt. Der Vorsitzende des Ehrenausschusses Jürgen Kalitzky
vergab zunächst vier silberne ETV-Ehrennadeln. Geehrt wurden Petra Böösch für ihren Einsatz in der Schwimmabteilung und für Special Olympics, Wolfram Altmann für die sehr erfolgreiche Leitung der Tennis und Hockey-Abteilung, die langjährige Kinderturntrainerin Frauke Binnius und der Softball-Trainer Uli Lauven, der die ETV Knights zu zwei Deutschen Meisterschaften führte.

Auch die Arbeit eines Vorsitzenden des Ehrenausschusses hält in der heutigen Zeit so manchen Fallstrick bereit. Bei der Ehrung der Preisträgerinnen musste Kalitzky sich der Hilfe der Pressesprecherin Kathrin Friedrich bedienen. Ein Mann kann ja nicht eben mal einer Frau an die Bluse fassen - auch wenn er ihr eine Ehrennadel verleiht.

Anschließend wurde von Kalitzky noch eine ganz besondere Ehrung vollzogen. Der langjährige Abteilungsleiter Judo, Helmut Behnke, erhielt die goldene Ehrennadel.

Behnke erhielt die goldene Ehrennadel für außerordentliche ehrenamtliche Leistungen insbesondere auch im Integrationssport. Durch seinen großen Einsatz zählt der ETV heute über 600 Judoka und hat damit die größte Judoabteilung Norddeutschlands. Außerdem setzt Behnke sich nachhaltig für Inklusion im Sport ein. Dies wurde 2012 bereits durch die Verleihung des Werner-Otto-Preises für den Behindertensport besonders gewürdigt.

Behnke bestand dann allerdings darauf, ebenfalls von der attraktiven Pressesprecherin die Ehrennadel angeheftet zu bekommen. Männer sind da offensichtlich anders, die lassen sich gerne mal von einer Frau anfassen.

Der Vorsitzende des Aufsichtsrat Andreas Stecker fand dann noch einige abschließende Worte, bevor ETV-Chef Fechner noch eine wichtige Mitteilung zu machen hatte: Auch die Gäste könnten sich bereits am heutigen Abend eine ETV-Nadel ans Revers heften. Das war der offizielle Start einer großen Tombola. Für 10 Euro könnten ab sofort Jubiläumsanstecker erworben werden. Jeder der einen solchen kaufe, unterstütze damit die Jugendarbeit im Verein und nähme an einem Gewinnspiel teil. Noch bis zum Sommer laufe diese Aktion, die zu gewinnenden Preise würden von Geschäften aus ganz Eimsbüttel zur Verfügung gestellt, die Ziehung der Hauptpreise erfolge im Rahmen des Sommerfests.

Im Jubiläumsjahr kommt natürlich auch die Medienarbeit in einem solchen Verein nicht zu kurz. So gab es zum Abschluss des offiziellen Teil des Abends noch ein Film zu sehen. Gezeigt wurde der Jubiläumstrailer „125 Jahre ETV“.

Zusätzlich hält das Jubiläumsjahr noch eine besondere musikalische Überraschung parat. Es wird einen eigens produzierten ETV-Pop-Song von Neil Hickethier geben: “Alles ist möglich – Eimsbüttel vereint” ist der Name des neuen Vereinsliedes, welches ab sofort die Mannschaften und Sportler des ETV begleiten soll.

So manchen Anwesenden (zumindest den unsportliche nicht-ETV-Migliedern) konnte man inzwischen ansehen, dass ihnen die Hüfte, der Rücken oder die Beine schmerzten. Auch dies ein Zeichen der Bedeutung dieses Vereins. Solch ein großer Verein, da gibt es immer was zu vermelden, da sind die Reden automatisch länger und die Ehrungen werden in großer Zahl vorgenommen.

Dann wurde (endlich) das reichhaltige Buffet eröffnet und die Schmerzen ließen nach. Die Leute wurden lockerer und es bot sich Zeit Kontakte zu knüpfen und einen geselligen Abend zu verbringen.

Schreiben Sie zu diesem Thema einen Leserbrief!

© Lokstedt-online.de 28.01.2014