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Regenwasserableitung

Die ganze Nacht von Gully zu Gully

So gegen 21.00 Uhr lässt der Verkehr auf den Straßen Hamburgs allmählich nach. Auch rund um den Siemersplatz ist es schon einigermaßen ruhig geworden. Doch ein Wagen macht noch mächtig krach. Ein Team von „Hamburg Wasser“ ist unterwegs um in diesem Abschnitt die Gullys zu reinigen.

Das Abwasser wird in ein unterirdisches Kanalnetz, in Hamburg Sielnetz genannt, geleitet. Hamburgs Besielung ist historisch gewachsen: In der Innenstadt sowie in Altona und Bergedorf wird das Abwasser noch über Mischsiele abgeleitet. Hier fließen Schmutz- und Regenwasser über gemeinsame Siele ab.

Im Rest der Stadt, so auch in Lokstedt, werden Regen- und Schmutzwasser getrennt voneinander geleitet. Das Regenwasser gelangt über Straßeneinlässe, sogenannte Trummen, in eigene Kanäle.

Gut drei Viertel des etwa 5.500 km langen Hamburg Sielnetzes besteht aus solchen Trennsielen. Es laufen hier sozusagen zwei Abwassersysteme parallel, wobei:

• Im etwa 2.200 Kilometer langen Schmutzwasser-Leitungssystem Abwasser aus den 205.721 Hausanschlüssen zum Klärwerksverbund transportiert und dort gereinigt wird.

• Im 1.710 Kilometer langen Regenwasser-Leitungssystem Regenwasser versickert oder in umliegende Gewässer geleitet wird.

Zu den Anlagen des Kanalnetzes gehören Siele, Schächte, Pumpwerke, Rückhaltebecken und Absperreinrichtungen – insgesamt über 800.000 technische Anlagen.

Abwasserableitung: störungsfrei und unbemerkt

Die ständige Funktionsbereitschaft zu erhalten stellt hohe Anforderungen an die Instandhaltung des Abwassernetzes. Daher sind die Mitarbeiter der Hamburg Wasser, derzeit werden dort mehr als 1.200 Mitarbeiter beschäftigt, rund um die Uhr im Einsatz. So wurden im Jahr 2010 über 1.350 km Sielstrecken und fast 70.000 Gullys gereinigt.

„Wir müssen das nachts machen, damit der Verkehr tagsüber nicht lahmgelegt wird. Das muss ab und an gemacht werden, damit das Regenwasser gut abfließt“, berichtet uns eine Fachkraft für Abwassertechnik.

Sein Team ist zwecks Gully-Überprüfung mit zwei Fahrzeugen unterwegs. Der Tankwagen hat einen langen Schlauch. Er saugt die Gullys ab und spült mit Wasser nach. Im zweiten Wagen befindet sich der Plan für die Streckenführung und ein Monitor. Mit Hilfe einer Kamera inspiziert der Fachmann den Erfolg der Maßnahme. Er kann von den Gullys aus bis zum Kanalsystem sehen, das in der Mitte der Straße läuft. Zudem wird vom zweiten Wagen aus die Strecke gesichert, in dem Hütchen aufstellt und die Gullydeckel anschließend wieder geschlossen werden.

„Bis 5.00 Uhr wollen wir fertig sein, bevor der Autoverkehr ins Rollen kommt“, verabschieden sich die freundlichen Mitarbeiter von Hamburg Wasser.

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