Ultrasport

Runde um Runde steiler

Philippe Geuer aus Lokstedt hat den 24-Stunden-Lauf in Fleestedt zu Gunsten des Kinder-UKEs überstanden. Sein selbstgestecktes Ziel, 100 km zu laufen, hat er leider verfehlt. Dennoch hat er in 24 Stunden 88,5 km für einen guten Zweck zurück gelegt.

Geuer begann vor über 20 Jahren mit dem Leistungssport, finishte diverse Ironman-Triathlon-Wettbewerbe weltweit und kam dann zum Ultrasport. 50 km, 60 km, 6-Stunden-Läufe, 12-Stunden-Läufe bis zum Marathon Des Sables (265 km durch die Westsahara) und dem Trans-Alpin-Run. Die Serie setzte sich fort mit Langsstreckenschwimmen, wie dem Ärmelkanalschwimmen und der Längsquerung des Zürichsees.

Diverse Wettkämpfe folgten, bis ein schwerer Radunfall dem Leistungssport ein jähes Ende bereitete. Von 100 auf 0 gebremst, konnte Geuer plötzlich nichts mehr machen. „Es war beim Training zu einem Wettkampf, als mir ein Auto die Vorfahrt nahm und ich ungebremst mit 40 km/h in die Seite des Autos krachte. Danach folgte eine Schulteroperation und eine lange Zeit der Reha. 2 Jahre war an Sport nicht zu denken.“

Daher wuchs in ihm der Gedanke, von der Hilfe und Unterstützung etwas zurückzugeben. Vor zwei Monaten startete er zu einer Radtour von Hamburg nach London in vier Tagen. Ein Freund brachte ihn dann auf die Idee, beim 24-Stunden-Lauf in Fleestedt zu starten. „Das wollte ich aber nicht ohne einen tollen Grund machen, da ich zu diesem Zeitpunkt völlig untrainiert war. Ich war ja seit gut einem Jahr, eigentlich seit dem Unfall nicht mehr regelmäßig gelaufen.“

Doch Geuer wollte es dennoch probieren. Da er früher auch schon viel für Kinder sportlich unterwegs war, entschied er sich, dem Kinder-UKE zu helfen und Spenden zu sammeln. Das Kinder-UKE wird ja aktuell noch gebaut und da müssen noch viele Sachen angeschafft werden.

Am 26.08.2017 war der Tag des 24-Stunden-Laufs. Nach dem Start lief zunächst alles nach Plan. Den hatte er sich tags zuvor zurechtgelegt und einlaminiert. Doch irgendwann rächte sich Geuers Trainingsrückstand und er wurde zusehends langsamer. Die Nacht brach an und er nahm sich vor, diese bis auf drei Stunden durchzugehen.

Die Strecke war abwechslungsreich. Die Runden waren 2,387 km lang, im Wechsel Pflastersteine, Asphalt und Schotter. Das Profil war flach mit zwei Anstiegen, einer lang und einer kurz. Doch die Anstiege wurden Runde um Runde steiler und irgendwann spürte Geuer jedes Steinchen unterm Schuh.

In der Nacht entschied er auch sein Ziel von 100 auf 80 km runterzuschrauben, um dann letztlich doch noch mit 88,5 km durchs Ziel zu laufen. Also ein voller Erfolg.

Ebenso ein Erfolg: Es sind schon 400 Euro für das Kinder-UKE zusammengekommen. Geuer: „Danke an Alle, die schon gespendet haben. Ihr seid großartig!“

Geuer selbst ruht sich nun erst mal aus, tankt Kraft und reflektiert den Lauf.
Gespendet werden kann immer noch über folgenden Link: www.betterplace.org

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© Lokstedt-online.de 04.09.2017, Pressemeldung